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DLRG schlägt Alarm Lebensretter aus Neuhengstett suchen dringend Wasserflächen

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Die DLRG braucht mehr Wasserflächen. Foto: DLRG

Genügend Personal hätte die DLRG Neuhengstett, um mehr Kinderschwimmkurse durchzuführen - doch es fehlen Wasserflächen. Enttäuscht ist sie vor allem von den Rathäusern im Kreis Calw, die ihre kommunalen Bäder nicht zur Verfügung stellen, denn es drohe eine Generation von Nichtschwimmern heranzuwachsen. Warum die Ortsgruppe nun so sehr auf den 20. Januar setzt, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Althengstett-Neuhengstett - Kurz vor der diesjährigen Blaulicht-Konferenz im Kreis Calw mit Innenminister Thomas Strobel setzt die DLRG aus Neuheng­stett einen Hilferuf ab: Damit sie genügend Kinderschwimmkurse durchführen kann, sollen vor allem die Rathäuser ihre kommunalen Bäder zur Verfügung stellen - sonst drohe dem Kreis Calw erneut ein Jahrgang voller Nichtschwimmer.

Es gab Zeiten, da standen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) zwar genügend Wasserflächen zur Verfügung, aber sie hatte zu wenige qualifizierte Mitglieder, die die Schwimmkurse durchführen können. "Heute haben wir dieses Problem genau andersherum", sagt Maik Heisterkamp, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Neuhengstett.

Weniger Seepferdchen

Der württembergische Landesverband der DLRG schlägt schon seit Monaten Alarm. Vizepräsidentin Ursula Jung präsentierte kürzlich er­schreckende Zahlen: In der Regel vergibt die DLRG in Württemberg pro Jahr rund 5000 Seepferdchen - die unterste Stufe der Schwimmabzeichen. Im Corona-Jahr 2020 war es nur ein Drittel davon. Jungs düstere Prognose: "Wir bekommen einen Jahrgang der Nichtschwimmer."

Im Kreis Calw sieht es nicht anders aus. Heisterkamp, der auch Vorsitzender des Bezirksverbands Calw ist, vergleicht: Wurden 2019 kreisweit noch 80 Seepferdchen abgenommen, waren es bis zum 31. Dezember 2020 lediglich 25. "Man kann auch bei uns von einem Jahrgang der Nichtschwimmer sprechen", sagt der 34-Jährige und warnt: "Das Problem verschärft sich."

Die Ortsgruppe Neuheng­stett ist daher im vergangenen Jahr in die Offensive gegangen. Mit 435 Mitgliedern war sie bis zum Jahreswechsel die größte der vier Ortsgruppen im Kreis Calw – und "sehr experimentierfreudig", wie Heisterkamp sagt. Mit Cedric Teufel stellte sie im Oktober 2020 einen Bundesfreiwilligendienstler ein. Echtes Neuland, denn Neuhengstett ist die erste und bislang einzige DLRG-Ortsgruppe in Württemberg und Baden, die das gemacht hat.

Zu den Aufgaben des 20-Jährigen gehörte auch, im gesamten Kreis Calw Badeflächen aufzuspüren, die noch keine der vier DLRG-Ortsgruppen aus Neuheng­stett, Althengstett, Nagold und Walddorf nutzt. Neben den klassischen Hallen- und Freibädern fielen in dieses Raster auch Thermen und Poolanlagen von Hotels. 16 solcher Badeflächen fand die DLRG und schrieb die Eigentümer an. Die Resonanz: "Schleppend", bedauert der Vorsitzende der Ortsgruppe Neuhengstett. Acht hätten gar nicht erst geantwortet, mit dem Waldfreibad in Calmbach gab es nur eine Zusage. Heisterkamp: "Der Rest sagt, er biete schon Kinderschwimmkurse an und habe keine Kapazitäten mehr frei. Wir wissen: Es gibt immer freie Zeiten. Das sind manchmal völlig unchristliche Zeiten, aber das ist uns ja egal."

Ein Thema der CDU

Besonders ärgert sich Heisterkamp darüber, dass sich die Bäder, die sich in kommunaler Hand befinden, nicht stärker für die DLRG öffnen. Denn: Auf Antrag der CDU-Landtagsfraktion stellte das Land Baden-Württemberg im Doppelhaushalt 2020/21 insgesamt 2,2 Millionen Euro zur Stärkung der Schwimmfähigkeit von Vorschulkindern bereit und beauftragte die Schwimmverbände und DLRG-Landesverbände aus Württemberg und Baden damit, hierfür ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten. Gerade deshalb hätte sich Heisterkamp mehr Entgegenkommen von den Rathäusern gewünscht – zumal die Bürgermeister im Kreis Calw ja oft der CDU angehören.

Für Heisterkamp ist das ganz klar ein Thema für die von der CDU organisierte Blaulicht-Konferenz im Kreis Calw mit Innenminister Thomas Strobl (CDU), zu denen Feuerwehr, DRK, THW, Polizei und eben auch DLRG eingeladen sind. Sie finden dieses Jahr am 20. Januar statt, coronabedingt per Videokonferenz. "Da werde ich dieses Thema auf jeden Fall anschneiden", sagt Heisterkamp, "denn die Eigentümer der Bäder sind meist die Kommunen und da erwarte ich von der Politik Lösungen."

In Althengstett klappt es

Immerhin: In Althengstett funktioniere die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Clemens Götz (parteilos) gut. Er habe beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 den beiden DLRG-Ortsgruppen aus Althengstett und Neuhengstett das Hallenbad in Althengstett schon drei Wochen vor der eigentlichen Öffnung zur Verfügung gestellt, damit dort Kinderschwimmkurse durchgeführt werden können. "Da haben andere Ortsgruppen richtig gestaunt", freut sich Heisterkamp. In Anbetracht der Tatsache, dass seine Ortsgruppe mit ihrem Bundesfreiwilligendienstler aber den ganzen Norden des Landkreises mit abdecken muss, da es dort keine Ortsgruppen der DLRG gibt, ist das kaum mehr als nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Vorsitzende unkt: "Ich glaube, es wird darauf hinauslaufen, dass wir selber Pools aufstellen müssen."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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