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Dobel/Bad Herrenalb Leichen-Fund: Zwei Verdächtige vor Gericht

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Landgericht Tübingen Foto: M. Bernklau

Dobel/Bad Herrenalb - Die Leiche des Mannes war in der Nacht eines Montags direkt neben der Landstraße gefunden worden. Die Sonderkommission "Tanne" konnte den bei Dobel mit drei Schüssen offenbar regelrecht hingerichteten Mann schnell identifizieren und Entscheidendes ermitteln.

Vor dem Tübinger Landgericht stehen seit Freitag zwei Männer unter der Anklage gemeinschaftlichen Mordes, die im vergangenen September einen 47-jährigen irakischen Autohändler aus Baden-Baden zwischen Dobel und Bad Herrenalb zuerst mit einem Elektro-Schocker betäubt und dann erschossen haben sollen.

Der Wagen des Getöteten, ein Audi A 6 mit Rechtslenker, fand sich verlassen in Maximiliansau am pfälzischen Rheinufer. Nach Erkundungen im Umfeld des Mannes hatten die Fahnder schnell eine Familie aus Karlsruhe im Visier: eine türkische Rechtsanwaltsgehilfin und ihren syrisch-stämmigen Lebensgefährten, 49 Jahre alt, sowie ihren ­23-jährigen Ziehsohn, der aus Mazedonien stammt.

Bei Vernehmungen erhärtete sich der Verdacht einer Beteiligung an der Tat  gegen die beiden Männer. Es gab wohl ein Teilgeständnis. Die Tatwaffe, eine alte Parabellum Kaliber 7.65, konnte nach Hinweisen im Rhein geborgen werden. Und auch ein denkbares Motiv für die Bluttat zeichnete sich ab. Offenbar hatte der erschossene Iraker mit einer Betrugsanzeige gedroht. Die Frau, die im Prozess wegen gemeinschaftlichen Mordes nur als Zeugin geladen ist, soll von verschiedenen Auftraggebern insgesamt rund 170.000 Euro mit der Behauptung erschlichen haben, sie könne als Anwältin in den laufenden Asyl- oder Abschiebungsverfahren helfen.

Der Iraker soll 23. 000 Euro auf Konten der Angeklagten bezahlt haben, um seine Schwester und einen Neffen vor der Rückführung nach Spanien zu bewahren, wo sie als Flüchtlinge zunächst registiert worden waren. Die vermeintliche Anwältin, Ziehmutter des jüngeren Angeklagten, war unter den juristischen Profis durchaus bekannt – aber nur als eine versierte Anwaltsgehilfin.

Die Bluttat mitten im Wald bei Dobel soll sich nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft so abgespielt haben, dass sich die drei Männer an einem nahen Parkplatz trafen. Mit fünf  Millionen Volt aus einem Elektro-Schocker soll der irakische Autohändler noch in seinem Audi wehrlos gemacht oder betäubt worden sein.

Drei Schüsse aus der alten Parabellum trafen ihn dann außerhalb des Fahrzeugs in den Hals, hinter dem linken Ohr und – aus nächster Nähe – im Hinterkopf. Auch wenn ein vorbeikommender Autofahrer, der den Mann wohl schon kurze Zeit später am Straßenrand fand, per Notruf einen Schwerverletzten meldete, müssen die Schüsse laut späterer Obduktion sofort tödlich gewesen sein.

Die Anklage geht von Heimtücke gegen ein wehrlos gemachtes und zudem argloses Opfer aus, sieht aber auch die Verdeckung einer Straftat und den gemeinsamen Plan als Merkmale für einen Mord. Beide Angeklagten wollen laut ihren Verteidigern Aussagen machen. Da aber die psychiatrische Gutachterin bei der Prozesseröffnung noch nicht geladen war, wurden diese Angaben auf den nächsten Verhandlungstermin am ­3. Mai verschoben.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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