Elias Frei brennt für den Wasserstoff. Foto: Albert Bantle

Der Experte Elias Frei ging bei einem Abend der CDU in Fischbach rund um Wasserstoff als Energieträger der Zukunft auch auf Praxisbeispiele ein.

Gut besucht war die Informationsveranstaltung „Wasserstoff – Energieträger der Zukunft“ in der Fischbacher Petrolli-Bushalle.

 

Moderiert vom CDU-Landtagskandidaten Andreas Braun nutzten die Besucher, darunter auch der mit dem Thema vertraute frühere CDU-Landtagsabgeordnete Karl Rombach, das Angebot, sich intensiv mit diesem Energieträger zu befassen. Eingeladen hatten der CDU-Kreisverband Schwarzwald Baar und der CDU-Ortsverband Niedereschach.

Mit Elias Frei, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg, konnten Braun und der Niedereschacher CDU-Vorsitzende Adolf Schwab einen Experten der Wasserstofftechnologie begrüßen.

Schlüssel zur Energiewende

Dass Elias Frei für das Thema „Wasserstoff“ brennt, war in jeder Sekunde seines informativen, spannenden und anspruchsvollen Fachvortrages zu spüren. Für ihn ist klar: „Nachhaltiger Wasserstoff als Energieträger ist ein Schlüssel zu einer erfolgreichen Energiewende“. Eindrucksvoll untermauerte er dies durch Ergebnisse, Fakten und Daten des Standorts Cuxhaven, an dem grüner Wasserstoff für die Schifffahrt produziert wird, und des Standorts Eisenbach/Oberbränd, an dem das Familienunternehmen August Weckermann KG ein wegweisendes Energie- und Wärmekonzept umgesetzt hat und mit Hilfe von Solarenergie und grünem Wasserstoff der Betrieb zu 90 Prozent energieautark arbeiten könne.

Eines wurde beim Vortrag von Frei deutlich: Auch wenn der anfängliche Hype um grünen Wasserstoff etwas abgeflacht ist, ändert das wohl nichts daran, dass sich Wasserstoff als fünfter Energieträger durchsetzen und die fossilen Alternativen sukzessive verdrängen wird. Europa ziele darauf ab, bis im Jahr 2030 jeweils zehn Millionen Tonnen von grünem Wasserstoff zu produzieren und zu importieren.

Am Ende entscheidet der Markt

So lange würde es wohl auch noch dauern, bis es die notwendige Infrastruktur aufgebaut und es genügend Wasserstofftankstellen gebe und der Wasserstoff auch im Bereich der Mobilität angekommen sei, so Frei in seiner Antwort an den Busunternehmer und Gastgeber Dieter Petrolli, der hinterfragte, ob Wasserstoff im Bereich der Mobilität aktuell überhaupt Sinn mache. Er habe diesen Eindruck derzeit jedenfalls nicht. Letztlich hänge dies auch davon ab, wie sich der „technologische Wettkampf“ entwickle und am Ende werde dies der Markt entscheiden.

Neben Petrolli meldeten sich in der Fragerunde mehrere Zuhörer, darunter auch Mönchweilers Bürgermeister Rudolf Fluck, der mit Blick auf das Thema „Kommunale Wärmeplanung“ um Antwort bat, welche Rolle der Wasserstoff für die Gemeinde, beispielsweise durch eine eigene Produktion im Gewerbegebiet, spielen könne. „Grüner Wasserstoff, lokal produziert ist eine spannende Frage und kann eine Rolle spielen“, so Frei.

Auch Politik gefordert

Zudem verwies er darauf, dass Fraunhofer „forscht und bewertet“, bei der Umsetzung jedoch auch die Politik gefordert sei, zumal dann, wenn das ambitionierte Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein, erreicht werden soll. Das Problem im Bereich der Energieträger sei die Menge der Treibhausgase, welche die Atmosphäre aufnehmen kann, ohne dramatisch die Lebensbedingungen auf der Erde zu verändern.