Die Burgschule ist fest in Haiterbach verankert – so auch mit der Jobmesse, die zuletzt Ende März stattfand. Foto: Thomas Fritsch

Die Stellungnahme von Daniela Steinrode (SPD) zum möglichen Aus der Burgschule Haiterbach löst bei CDU-Fraktionssprecher Julian Däuble Verwunderung aus.

Die Diskussion über ein mögliches Aus der Burgschule Haiterbach als weiterführende Schule wurde durch das Bekanntwerden des Reformpapiers „Neue Sekundarstufe“ ausgelöst. Die Autoren des Papiers kommen zu dem Schluss, dass zwei Standorte im Kreis Calw nicht erhalten werden können. Das sei neben der Burgschule in Haiterbach auch die Werkrealschule in Schömberg.

 

Kernpunkt ist dabei, dass die Schülerzahl zu gering sei. In Haiterbach wird man mit absehbar 16 Schülern im nächsten Schuljahr weiterhin einzügig bleiben. Alles, was unter zweieinhalb oder drei Zügen liegt, ist nach den Autoren zu klein, um Wahlangebote auszubilden. Außerdem würden Fachlehrer fehlen und man müsse Fachräume vorhalten, sagt Albrecht Wacker, einer der Autoren, im Gespräch mit der Redaktion. Wacker ist Schulpädagoge für die Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und Leiter der Abteilung Schulpädagogik.

Das Reformmodell sieht neben dem Gymnasium lediglich eine zweite, zusammengefasste Sekundarstufe vor. Die Haiterbacher Schüler sollen sich demnach künftig nach Nagold orientieren

Als Grundidee im SPD-Programm

Julian Däuble, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion in Haiterbach und stellvertretender CDU‑Kreisvorsitzender, meldet sich jetzt zu Wort – und reagiert damit insbesondere auf eine Stellungnahme von Daniela Steinrode (SPD): „Es ist grotesk, dass eine SPD-Landtagskandidatin ein Papier aus dem SPD-Vorfeld kritisiert. Insbesondere wenn das Modell der ‚Neuen Sekundarschule‘ als Grundidee explizit im SPD‑Landtagswahlprogramm steht.“

Julian Däuble Foto: Günter Klink

Wieso sich Daniela Steinrode als Landtagskandidatin und SPD-Kreisvorsitzende vom eigenen Bildungsprogramm auf diese Weise distanziere, sei ihm rätselhaft, sagt Däuble.

„Hier werden schlicht Nebelkerzen geworfen und es wird Eltern grundlos Angst gemacht, um für sich persönlich Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das ist ein ganz schlechter Stil.“

Däuble: Strukturdebatte steht nicht an

Eine Strukturdebatte in der Schulpolitik stehe seitens der Regierungsfraktionen überhaupt nicht an. Gerne verweise er auf Seite 52 im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen. Hier sei zu lesen: „Wir haben uns darauf verständigt, in dieser Legislatur keine Schulstrukturdebatte zu führen. Wir bekennen uns zu einem Schulsystem mit profilierten Schularten (…). Wir werden alle bestehenden Schularten dabei unterstützen, ihre jeweiligen Stärken weiterzuentwickeln.“

Gemeinderat und Verwaltung in Haiterbach stünden hinter der Burgschule in ihrer jetzigen Form, unterstreicht Däuble. „Als CDU werden wir uns auf allen politischen Ebenen für eine Stärkung einsetzen, sollte eine Strukturdebatte irgendwann anstehen, auch für den Erhalt kämpfen“, bekräftigt der Fraktionssprecher im Haiterbacher Gemeinderat

An diesem Punkt sei man aber nicht. „Man kann Daniela Steinrode nur zurufen: Die Wähler haben entschieden, der Wahlkampf ist vorbei. Den angerichteten Schaden dürfen nun andere beseitigen.“

Wacker: kein „theoretisches Reformmodell“

Auch Autor Wacker hatte sich auf Steinrodes Äußerungen hin bei der Redaktion gemeldet. Er staune über manche Aussage von Steinrode. Das Konzept, das die Autoren vertreten, sei kein „theoretisches Reformmodell“, sondern mit Praktikern in vielen Sitzungen erarbeitet.

Die gemachten Vorschläge seien allesamt begründet. Dabei würden auch keine Schulen wahllos „herausgepickt“ und „perspektivisch geschwächt“.