Nach dem Topspiel zwischen Hagen und Balingen-Weilstetten gab es von Seiten der Gastgeber aus Hagen Kritik an der Leistung der Schiedsrichter. Foto: Eibner-Pressefoto/Kruczynski

Nach dem Topspiel der 2. Handball-Bundesliga zwischen Hagen und dem HBW Balingen-Weilstetten rückte die Nachberichterstattung der Gastgeber in den Fokus. Der HBW reagiert.

„Es waren ungewohnte Konstellationen, daher war die Schönheit des Handballspiels nicht zu erkennen.“ So äußerte sich Matti Flohr am Freitagabend nach dem knappen 32:30-Auswärtssieg seines HBW Balingen-Weilstetten gegen Eintracht Hagen. Das Topspiel der 2. Handball-Bundesliga wurde von Kampf, Leidenschaft und Wille geprägt, Flohr sprach auf der Pressekonferenz von „purem Kampf auf beiden Seiten“.

 

Man merkte ihm dabei die emotionale Belastung der 60 nervenaufreibenden Minuten an, denn erst ganz zum Schluss schlug das Pendel zu Gunsten der Balinger aus. Warum genau? Das konnten bei der Pressekonferenz weder Flohr noch Pavel Prokopec so ganz genau sagen. „Wenn ich mir die Statistik anschaue, wir haben sieben Paraden mehr im Tor und die gleiche Anzahl an technischen Fehlern. Ich frage mich, wo die Bälle sind. Irgendwas fehlt mir bei der Statistik der HBL“, scherzte Hagens Coach.

Auf den Eintracht-Kanälen in den sozialen Medien sowie im offiziellen Spielbericht auf der Vereinshomepage scheint der Grund für den Balinger Sieg dagegen schnell gefunden: Die Schiedsrichter. „Massiver Schiri-Ärger nach 30:32-Niederlage der Eintracht“, heißt es etwa in Facebook, auf der Homepage legt der Verein nach: Man habe mit zwei Unparteiischen leben gemusst, „die an diesem Abend – ganz, ganz vorsichtig formuliert – nicht ihren allerbesten Tag erwischt hatten“.

Eine Szene kurz vor Schluss erhitzt die Gemüter – doch die Entscheidung ist mehr als vertretbar

Vor allem im Blickpunkt: Die Szene in der 56. Minute, als Hagens Linus Kutz beim Stand von 29:27 für Balingen mit dem Kopf auf Hüfthöhe in die HBW-Abwehrspieler Csaba Leimeter und Tobias Heinzelmann rauschte. Alle drei blieben zunächst liegen – die Schiedsrichter entschieden auf Stürmerfoul und Ballbesitz für die „Gallier“. Eine knifflige Szene, auch bei mehrmaligem Hinsehen. Doch die Entscheidung der beiden Schiedsrichter ist aus objektiven Gesichtspunkten mehr als vertretbar.

Kritik der Hagener lässt sich anhand der Bilder nicht belegen

Auf ihrer Homepage sehen die Hagener das anders. „Dass die Referees nach Gesichtstreffer gegen Linus Kutz auf dem Weg zum 28:29 auf Angreiferfoul entschieden – es passte zu einer regeltechnischen Schwerpunktsetzung, die viel Exklusives mit deutlichem Hang zur Absurdität beinhaltete und sich leider bis zum Ende fortsetzte“, heißt es dort zu dieser Szene. Eine deutliche Kritik an den Schiedsrichtern, die sich nach mehrfacher Ansicht der Fernsehbilder nicht belegen lässt – im Gegenteil.

Die Nachberichterstattung der Hagener entging auch dem HBW nicht, der sich am Montag in den Sozialen Medien äußerten. „Der HBW möchte sich bei den zahlreichen Sportfreunden bedanken, die sich aus dem Raum Hagen für das teilweise sehr exklusive Verhalten des dortigen Hallensprechers sowie die dortige Nachberichterstattung, entschuldigt beziehungsweise Unverständnis gezeigt haben“, schreiben die Balinger. Und weiter: „Das ist Größe und zeigt, dass im Handball doch eine sehr positive Kultur herrscht, die nur in Ausnahmefällen nicht gelebt wird.“

Weder Flohr noch sein Gegenüber erwähnen die Schiedsrichter

Zudem bedankt sich der HBW beim von Hagen heftig kritisierten Schiedsrichtergespann Christopher Hildebrand und Stefan Umbescheidt für deren „Engagement für den Handball“. Abschließend bekräftigen die Balinger in ihrem Statement (Überschrift: „Handball lebt von Zusammenhalt“), „dass wir weder eine Bevorteilung wahrgenommen haben noch eine Verbindung und Vergangenheit mit den beiden Herren haben“.

Übrigens: Weder Flohr noch sein Prokopec erwähnten auf der Pressekonferenz die Schiedsrichterleistung mit einem Wort, sondern äußerten ausschließlich zum Spiel.