Sie stecken hinter 4KAI: Werner Engesser, Salvatore De Felice und Justin und Benjamin Bossert. Ihre Kunstwerke entstehen mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Foto: 4KAI

Diese Frage des ortsbekannten Künstlers Jonas Fehlinger bezüglich einer Reihe von Kunstwerken, die in Villingen-Schwenningen zum Verkauf stehen und mithilfe Künstlicher Intelligenz geschaffen wurden, hat eine Diskussion in der Kunstbranche entfacht.

Welche Rolle Künstliche Intelligenz (KI) bei der Schaffung von Kunstwerken spielen darf und welche Folgen das für die Kunstbranche haben könnte war Gegenstand einer Diskussion – angestoßen von Jonas Fehlinger.

 

Er ist Künstler und Graphic Designer und hatte in den Sozialen Medien vor dem Kauf von Bildern gewarnt, welche mithilfe von KI entstanden waren. Denn dies sei zunächst nicht in den Beschreibungen der Werke mitgeteilt worden, wie er in einem Kommentar unter seinem ursprünglichen Beitrag ausführt. „Das ist nicht in Ordnung. Verbraucher müssen wissen, was sie mit dem Kauf eines solchen Werks unterstützen“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Welche Gefahren bringt die Verwendung von KI mit sich? „Bei genauerem Hinschauen merkt man schnell, dass die Bilder mit KI erstellt worden sind“, sagt Fehlinger. „Die Proportionen stimmen häufig nicht. Das ist aber oft nur für das geschulte Auge erkennbar.“

Mit einem solchen Einsatz von KI, bei welcher meist die Arbeit von Künstlern ungefragt und ohne Entschädigung für das Einspeisen des Programms verwendet wird, sieht er die die Arbeit traditioneller Künstler in Gefahr. „Solche Aufkommen machen die Kunst und das Handwerk schlichtweg kaputt. Wir stecken viel Zeit und Arbeit in unsere Ideen und Werke.“

Jonas Fehlinger ist Künstler und Graphic Designer. Er ist der Meinung, dass solche Aufkommen wie die der Gruppe 4KAI die Kunst und das Handwerk kaputt machen. Foto: Müller

Künstler erlernen das jeweilige Handwerk, machen Studien, erarbeiten sich Ideen, verbringen Jahre damit ihr Handwerk zu perfektionieren und arbeiten hart dafür, so Fehlinger. „Viele kämpfen dabei tagtäglich um ihre Existenz und versuchen von Ihrer Arbeit, ihrem Handwerk und ihrer Leidenschaft zu leben.“ Mit ihrer Arbeit versuchen sie Menschen zu begeistern, der Gesellschaft etwas wertvolles zu geben und die Kultur aufrecht zu erhalten, stellt er fest.

„Da ist es schade und zugleich traurig, dass solche Bilder auf den Markt kommen und Geld dafür ausgegeben wird, dass ein Computer in kurzer Zeit ein schlechtes Bild ausspuckt“, findet er. „Solche Bilder kann jeder mit dem richtigen Programm erstellen.“

Wer steckt hinter 4KAI? Die Gruppe, die sich selbst 4KAI nennt besteht aus Werner Engesser, Salvatore De Felice und Justin und Benjamin Bossert. Die vier Freunde, kamen während eines Männerabends auf die Idee, mithilfe von KI Drucke zu erstellen, wie sie auf Nachfrage unserer Redaktion berichten. Auf lokaler Ebene, nicht als Massenprodukt, wollten sie „etwas mit KI starten“.

Welche Chancen bringt die Verwendung von KI in der Kunst? „Die Verwendung von KI in der Kunst ist eine aufregende und aufstrebende Entwicklung, die es uns ermöglicht, unkonventionelle künstlerische Visionen zu realisieren“, findet die Gruppe. KI ermöglicht eine Verschmelzung von traditionellen und modernen Techniken, die die Kunstwelt bereichert und neue Horizonte eröffnet. „Die Verwendung von KI in der Bearbeitung unserer Bilder ist ein faszinierender Ansatz, um traditionelle Kunst mit modernen Technologien zu verbinden und neue Ausdrucksformen zu schaffen.

Was bedeutet die Verwendung von KI für die traditionelle Kunst? „Wir glauben, dass die traditionelle Kunst immer ihre Berechtigung haben wird“, teilt die Gruppe mit. „KI wird möglicherweise in den kommenden Jahren ein fester Bestandteil sein und könnte der traditionellen Kunst sogar unterstützend zur Seite stehen“, meinen sie weiter.

Ist die Kritik traditioneller Künstler berechtigt? „Wir schätzen die Vielfalt in der Kunst und respektieren unterschiedliche Meinungen“, äußert sich die Gruppe zu der in den Sozialen Medien geäußerten Kritik. „Unsere Absicht ist es, die Kunstwelt zu bereichern und neue Perspektiven zu bieten. Wir sind immer offen für Diskussionen und Feedback.“

Die Vorwürfe von Intransparenz weisen die Mitglieder der Gruppe von sich: „Zunächst ist es ist wichtig zu beachten, dass unser Logo 4Kai – vier Köpfe und die AI (Anm. d. Redaktion Artificial Intelligence) – eindeutig auf die Nutzung von KI hinweist“, teilt die Gruppe mit. „Wir sind stolz auf die Verwendung dieser Technologie in unserer Kunst. Wir glauben, dass dies ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Kunstwelt ist und neue Horizonte eröffnet.“

In Bezug auf die Bedenken hinsichtlich anderer Programme wie Photoshop betont die Gruppe, dass die Grenze zwischen traditioneller und digitaler Kunst immer wieder neu definiert wird. Die Verwendung von Bildbearbeitungssoftware, sei es Photoshop oder KI-Tools, ist ein Werkzeug, das Künstler in verschiedenen Maßen verwenden, um ihre kreativen Visionen umzusetzen. „Wir respektieren und unterstützen die Vielfalt in der Kunst und die Freiheit der Künstler, ihre Techniken und Werkzeuge auszuwählen“, beteuert die Gruppe. „Unser Ziel ist es, die Kunstwelt zu bereichern.“

Die entstandene Diskussion in den Sozialen Medien begrüßen sie: „Der Dialog mit traditionellen Künstlern ist für uns eine Möglichkeit, voneinander zu lernen und die künstlerische Landschaft gemeinsam weiterzuentwickeln.“

Entstehungsprozess – Wie kommt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz?

Die mit Künstlicher Intelligenz (KI) generierten Bilder
basierten anfangs auf echten Modellen, aber mittlerweile habe die Gruppe die Anweisungen an die KI so verbessert, dass sie nicht mehr auf diese Basis angewiesen sind. Die KI sei mittlerweile in der Lage, nahezu alles zu generieren. Die korrekte Formulierung der Anweisungen erfordere jedoch viel Arbeit und Wissen.