Eine Großbäckerei möchte eine Filiale mit Außen-Bewirtschaftung eröffnen. (Symbolfoto) Foto: dpa

Die 6. Änderung des Bebauungsplanes "Hahner III" in Horb-Bildechingen sorgte im Ortschaftsrat für heftige Diskussionen. Denn dort will eine Großbäckerei eine Filiale hinstellen.

Horb-Bildechingen - Im Grunde genommen handelt es sich bei dieser Planänderung um eine Kleinigkeit. Das bestehende Wiesengrundstück (im Fachjargon: Verkehrsgrünfläche) gegenüber der Tennishalle – das bislang zum Teil als Aufstellungsort für große Plakataktionen genutzt wurde, da das Grundstück recht prominent an der B 28 liegt – soll in eine Gewerbefläche umgewidmet werden. Eine Großbäckerei hat das Grundstück gekauft und möchte dort eine Filiale mit Außen-Bewirtschaftung eröffnen. "Das kann man sich etwa wie die Filiale der Bäckerei Ziegler in der Nähe vom Kaufland vorstellen", beschrieb Ortsvorsteher Ulrich Beuter dieses Vorhaben, für das noch keine Baupläne vorliegen.

"Das betroffene Änderungsgebiet des Bebauungsplanes ›Hahner III‹ bietet sich aufgrund der geografischen Lage für die Realisierung eines Freestanders (eines einzelnen, freistehendes Gebäudes) optimal an. Durch die Errichtung eines Freestanders kann das Gastronomieangebot sowie der Verkauf von Lebensmitteln auf dem Hohenberg ergänzt werden", schreibt die Stadtverwaltung zu diesem Vorhaben. Das sah Ortschaftsrat Michael Laschinger etwas anders. "Wie viele Bäckereien, die sich gegenseitig Konkurrenz machen, will man dort denn noch ansiedeln", fragte er. Das sei freie Marktwirtschaft, konterte Beuter, der ergänzte: "Und wenn 15 neue Malergeschäfte in der Robert-Bosch-Straße aufmachen, dann muss mir das auch egal sein – das hat mit dem Planänderungsverfahren nichts zu tun."

Problem mit Trassenführung am Hochbrückenanschluss?

Einen wichtigen Aspekt brachte Ortschaftsrat Uwe Rebmann in die Diskussion ein, der seiner Meinung nach gegen eine Zustimmung zu dem Vorhaben spricht. Dies sei die bislang unbekannte Trassenführung, die spätesten dann, wenn die Hochbrücke steht, zu einem Problem werden könnte. "Wir sollten diese zukünftige Trasse nicht auch noch mit weiteren Betrieben zupflastern. Wir werfen hier eine Nebelbombe in Bezug auf die zukünftige Verkehrsführung." Als alternativen Standort für die neue Bäckerei-Filiale schlug er das nur einen Steinwurf weit entfernte und inzwischen leerstehende ATU-Gebäude vor. "Das hat der Großbäcker abgelehnt", wusste Beuter, der erfahren hatte, dass man schon längere Zeit mit diesem Investor verhandelt, der auf den nun vorgesehenen Standort pocht. Rat Andreas Hesse konnte das nicht verstehen. "Da wird mit aller Gewalt etwas verändert und im ›Rauen Grund‹ liegen Bauplätze brach", schimpfte er.

Stadträtin Kristina Sauter fragte nochmals wegen der Trassenführung (Mitbenutzer-Trasse) nach, und Beuter erklärte, dass die Stadtverwaltung mit dem Regierungspräsidium die Verkehrsführung samt Bebauungsplan abgestimmt habe und dass Oberbürgermeister Rosenberger samt Bauamtsleiter Peter Klein in zwei Wochen zu einer nichtöffentlichen Sitzung vorbeikommen, und sich ausführlich zu diesem Thema äußern würden. Sauter stellte sich dann auf die Seite der Investoren. "Ich finde es gut, dass dieser Raum nun für eine infrastrukturelle Maßnahme genutzt wird und fände es schade, wenn der Ortschaftsrat diesen Antrag ablehnen würde." Rebmann konnte nicht glauben, was er aus dem Mund der Grünen-Abgeordneten gehört hat. "Ich glaube, dass Sie relativ schnell ihre rosarote Brille absetzen werden", sagte er in Richtung Sauter und ergänzte, dass auch er für Infrastruktur sei, nur nicht überall und um jeden Preis. Themen wie mehr Müll oder Lichtverschmutzung wurden zwar angesprochen, führten jedoch zu keinem greifbaren Ergebnis.

In der Abstimmung zur Beschlussvorlage an den Gemeinderat einigte man sich mit vier Nein-Stimmen, sechs Ja-Stimmen und einer Enthaltung darüber, dass man der Bebauungsplanänderung im beschleunigten Verfahren zustimmt, dass die Bebauungsplanänderung durchgeführt werden soll und dass man die Pläne dazu öffentlich auslegt.

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