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Dobel Schlittenhunde und Musher trotzen dem Wetter

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Dem Wetter trotzten Zwei- und Vierbeiner: Das Schlittenhunderennen in Dobel fand am Samstag zum Andenken an den verstorbenen Initiator Andreas Kraft statt. Foto: Winnie Gegenheimer

Dobel - "Das toppt schon alles, was wir wettermäßig in Dobel hatten", sagt Michael Landau, Initiator des Schlittenhunderennens, am Samstagvormittag. Die Nacht im Musherlager am Fuß des Wasserturms sei so stürmisch gewesen, dass "wir schon gedacht haben, wir fliegen alle davon!".

Dobel. Die Werbebanner mussten abgebaut werden. Das Zelt für Gäste, so berichtet Feuerwehrkommandant Werner Stängle, leider auch. Die beiden "Damen vom Grill" und Guido Koch mit seinem "First Kitchen" halten die Stellung. "Um 7 Uhr sind wir Feuerwehrkameraden die Rennstrecke abgefahren", so Stängle weiter, "sie ist sturmholzfrei".

Jetzt um zehn Uhr - da sollte das Rennen ursprünglich starten - gibt es eine Lagebesprechung für die Musher. Cay Knödler, Vorsitzender des veranstaltenden Siberian Husky Club Odenwald (SHCO) und an diesem Tag Rennleiter, gibt als neue Startzeit 12 Uhr bekannt.

Dazu eine auf neun Kilometer verkürzte Strecke, keine offizielle Zeitnahme. Aber das Rennen findet statt.

Einige Sportler sind unsicher wegen des böigen Windes. Werner Kraft, Vater des verstorbenen Doblers Andreas Kraft, zu dessen Gedächtnis das Rennen ausgetragen wird, ist ein gefragter Gesprächspartner. Dass der Schnee auf der Strecke bis zum Weithäusle nahezu abgetaut ist, erklärt er.

Um zwölf Uhr geht es tatsächlich los. Kompakt, ohne Zeitverzögerungen, da es trocken ist von oben und der Wind etwas nachgelassen hat, wie Andreas Habl vom SHCO erklärt. Die Zuschauer lassen sich eher in Dutzenden als in Hunderten zählen. Rund 40 Starter gibt es insgesamt.

Die Vier- bis Sechshundeklasse startet zuerst. Im Zwei-Minuten-Takt werden die Gespanne zum Startbereich gebracht. Hoch, schrill und vielstimmig das aufgeregte Gebell und Geheul der Hunde. Sie sind so erwartungsvoll, dass teilweise zwei und drei Helfer die Gespanne bis zum Startsignal halten müssen. Dann legen sie los, ihre gesamte Kraft in die Leinen hängend.

Die Räderwägen der Gespannlenker pflügen durch den Matsch im Startbereich, die Lenker selbst sind dick eingemummt. Die Ein- und Zwei-Hunde-Klassen folgen, CaniX-Bike mit Querfeldeinfahrrädern und einem Hund, Canix-Scooter, großrädrige Roller mit zwei Hunden davor, selbst ein CaniX-Runner ist dabei, Peter Vogelsang läuft selbst, den Hund im Geschirr. Die wollig-weißen Samojeden fallen auf, wie die von Harry Weiss aus Welzheim oder die von Michael Scholz, Veranstalter des Samojeden-Cups. Eine knappe halbe Stunde sind die Gespanne unterwegs. Zum Schluss kommen die großen Gespanne ab acht Hunden. Siberian Huskies vor allem, aber auch die schmaleren Alaskan Huskies sowie die Hounds, hochbeinig mit kurzem Fell, Kreuzungen von Alaskan Huskies und nordeuropäischen Jagdhunderassen.

Alberto Vollweiler macht den Anfang mit seinem Acht-Hunde-Gespann. Thomas Kämpf hat zehn Siberian Huskies vorgespannt. Ihre blauen Augen leuchten fast dämonisch, als sie sich mit vereinter Kraft in die Geschirre hängen.

Manfred Maier mit seinem Sechsergespann hatte mit die weiteste Anreise, aus der Nähe von Zürich. Mit der Nummer 1, in langjähriger Tradition, geht Michael Landau mit seinen sechs Hunden an den Start.

Unmittelbar darauf folgt eines der beiden größten Gespanne des Rennens. Daniela Bigalke hat zwölf Hunde vor ihr Quad gespannt. Sie hat tatsächlich die Auswahl, wie sie nach dem Rennen erklärt. Die Lebensgefährtin von Andreas Kraft hat nach dessen plötzlichen Tod im März auch seine Tiere übernommen: "Ich versorge jetzt insgesamt 43 Hunde."

Schlammbespritzt und durchgeblasen kommen die Gespanne wieder ins Ziel. Alle wohlbehalten. Die Musher tauschen sich aus. "Da gab es alles unterwegs, Waldboden, Schotter, Schneereste", berichtet Niki Jesberger, "aber das hatten wir anderswo auch schon. Hauptsache, es wird nicht zu mild. Das würde den Hunden schaden. Vier Grad sind okay." Sie freuen sich, einander wieder zu sehen zu Beginn der Rennsaison. "Wir sind über die Wintersaison wie eine Art Wanderzirkus", grinst Thorsten Martin, der diesmal beim Rennstart hilft. Auch Initiator Landau kommt zurück: "Naja, ein bisschen schlammig, die Strecke!" Selbst von oben bis unten bespritzt, zeigt er grinsend seinen Leithund: "Der bleibt am saubersten! Aber hier..." und deutet auf einen, der hinten im Gespann lief: Schlammbespritzt wie der Musher.

Die Hunde werden gelobt und getätschelt nach der erfolgreichen Zieleinfahrt. Es gibt ein Leckerli, wie Alberto Vollweiler erklärt, und ein wenig Wasser: "Dann wird erst mal regeneriert. Wie bei allen Sportlern. Erst später gibt es eine kräftige Mahlzeit."

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