Die Musiker aus Bierlingen und Börstingen eröffnen gemeinsam das Starzachfest. (Archivfoto) Foto: Steinmetz

Beim diesjährigen Starzachfest in Sulzau wird auf ein Feuerwerk verzichtet. Doch das ist nicht die einzige Änderung.

Überhaupt steht die Veranstaltung, die vom 24. bis 26. Juli stattfinden soll, auf der Kippe. Der Gemeinderat legte jetzt das Budget fest. Dabei ist auch über den Standort der Veranstaltung diskutiert worden. Bürgermeister Thomas Noé teilte mit, dass aus Bierlingen der Einwand kam, dass das bisherige Konzept auf dem vorgesehenen Platz nicht gut sei. Dieser sei uneben. Besser wäre es, Richtung Neckar, in die Nähe des Bolzplatzes, zu rücken. Noé hat jedoch Bedenken, das sei Überschwemmungsgebiet. Bei starkem Regen würde es hier zudem matschig sein. In einem solchen Fall würde niemand auf diese Wiese gehen wollen. Im Hinblick auf Hochwasser glaubt Noé auch nicht, ob der Bereich für einen Festplatz genehmigungsfähig ist.

 

Die Verwaltung sah für die Planung und Organisation des Starzachfestes einen Betrag von 40.000 Euro vor. Diese Ausgaben wollte der Gemeinderat senken. Bei der Streichung des Feuerwerks waren sich alle einig – bis auf Bürgermeister Noé, der dagegen stimmte. Gemeinderat Manuel Faiß enthielt sich. Das bringt eine Einsparung von 3000 Euro.

Holzhackschnitzel?

Dann ging es um Holzhackschnitzel, mit denen der bisherige Festplatz ausgelegt werden müsste. Eigentümer und Bewirtschafter würden diesen wieder bereitstellen, wie Noé auf Anfrage von Gemeinderätin Monika Honegg mitteilte. Für die erforderlichen Holzhackschnitzel müsste jedoch ein Betrag von 15.000 Euro aufgebracht werden. Dieter Wagner brachte als Alternative ein „Straßenfest“ ins Spiel. In dem Fall könnte man auf Holzhackschnitzel verzichten. Ein Straßenfest, sagte Noé, hätten die Vereine abgelehnt. Sie wollten größere Zelte aufstellen und damit auch mehr Umsatz erzielen wollen. Noé: „Auf dieser Basis haben wir geplant.“

Enge Straßen in Sulzau

„Wir müssen sparen“, beharrte Burkhard von Ow-Wachendorf darauf, keine 15.000 Euro für Holzhackschnitzel auszugeben. Er erinnerte daran, dass in Sulzau vor 21 Jahren ein Straßenfest funktioniert habe. Er sah nur die Möglichkeit, das Starzachfest als Straßenfest zu veranstalten. Sonst könne es in Sulzau nicht stattfinden. Beschlossen wurde, wiederum bei einer Gegenstimme von Noé, auf Hackschnitzel zu verzichten. So konnte das Budget auf 22.000 Euro reduziert werden. Damit war auch klar, dass ein Straßenfest stattfinden soll. Ob eine innerörtliche Veranstaltung des Starzachfestes jedoch verkehrsrechtlich machbar ist, muss noch geprüft werden. Hauptamtsleiterin Jacqueline Hechler wies auf die engen Straßen in Sulzau hin. Man brauche für Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen eine Durchfahrtsbreite von drei Metern.

Die Zeit ist knapp

Die Anforderungen würden immer strenger, sagte Noé dazu. Er sehe große Schwierigkeiten, das Starzachfest in den nächsten Wochen rechtlich zu klären. Dieter Wagner äußerte sich ähnlich wie von Ow: „Wenn wir es nicht schaffen, das Starzachfest als Straßenfest zu veranstalten, dann müssen wir sagen, wir finden keinen geeigneten Platz in Sulzau.“ Könne in einen anderen Starzacher Ortsteil ausgewichen werden?, wollte Burkhard von Ow wissen.

Bürgermeister Noé schloss das aus. „Mir rennt die Zeit davon“, meinte er. Er kündigte an, bei der April-Sitzung über den aktuellen Stand und die Ergebnisse zu berichten. Seine Einschätzung sei, dass das Starzachfest ausfalle.

Sabine Nowak fragte, ob bei der Vereinsgemeinschaft die Bereitschaft da sei, sich etwa an den Kosten für die Hackschnitzel zu beteiligen. Noé glaubt das nicht: Für viele Vereine sei das Starzachfest eine Bürde. Er habe das Gefühl, dass ein Großteil von ihnen wenig Verantwortung für die Gesamtgemeinde tragen wolle. Dieter Wagner berichtete, dass nach Aussagen der Vereine der Ertrag beim Starzachfest nicht geringer werden dürfe. Der Aufwand dazu stehe in keinem Verhältnis.

Nur noch 22.000 Euro

Für den Haushaltsplan werden für die Veranstaltung des Starzachfestes statt 40.000 Euro jetzt nur noch 22.000 Euro eingestellt. Dieser Beschluss wurde bei einer Neinstimme von Noé und einer Enthaltung von Manuel Faiß gefasst. Als zweiter Punkt wurde, diesmal bei einer Gegenstimme von Andreas Lohmiller, und zwei Enthaltungen von Noé und Faiß, beschlossen, dass das Starzachfest in Form eines Straßenfests ausgerichtet wird. Dabei solle der Überschwemmungsbereich beim Neckar nicht genutzt werden. Eine Tombola ist geplant und bereits im Budget enthalten.