Um die Zukunft des Rottweiler Stadtmuseums geht es am Mittwoch. Foto: Speicher

Wie geht es weiter mit dem Rottweiler Stadtmuseum? Ideen gab es viele – und scheiterten am Geld. Nun gibt es neue Gedankenspiele.

Neubau, Altes Spital oder gar das alte Gefängnis? Den Standort für das Stadtmuseum konnten sich Stadt und Stadträte in der Vergangenheit an vielen Orten vorstellen – nur nicht am bisherigen. Das Herder’sche Haus in der Hauptstraße 20 ist seit „Urzeiten“ – wie man in Rottweil so schön sagt – genau genommen aber seit 1884 Stadtmuseum und könnte es jetzt auch bleiben. Darum wird es am Mittwoch im zuständigen Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss gehen.

 

Weil für einen Neubau das Geld und das passende Grundstück fehlen, das Alte Spital ein Hotel wird, es für das Gebäude Schlachthausstraße 1 andere Planungen gibt und das Alte Gefängnis für die Stadt ebenso wenig erschwinglich ist, rückt der Blick wieder auf die Sanierung der Hauptstraße 20. Rolle rückwärts? Nicht ganz. Denn auch dort haben sich die Rahmenbedingungen mittlerweile geändert.

Hemmschuh ist weg

Der große Hemmschuh war in den vergangen Jahren die umfangreiche Waffensammlung des verstorbenen Rottweiler Originals Peter Seemann gewesen. Dieser hatte seine Sammlung der Stadt vermacht – geknüpft an die Bedingungen, dass seine Stücke auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Drei Jahre gab er der Stadt dafür Zeit.

Die Stadt aber hätte dafür aus Platzgründen die an das Museum angrenzenden Gebäude Hauptstraße 22 und Blumengasse 9 vom Erben Seemanns erwerben müssen. Weil die Stadt dem nicht in der gebotenen Zeit nachkommen konnte, veräußerte der Erbe die Sammlung an einen zahlungsfähigen Käufer nach Österreich. Dieser kaufte damit quasi die Stadt frei. Und auch die beiden Gebäude wurden letztlich an Privatpersonen verkauft.

Hinzu kommt die Auslagerung des Depots, die der Gemeinderat im vergangenen Winter beschlossen hat. Diese vereinfacht mögliche Sanierungspläne. In der Sitzungsvorlage heißt es hierzu: „Eine Unterbringung der Kernfunktion Stadtmuseum am aktuellen Standort mit den damit verbunden Anforderungen insbesondere hinsichtlich des Brandschutzes und der Barrierefreiheit“ erscheine somit wieder denkbar.

Neue Machbarkeitsstudie

Was das nun konkret bedeutet: Die Stadtverwaltung möchte das Architekturbüro LRO aus Stuttgart neuerlich beauftragen, eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung des Stadtmuseums zu erstellen.

Das Geld dafür – etwa 17 900 Euro – soll aus den bislang nicht ausgegebenen Kosten für die Depotmiete gedeckt werden. Und dank des Sanierungsgebiets Stadtmitte ist dafür sogar eine Förderung drin, wenn das Museum tatsächlich saniert werden sollte. Es bleibt also spannend.