Django Asül wechselte bei seinem Auftritt im Schwenninger Capitol spielerisch von Stammtischgesprächen zur großen Weltpolitik und zurück. Foto: Dennis Scheu

Der niederbayerische Kabarettist Django Asül machte mit seinem achten Soloprogramm „Am Ende vorn“ Station im Schwenninger Capitol und lieferte spitzes, aber bodenständiges Kabarett.

Kürzlich hat Django Asül seine auch weit über die Grenzen des Freistaats hinaus beachtete Rede zum Maibockanstich 2026 im Münchner Hofbräuhaus gehalten und dabei nicht nur die bayerische Landespolitik fein säuberlich seziert.

 

Zum 16. Mal hielt er diese Maibockrede, die indes für ihn der viel wichtigere Tag im Jahr sei als sein eigener Geburtstag, der just auf den Auftritt im Schwenninger Capitol am Sonntag fiel, wie er am Rande seiner Bühnenshow im ehemaligen Kinosaal verriet.

Ohnehin waren diese Gespräche am Rande der Bühne mindestens ebenso unterhaltsam wie die Show selbst, denn im Publikum fanden sich überraschend Gäste, die einmal in Django Asüls Heimatdorf Hengersberg gewohnt haben. So entspann sich ein Gespräch über den jetzigen Zustand des elterlichen Hauses, in dem heutzutage Django Asüls Bekannte leben, über den Ausbau des Dachbodens und die Verglasung des Wintergartens bis hin zum Fensterln der jungen Buben, als die Eltern einmal verreist waren.

Bodenständiges Dorfleben

Bodenständig hoch zehn könnte man meinen. Und das ist Django Asül auch auf der Bühne. Dabei gehört es zu den großen Stärken des Programms, dass es ihm gelingt, das bodenständige Dorfleben im Bayernidyll beinahe nahtlos mit den großen und kleinen Fragen des Lebens und unserer Zeit zu verbinden.

Stammtischgespräche

Da entspinnen sich aus den Stammtischgesprächen mit Hansi und Lug ganz schnell auch einmal Reflexionen über Krieg, Macht und Politik. Und das Zusammenleben in der Gemeinschaft an sich. Denn das hat es Django Asül in seinem mittlerweile achten Soloprogramm besonders angetan. Man müsse einfach mehr sein wie Heuschrecken, die mit ihrer Schwarmintelligenz manches vielleicht doch besser lösen würden.

Dabei fällt vor allem auf, dass Django Asüls Kabarett-Programm auf das richtige Timing setzt: Der Wechsel zwischen Kalauern und politisch-gesellschaftlichen Spitzen und fast schon philosophischen Reflexionen sitzt. Das macht eben Kabarett aus. Denn im Unterschied zum Comedian lache er selbst ja gar nicht über seine eigenen Witze, hatte Django zu Beginn der Show noch verkündet: „Sie müssen also nur das kapieren, was ich erzähle.“

Gut auf VS vorbereitet

Das gelang dann doch recht gut im Schwenninger Capitol, vermutlich auch, weil Django Asül sich so gut auf seinen Gastspielort „Villingen Minus Schwenningen“ vorbereitet hatte und vor allem im Showrahmen ordentlich in das Lokalkolorit greifen konnte.

Das schuf Verbindung, die sich dann auch in den Gesprächen und Fotos in der Pause und nach der Show noch einmal bestätigte.

Intelligenter Kopf also, spitze Zunge, aber so herrlich nahbar und bodenständig.