Ein bislang unbekannter Wolfsrüde wurde im Juni auf Gemarkung Schramberg nachgewiesen. (Symbolfoto) Foto: bennytrapp - stock.adobe.com

Nicht zum ersten Mal wurde in Schramberg ein Wolf gesichtet – jetzt erneut, wie die Forstliche Versuchsanstalt Freiburg mitteilt.

Wo genau der jetzige Wolf über die Schramberger Gemarkung gestreift ist, das will die Versuchsanstalt (FVA) nicht sagen – aus Schutzgründen auch für denjenigen, der den Fund gemeldet hat.

 

In diesem Fall, so geht aus der Mitteilung der FVA hervor, sei die aufgefundene Losung des Tiers analysiert worden. Diese habe den sogenannten Haplotyp HW22 ergeben – der auf ein Tier aus dem Süden hindeutet – und in Schramberg am 4. Juni erstmals nachgewiesen worden ist und die Bezeichnung GW 4811 erhalten hat.

An welcher Stelle die Losung gefunden wurde, darüber kann auch Schrambergs Hegeringleiter Markus Klausmann nichts sagen – ihm sei nichts bekannt, sagt er.

In Tennenbronn?

Es gibt allerdings Vermutungen, dieser Wolf könnte der Gleiche sein, der im Bereich im Bereich Kaltenbronn auf der Höhe beim Brogen unweit der Grenze zum Stadtteil Tennenbronn gesichtet worden ist. Ob es sich allerdings tatsächlich um das gleiche Tier handelt, ist nicht gesichert, da es bei Kaltenbronn auf Gemarkung St. Georgen lediglich eine Videosichtung vom 2. Juni gibt und keine DNA vorliegt.

Danach weitergezogen

Gesichert ist auf jeden Fall, dass das Tier anschließend weitergezogen ist, denn wenige Tage später, am 9. Juni, hat genau dieser Wolfsrüde in Forbach im Landkreis Rastatt ein Reh gerissen, wie die FVA ebenfalls bestätigt.

Anderer Marker

Mit einem Wildriss bereits am 13. Mai in Pfalzgrafenweiler soll der Schramberger Wolf allerdings nichts zu tun haben. Es handle sich zwar um den gleichen südlichen Haplotyp 22, aber wohl um ein anderes Tier, da es einen anderen genetischen Marker habe.

Derzeit keine Maßnahmen

Die Entdeckung der Losung, die von einer Person an das FVA gesandt wurde, ziehe nach den Worten einer Sprecherin der Behörde keine Maßnahmen nach sich. Es könne jederzeit zu vereinzelten Nachweisen durchziehender Individuen kommen.

Sollte sich, so die Sprecherin weiter, durch zukünftige Hinweise der Verdacht einstellen, dass sich das Tier längerfristig im Gebiet aufhalten könnte, werde unter Umständen das Monitoring in dieser Region intensiviert – vor allem durch den Einsatz von Fotofallen.

Mehrere Schafe gerissen

Erstmals war ein Wolf im Juni 2021 in Schramberg nachgewiesen worden. Damals hatte er auf einer Weide am Felsenkeller in direkter Nähe zur Stadt mehrere Schafe gerissen. Auch hier war das Tier (HW2120m) zuvor nicht nachgewiesen worden.

Zwei tote Ziegen

Im Dezember 2023 waren dann im Bernecktal bei Tennenbronn zwei tote und eine verschwundene Ziege gemeldet worden. Damals war als Verursacher der beiden toten Ziegen wurde der Wolfsrüde GW3817m identifiziert worden, der bisher noch nicht in Baden-Württemberg nachgewiesen worden war.