Von links oben im Uhrzeiger: Bei der Podiumsdiskussion werden Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir, CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel, FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke, SPD-Chef Andreas Stoch sowie die Spitzenkandidatin der Linken Mersedeh Ghazaei und AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier aufeinandertreffen. Foto: Gottfried Stoppel

Die Landtagswahl ist eine Richtungswahl. Bei der Veranstaltung aus der Reihe „StZ im Gespräch“ und „Treffpunkt Foyer“ fühlen wir den Spitzenkandidaten der großen Parteien auf den Zahn.

Am 8. März 2026 entscheiden die Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg über einen Wechsel im Land. Nach 15 Jahren räumt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) seinen Platz – in einer schwierigen Zeit. Das Musterländle Baden-Württemberg steckt in einer schweren Wirtschaftskrise, die Sicherheitslage international ist angespannt und Deutschland braucht tiefgreifende Reformen. Mit welchen Konzepten gehen die Spitzenkandidaten der sechs größten Parteien in dieser Situation ins Rennen und in welchen Konstellationen wollen sie regieren?

 

Das diskutieren der Chefredakteur von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, Joachim Dorfs, und unsere landespolitische Redakteurin Annika Grah in der Veranstaltungsreihe „StZ im Gespräch“ und „Treffpunkt Foyer“ am 28. Januar 2026. Geladen sind Spitzenkandidaten der sechs bei der Landtagswahl aussichtsreichsten Parteien: Bei der Podiumsdiskussion werden CDU-Landeschef Manuel Hagel, Cem Özdemir für die Grünen, die Landeschefs von FDP und SPD, Hans-Ulrich Rülke und Andreas Stoch, sowie die Spitzenkandidatin der Linken Mersedeh Ghazaei und AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier aufeinandertreffen.

Die Ausgangslage

Die wirtschaftliche Lage im Land treibt viele Menschen um. In einer Umfrage der baden-württembergischen Tageszeitungen Mitte Dezember gaben fast 70 Prozent an, die Landesregierung müsse mehr tun, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. Zwar liegt hinter Baden-Württemberg eine lange Phase des Aufschwungs, doch die Hiobsbotschaften vor allem aus der wichtigen Automobilindustrie rissen in den vergangenen Monaten nicht ab. Kein Wunder, dass Fragen rund um den Komplex Wirtschaft wie Bürokratieabbau ganz oben auf den Agenden der Wahlkämpfer stehen.

Die aussichtsreichsten Kandidaten

Nach den letzten Umfragen vom Herbst hält CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel die anderen Parteien noch auf Abstand. Seine Partei lag zuletzt bei gut 30 Prozent – etwa zehn Prozentpunkte vor AfD und Grünen. Der 37-Jährige setzt auf einen klaren Wirtschaftskurs und kann damit punkten, dass ihm in dieser Frage mehr Kompetenz zugemessen wird als dem Grünen Cem Özdemir (60), der das Erbe Kretschmanns verteidigen will, und ebenfalls das Thema Wirtschaft an erster Stelle setzt. Ginge es nach den Beliebtheitswerten und der Frage der Direktwahl, hätte der frühere Bundesminister einfaches Spiel. Doch der Ministerpräsident wird vom Landtag gewählt – und so ist ein Wahlsieg Özdemirs fraglich.

Langsames Herantasten: Inhaltlich sind sich Cem Özdemir und Manuel Hagel in vielen Punkten nahe. Foto: Marijan Murat/dpa

Der AfD-Kandidat

Für den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier (34) gehen die Chancen, überhaupt nach der Wahl in der Landespolitik aktiv mitzumischen, gegen Null. Der Bundestagsabgeordnete tritt nicht für den Landtag an, sondern steht nur als „Ministerpräsidentenkandidat“ zur Verfügung. Allerdings hat die hierzulande vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall beobachtete Partei im Südwesten keine Chance auf eine absolute Mehrheit und keine andere Partei will mit der AfD koalieren.

Die Koalitionsvariationen

SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch (56) und FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke (64) , beide auch Landeschefs ihrer Partei, bringen sich als potenzielle Koalitionspartner in Position. Nach Jahren in der Opposition hoffen beide aufs Mitregieren. Ob und welche Chancen sie tatsächlich haben, dürften die nächsten Umfragen zeigen. Zuletzt reichte es weder für Schwarz-Gelb und nur knapp für eine Deutschlandkoalition aus CDU, SPD und FDP. Die stärkste Mehrheit ergab sich bislang für Grün-Schwarz. Hans-Ulrich Rülke hat sich trotzdem klar positioniert und einer Ampel-Koalition mit Grünen und SPD eine Absage erteilt. Ob sich diese Strategie auszahlt oder er am Ende doch notgedrungen in einer Koalition mit den Grünen landet, wird sich noch zeigen.

Die Außenseiterin

Völlig unbeeindruckt gibt sich bislang die Linke, die gleich mit drei Spitzenkandidatinnen in den Wahlkampf zieht. Auf dem Podium sitzen wird am 28. Januar Mersedeh Ghazaei. Die dann 29-Jährige aus Esslingen setzt sich im Spitzentrio der Linken für Arbeitsmarktpolitik ein. Die jüngsten Umfragen machten der Linken in Baden-Württemberg Hoffnungen, erstmals in den Landtag einzuziehen. Das reicht den Spitzenkandidatinnen auch. Ziel sei es eine soziale Opposition im Landtag zu sein, sagen sie.

Landtagswahl 2026

Termin
Die Veranstaltung mit dem Titel „Landtagswahl 2026“ findet am Mittwoch, den 28. Januar, um 19 Uhr im Look 21 in Stuttgart statt (Türlenstraße 2, 70191 Stuttgart)

Anmeldung
Die Veranstaltung ist leider ausgebucht. Interessierte Leserinnen und Leser können die Diskussion aber per Liveticker verfolgen.

Beteiligung
Sie können den Moderatoren vorab bis zum 26. Januar Fragen schicken. Die Mailadresse dafür lautet: chef@stzn.de.