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Dobel Herbst ist für Schäfer ein echter Luxus

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Schäfer Thilo Studer mit den Hunden Senta und Flink bei seiner Schafherde unterhalb des Loipentors. Foto: Gegenheimer

Dobel - "Meine Mädels schätzen den immer gleichen, störungsfreien Tagesrhythmus. Sonst machen sie Käs", sagt Thilo Studer, und: "Ich hab auch zwei Böcke mitlaufen. Einmal im Jahr signalisieren die Damen: ›Jetzt darfsch!‹ – und das war’s dann. In der Herde haben die Jungs wenig zu melden. Leittiere sind immer kräftige junge Damen."

Studer ist Schäfer und derzeit wieder mit seiner Herde rund um Dobel unterwegs. So amüsant es klingt, ihn über seine vierbeinigen Damen reden zu hören, so anspruchsvoll ist die Arbeit.

Seit rund 25 Jahren bringt der Schafhof Studer aus Bad Rotenfels seine Tiere im frühen Herbst von der Sommerweide bei Gernsbach und Loffenau herauf. "Zehn Monate lang sind wir dort gern gesehen", grinst Studer, der die Schäferei vor 17 Jahren von Vater Horst übernommen hat, "dann aber ist Erntezeit auf den Streuobstwiesen. Da haben wir keinen Platz."

In guter Abstimmung mit den Bewirtschaftern der Dobler Flächen, unter anderem dem landwirtschaftlichen Betrieb des Gestüts Horst Karcher, weiden rund 800 Schafe drei Wochen lang auf der Sonneninsel. "Ja, es sind so viele. 796 genau. Nur etwa 100 bleiben auf dem Heimathof. Die alten Damen, jene, die bald geschlachtet werden."

Konsequentes Einzäunen

Der Herbst in Dobel sei echter Luxus, erklärt Studer, "denn hier gibt es große zusammenhängende, relativ ebene Flächen, die ich einpferchen und die Tiere mehrere Tage weiden lassen kann, ohne ständig dabei zu sein. In unserem Stammgebiet ist das nicht so. Wir beweiden oft schwer zugängliche Hanglagen. Da muss ich da sein." Dabei fungieren die Tiere zunehmend als "geförderte Landschaftspfleger" zur Freihaltung alter Kulturflächen.

Wo winters die Sonnenloipen-Liebhaber ihre Runden ziehen, sind die Schafe in ihrer zweiten Dobelwoche in einem etliche Hektar großen Areal zum Grasen. Einmal täglich kommt Studer zur Versorgung mit Mineralfutter, Salz, derzeit auch Wasser. "Es fehlt sogar der Morgentau durch die Wärme. Da wird das nötig. Dafür ist der Futterverlust durch Zertreten geringer – weil eben alles so trocken ist. Die Tiere fressen überwiegend spätnachmittags, wenn es kühler wird – die sind net blöd."

Vor dem Wolf hat der Schäfer noch keine Angst. Auch wenn das konsequentere Einzäunen Mehrarbeit macht. "Stromführung hatten wir schon vorher. Aber wenn die Netze jetzt noch höher als 90 Zentimeter werden müssen…" Das große Problem ist für Studer derzeit der Mangel an Personal: "Ich stemme das im Moment alleine. Krank werden geht nicht. Und die Familie will einen ja auch mal sehen. Trotzdem liebe ich die Arbeit."

Traumberuf: Tiermedizin

Er erzählt vom Verkauf des Schaffleisches, auch in Direktvermarktung und aus eigener Schlachtung – dass er sich freut über die Renaissance dieses "Genießerfleisches". Obwohl Studer als junger Mann zunächst keinesfalls die Schäferei übernehmen wollte. "Ich bin Spätzünder", scherzt der 47-Jährige, "was mit Tieren und Natur war mir klar. Aber ich bin zunächst für Jahre nach Norddeutschland gegangen, habe eine landwirtschaftliche Ausbildung gemacht. Für den Traumberuf Tiermedizin war leider das Abi nicht gut genug." 2001 kam er zurück ins Murgtal und übernahm den väterlichen Betrieb.

Seit 17 Jahren bedeutet das nun auch jährlich eine Runde um Dobel.

"Hier hat sich zum Glück wenig verändert, was die Flächen betrifft", so Studer. Mit den Menschen, Spaziergängern, vor allem solchen mit Kindern, lässt er sich gern in ein kurzes Gespräch ein – wenn er Zeit hat: "Ich sehe mich da schon ein bissle in der Pflicht, Öffentlichkeitsarbeit zu machen."

Kommunikativ ist er außerdem – kaum ein Hundebesitzer geht vorbei, ohne Flink und Senta, die beiden Schäferhundmischlinge zu loben, die, ohne ein einziges Bellen, aufmerksam in der Nähe ihres Herrchens bleiben – immer bereit, eine Aufgabe gut für ihn zu erledigen.

Ende Oktober geht’s weiter

"Aber jetzt", erklärt er gegen 17.30 Uhr, "wird es Zeit für den Nachtpferch. Darauf warten meine Damen. Ich will schließlich was von ihnen – also bekommen sie ihren gewohnten Schlafplatz an anderer Stelle als sie tags weiden".

Ende Oktober wird die Herde weiterziehen über Neusatz und Rotensol – "mit Heiko Duss vom Schwalbenhof bin ich immer gut im Gespräch" – und danach über Bernbach und Althof zurück ins Badische.

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