Zwischen dem Egenhäuser Sportplatz und dem angrenzenden Wohngebiet soll ein Schallschutz-Wall errichtet werden. Foto: Manuel Virág

Die Gemeinde Egenhausen plant neben dem Kunstrasen-Feld ihres Sportplatzes einen Schallschutz-Erdwall zu errichten. Im Gemeinderat wirft das Bauprojekt jedoch kritische Fragen auf.

Der Fußball lebt ja bekanntlich von Emotionen aller Art; von Frust bis Euphorie ist alles dabei. Dabei kann es auf den Rängen auch schonmal etwas lauter werden. Deshalb stellte die Gemeinde Egenhausen nun Pläne für einen Schallschutz-Wall zwischen ihrem Sportplatz und den umliegenden Wohnhäusern vor.

 

In der Vergangenheit habe es nämlich immer häufiger Beschwerden von Seiten der Anwohner gegeben, die in dem Wohngebiet angrenzend an den Kunstrasen-Platz leben, berichtet Egenhausens Bürgermeister Sven Holder. An Spieltagen sei es dort einigen viel zu laut.

Das ist bisher der Plan

In der jüngsten Gemeinderatssitzung legte der beauftragte Architekt Friedrich Großmann seinen ersten Entwurf vor.

Um die Nachbarn vor dem Sportplatz-Lärm zu schützen, soll laut Plan ein etwa 118 Meter langer und 3,50 Meter hoher Schallschutz-Wall aus Erde zwischen Sportgelände und Wohngebiet hochgezogen werden.

In der Breite soll der Wall bei neun Metern liegen, der Abstand zwischen dem Wall und den Wohnhäusern variiere stellenweise zwischen zwölf und 34 Meter. Damit der Erdhügel besser ins Landschaftsbild passt, soll dieser später begrünt werden.

In den ersten Entwürfen vom Architekt Friedrich Großmann bekam der Gemeinderat einen Überblick in den geplanten Verlauf des rund 180 Meter langen Erdwalls. Foto: Manuel Virág

Welche Kriterien der Schallschutz-Wall genau genau erfüllen muss, das klären Großmann und die Gemeinde noch mit den zuständigen Fachbehörden ab. Diese werden unter anderem anhand der vorgelegten Lärmprognose entschieden.

Bisheriger Plan sorgt für Skepsis

Großmanns Entwurf der neuen Schallschutz-Lösung konnte bei seiner ersten Vorstellung noch nicht jeden überzeugen. Besonders über die Längenmaße des Walls wurde diskutiert.

Unter anderem befürchtete Ratsmitglied Florian David, dass der Wall die Flutlichtmasten für technische Arbeiten unzugänglich machen könnte und die Sicht auf die Landschaft versperrt werde.

Außerdem befürchtete er, dass Fans den Wall als Tribüne missbrauchen könnten, um eine bessere Sicht auf das Spielgeschehen zu bekommen. Dadurch wäre das Lärmproblem weiter präsent.

Stefan Mast stellte die Notwendigkeit des Erdwalls sogar komplett in Frage. Schließlich habe die letzte Lärmschutz-Prüfung ergeben, dass an der Stelle gesetzlich keine Schallschutz-Maßnahmen nötig wären.

Der Nachbarschaftsfrieden soll zurückkehren

Architekt Großmann hielt dagegen: Der Abstand zu den Flutlichtern müsse mindestens einen Meter betragen, ein Durchgang wäre also weiterhin möglich. Das Aussichtsthema sah er ebenfalls nicht so eng.

Hier soll der 3,50 Meter hohe und rund neun Meter breite Erdwall entstehen. Foto: Manuel Virág

Es habe schon bei einigen vorherigen Bauprojekten Bedenken in Bezug auf die Aussicht auf die Landschaft gegeben, bisher seien deswegen aber noch nie weniger Menschen nach Egenhausen gekommen.

Außerdem könne man den Hang noch steiler anlegen, so dass niemand ihn fälschlicherweise als Tribüne nutzt.

Der Hügel werde keine „VIP“-Lounge für die FC Egenhausen-Fans, witzelte Holder in der Sitzung. Ihm sei vor allem wichtig, dass in der Nachbarschaft wieder Frieden einkehre. Der Schallschutz-Wall sei rechtlich nicht erforderlich, und über die Optik könne man auch streiten.

Trotzdem sah Holder das Bauprojekt als wichtig für die Bedürfnisse der Nachbarschaft an. Der Gemeinderat stimmte dem vorgelegten Bauantrag mit zwei Enthaltungen zu.