Nicht nur die Kinder, auch die Vereine sollen nicht alleine gelassen werden, wenn es um Schutzkonzepte gegen Gewalt geht. Foto: © kieferpix - stock.adobe.com/NATHANAEL KIEFER

Nach hitzigen Diskussionen über Schutzkonzepte für Trossinger Vereine und mögliche Konsequenzen für Verweigerer, meldet sich nun die SPD zu Wort.

Die SPD-Fraktion im Trossinger Gemeinderat hat sich in einer ausführlichen Stellungnahme zu ihrem Antrag bezüglich Schutzkonzepten für Vereine geäußert und betont, dass die örtlichen Organisationen bei dieser wichtigen Aufgabe nicht alleingelassen werden dürfen.

 

Im Kern geht es darum, in Vereinen körperliche und psychische Gewalt zu verhindern – im Gremium wurde zum Thema eifrig diskutiert, insbesondere der Gedanke Zuschüsse und Raumvergaben an die Vereine vom Vorliegen eines Schutzkonzeptes abhängig zu machen, bot Zündstoff. Nun ist es der SPD im Nachgang wichtig zu betonen: „Wir wollen unsere örtlichen Vereine, Verbände und Institutionen nicht alleinlassen, wenn es um die Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten für Kinder, Jugendliche und andere Schutzbedürftige geht.“

Mit dem Antrag habe man die Stadtverwaltung beauftragt zu klären, ob die Vereine bereits über entsprechende Konzepte verfügten oder sich in der Erarbeitung befänden, heißt es nun in der Stellungnahme der Sozialdemokraten. „Für uns ist entscheidend, dass alle Beteiligten auf einem gemeinsamen, verbindlichen Standard arbeiten und die Stadt hierbei eine aktiv unterstützende Rolle übernimmt“, erklärt die Fraktion.

Bedeutung der Vereine sei enorm

Man wisse um die wertvolle Arbeit der Vereine, die nicht nur sportliche, musikalische oder soziale Fähigkeiten förderten, sondern auch Werte, Integration und Gemeinschaft vermittelten und würdige das ausdrücklich. Gerade deshalb aber würden sie professionelle Unterstützung bei der Entwicklung fachlich fundierter Schutzkonzepte benötigen.

Ein solches Konzept müsse aus Sicht der SPD zwingend einen verbindlichen Verhaltenskodex, klare Präventions- und Interventionsverfahren, Schulungen für Verantwortliche, die Benennung fester Ansprechpersonen sowie eine Risikoanalyse umfassen. Da die Erarbeitung Zeit und Expertise erfordere, solle die Stadt ein Fachbüro beauftragen, das die Vereine schult, begleitet und berät – auf städtische Kosten.

Nur eine Ultima Ratio

Kritisch äußert sich die SPD-Fraktion zur Aussage von Bürgermeisterin Susanne Irion, wonach die Verantwortung primär bei den Eltern liege. „Natürlich tragen Eltern Verantwortung – aber sie können unmöglich beaufsichtigen, was innerhalb von Vereinen organisatorisch oder strukturell notwendig ist“, heißt es in der Stellungnahme.

Für Vereine, die trotz Unterstützung kein Schutzkonzept entwickeln, müsse es auch Konsequenzen geben, etwa die Streichung städtischer Zuschüsse. Dies sei jedoch nur die „Ultima Ratio“. Man vertraue darauf, dass allen Vereinen der Schutz vor Gewalt ein wichtiges Anliegen sei.

„Schutzkonzepte dienen der Prävention und – im schlimmsten Fall – einer professionellen, schnellen Reaktion. Das Wohl der Schutzbedürftigen muss für uns alle oberste Priorität haben“, betont die SPD-Fraktion abschließend. „Es ist der berechtigte Wunsch der Menschen, von Vereinen und Kommunen zu erwarten, dass sie alles daransetzen, um Schlimmeres zu verhindern“.