Der Gemeinderat diskutiert die Unterbringung einer Postfiliale im südwestlichen Bereich des Untergeschosses der gemeindeeigenen Turnhalle kontrovers. Foto: Rainer Bombardi

Für eine hitzige Diskussion zwischen den Dauchinger Gemeinderäten sorgte der potenzielle Standort einer Postfiliale im Untergeschoss der Festhalle. Der Standort soll eine Interimslösung sein.

Reichlich Zündstoff verbarg sich hinter dem Verwaltungsvorschlag den südwestlichen Bereich im Untergeschoss der Festhalle auf drei Jahre befristet zum Betrieb einer Postfiliale bereit zu stellen.

 

Für die Fraktion der Unabhängigen Bürger war dieser Vorschlag inakzeptabel. Die Mehrheit für den Beschlussvorschlag fiel mit sechs zu vier Stimmen bei einer Enthaltung relativ knapp aus.

Chancenlos war Andreas Lorenz (Unabhängige Bürger) mit seinem Antrag das Büro der Integrationsbeauftragten im Farrenstall beispielsweise ins Rathaus zu verlegen und dieses als Postfiliale zu nutzen. Bürgermeister Dorn erklärte den Beschlussvorschlag der Verwaltung als weitreichenderen Antrag und verzichtete drauf, über den Antrag der Unabhängigen Bürger abstimmen zu lassen.

Im Vorfeld skizzierte Wirtschaftsförderer Wolfgang Müller vom Steinbeis-Beratungszentrum Existenzgründung die bislang erfolglos verlaufenden Bemühungen auf der Suche nach einer Postfiliale. Müller signalisierte die Hoffnung nicht aufzugeben, dass sich in Verbindung mit dem vorhandenen Interesse an einer Wiederbelebung der innerörtlichen Leerstände eine Postfiliale in eines der Gebäude integrieren lässt. Gespräche mit Interessenten sind aktuell am Laufen.

Leerstände verhindern

Die Post im Untergeschoss der Festhalle unterzubringen sei eine Interimslösung für deren Betrieb noch Personen gesucht werden. Diesen stellte Müller eine 70-prozentige Förderung in Aussicht, die mit der Verhinderung von Leerständen begründet. „Es ist keine Postförderung“, schlug Müller aus Gründen der Rentabilität für den Betreiber vor, die Filiale auf alle Fälle mit einem Angebot wie Toto Lotto oder Verkauf von einheimischen Produkten zu ergänzen.

Bürgermeister Toben Dorn unterstrich, dass die Verwaltung die Zukunft der Post nicht im Untergeschoss der Festhalle, sondern an einem öffentlichen Platz wie der neuen Dorfmitte sieht. Bürgermeisterstellvertreterin Sandra Fischer bezeichnete eine Postfiliale als richtig und wichtig für eine Gemeinde. Der Standort in der Festhalle sei kritisch zu betrachten und es müsse recht schnell eine innerörtliche Alternative gefunden werden fügte sie hinzu. Indes lobte sie die Anstrengungen hinsichtlich einer Standortsuche, die prinzipiell nicht zu den originären Aufgaben einer Gemeindeverwaltung gehört.

Und der Technikraum?

Für den Fraktionsvorsitzenden Günther Haffa (Unabhängige Bürger) war es unerklärlich, weshalb die vom Gemeinderat im vergangenen Oktober beschlossene Verlegung des Technikraums der Schule zu Gunsten einer Postfiliale weichen soll. Er erfuhr, dass Technik nicht mehr im Lehrplan steht. „Der Erhalt des Technikraums ist auch in meinem Interesse. Wir sollten aber aufgrund des Zeitdrucks den Versuch wagen und die Postfiliale maximal für den befristeten Zeitraum in der Festhalle ermöglichen.“

CDU-Fraktionssprecher Mathias Schleicher wies darauf hin, dass ihm in diesem Kontext auch eine mögliche Förderung als wesentlich erscheint. Andreas Lorenz störte sich daran, dass beim Betrieb einer Postfiliale auf eine 70-prozentige Bezuschussung der Mieten gesetzt wird. „Wo bleibt das unternehmerische Risiko“, bat er Gespräche mit Interessenten nicht davon abhängig zu machen.

Zusätzlicher Verkehr

Frank Merten (Unabhängige Bürger) bezeichnete das mit einer Postfiliale verbundene Verkehrsaufkommen als ein zusätzliches Hindernis für den Schulbetrieb. „Wir benötigen eine Post, das Untergeschoss halte ich allerdings für ungeeignet. Der Schulalltag und das Vereinsleben könnten dadurch gestört werden“, plädierte Günter Klotz (Unabhängige Bürger) dafür alternative Standorte zu suchen. „Wir sind mit dem heutigen Beschluss in einer besseren Verhandlungsposition“, fasste Bürgermeister Dorn in Bezug auf die auf maximal drei Jahre limitierte Unterbringung einer Postfiliale in der Turnhalle zusammen.