Das Heimatmuseum in Brigachtal und vor allem der Anbau sorgten für Diskussionen im Gemeinderat. Schlussendlich verständigten sich Räte und Gemeindeverwaltung wie es mit dem Gebäude weitergehen soll.
In der Bürgerfrageviertelstunde der Gemeinderatssitzung meldete sich Josef Vogt als Zuhörer zu Wort und gab seine Meinung zu der auf der Tagesordnung stehenden Umnutzung des ehemaligen Milchhäusles des Heimatmuseums sowie der Umnutzung der Räumlichkeiten im Erdgeschoss als Mietraum kund.
„Es gehört zur Fürsorgepflicht, sich um das Heimatmuseum, das ja schon den Namen Bondelstraße 25 trägt, zu kümmern“, so Vogt. Wenn er daran denke, mit welchen Anstrengungen die Altertums- und Brauchtumsgesellschaft vor 50 Jahren alles umgebaut habe, und jetzt komme die Beerdigung, sei er bestürzt.
Exponate zum Beispiel in Vitrinen ausstellen
Eine Gemeinde, die etwas von Tradition halte, sollte sich Gedanken machen, was man mit den Exponaten machen könne, sie vielleicht in Vitrinen irgendwo aufstellen, forderte er.
Bürgermeister Michael Schmitt erklärte, dass sich niemand zur späteren Nutzung als Heimatmuseum gemeldet hatte. Schmitt betonte, dass die Gemeinde das Heimatmuseum auf keinen Fall betreibe und auch noch Personal abstelle. „Wenn wir da eine Million reinstecken und haben 80 Besucher im Jahr, müssen Sie auch Rechenschaft ablegen“, erklärte er in Richtung Gemeinderäte.
Thomas Huber fand es ebenfalls schade, dass das Heimatmuseum nicht mehr betrieben werde. Architekt Siyami Akyildiz erläuterte, dass in das leerstehende Erdgeschoss, wollte man es langfristig vermieten, eine Küche einzubauen sei, ebenfalls eine Akustikdecke.
Kosten belaufen sich auf rund 90 000 Euro
Zudem müssten Trockenbauwände erstellt werden mit den entsprechenden Türen. Auch wären zusätzliche Toiletten und eine Dusche erforderlich. Die Kosten für die beschriebenen Maßnahmen belaufen sich gemäß Kostenberechnung auf rund 90 000 Euro. Brita Krebs erklärte, dass sie der zusätzlichen Investition für den Umbau des Erdgeschosses nicht zustimmen werde.
Den Umbau muss der künftige Mieter bezahlen
„Die 90 000 Euro werde die Gemeinde auf keinen Fall zahlen, sondern der zukünftige Mieter müsse die übernehmen“, betonte Schmitt. Es gibt einen Mieter, der für das Erdgeschoss Interesse zeigt und den Gemeinderäten bekannt ist, der Name wurde jedoch öffentlich nicht genannt.
Es stellte sich in der Sitzung die Frage nach der künftigen Nutzung des ehemaligen „Milchhäusles“ im Anbau. Hier sei ursprünglich die Mitnutzung des unteren Raums im Zuge der angedachten Errichtung eines „Backhäuschens“ von der Gesellschaft für Altertum und Brauchtum vorgesehen gewesen, so Ortsbaumeister Patrick Lutz. Diese Idee werde jedoch nicht mehr verfolgt. Auch die Landfrauen und die Landjugend haben kein Interesse gezeigt. Man könne den Anbau abreißen, danach wieder aufbauen mit einer rund 60 Quadratmeter großen Mietwohnung, so Akyildiz. Auf den neuen Anbau könne noch eine weitere Wohnung gebaut werden, die vom oberen Geschoss erreicht würde.
„Das heißt man geht hoch in den zweiten Stock, dann zur Seite und wieder einen halben Stock herunter, um zu der oberen Wohnung zu kommen?“, fragte Albrecht Sieber ungläubig. Das sei so, antwortete der Architekt.
„Dieser Anbau ist das Geld nicht wert“
Zum Anbau redete Sieber sich in Rage: „Hier war früher die Milchzentrale und der Anbau war das WC, das ist kein Milchhäusle, das ist der Latrinenanbau. Wo der war, ist jetzt Salpeter, der wird nie trocken, dieser Anbau ist das Geld nicht wert, ich werde dem nicht zustimmen“, wetterte er.
Das sei nicht so schlimm, man habe eine Schadstoffuntersuchung machen lassen, warf der Architekt ein.
Für die Umplanung im Erdgeschoss für eine zukünftige Vermietung stimmten neun Räte. Es gab vier Gegenstimmen. Der Umplanung für den Rückbau mit Errichtung einer Wohnung wurde bei zwei Gegenstimmen zugestimmt.