Ein durchgerostetes Löschfahrzeug der Rottweiler Feuerwehr setzt den Gemeinderat unter Druck. Ein Ersatz muss her, doch die Kosten sind immens.
Wo kommt denn das Problem plötzlich her? Das fragte sich in der Sitzung des Rottweiler Gemeinderats am Mittwochabend so mancher Rat, als es darum ging, grünes Licht für die Bestellung eines neuen Einsatzfahrzeugs für die Rottweiler Feuerwehr zu geben. Denn eigentlich hatte der Gemeinderat erst im November 2025 über den Ersatz eines MLF – eines Mittleren Löschfahrzeugs – beraten, dessen Kosten für Irritation gesorgt hatten.
Später als geplant hatte Stadtbrandmeister Frank Müller am Mittwochabend berichten können, warum nun auch ein neues Löschfahrzeug für die Rottweiler Wehr benötigt wird. Ein Feuerwehreinsatz am Bahnhof hatte ihn aufgehalten.
Das Löschfahrzeug, um das es geht, ist Baujahr 2001 und sei mittlerweile durchgerostet. Problematisch sei, dass der TÜV erhebliche Bedenken gegen den Weiterbetrieb des Fahrzeugs angemeldet habe, so Müller. Heißt: Ein Ersatz muss her und sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden.
800 000 Euro – und die Zeit drängt
Die Zeit drängt auch deshalb, weil eine Sammelbestellung durch das Land erhöhte Zuschüsse möglich macht, die Bestellung dann aber bis Anfang Februar abgeschlossen sein muss. Der neue Feuerwehrbedarfsplan, in dem ersichtlich wird, welche Investitionen in die Feuerwehr bis 2033 nötig sein werden, kommt den Räten allerdings frühestens am 15. Februar in nicht öffentlicher Sitzung auf den Tisch. Da tat sich mancher Rat also schwer, einfach so 800 000 Euro für ein neues Löschfahrzeug, das 2029 dann geliefert werden soll, im Haushalt 2026 freizugeben.
Verständlich, schließlich hatte man sich in etlichen Haushaltsstrukturkommissionsrunden ein hehres Sparziel auferlegt – und nun kommt ein solcher Batzen auf den Tisch.
Karrais fordert Aufklärung
Daniel Karrais (FDP) forderte Aufklärung und wies darauf hin, dass im Hinblick auf den Operationsplan Deutschland noch weitere Investitionen hinsichtlich Zivilschutz und Infrastruktur auf Rottweil zukommen könnten. Der Stadtbrandmeister erläuterte, dass man im Schnitt von einer 30-jährigen Betriebsdauer der Fahrzeuge ausgehen könne. Nun aber sei das betroffene Löschfahrzeug durch starke Korrosion beschädigt. Und man müsse – soll das Fahrzeug bis 2029 geliefert werden – drei Jahre vorher bereits die Zuwendung beantragen.
Hans-Peter Alf (CDU) tat sich schwer mit einer Entscheidung. „ Ich kann erst abstimmen, wenn er den gesamten Bedarf sehe“, sagte er und bat um eine Vertagung.
Sperrvermerk als Kompromiss
In Anbetracht der engen Zeitkorsetts machte Ruf schließlich den Vorschlag, den Ersatz des Löschfahrzeugs im neuen Haushaltsplan mit einem Sperrvermerk zu versehen, bis der Feuerwehrbedarfsplan fertig sei und den Räten zur Entscheidung ausgehändigt werden kann. „Dann können wir weiterschaffen“, so Ruf.
Frank Müller nickte und verließ daraufhin wieder den Ratsaal in Richtung Einsatz. Der Gemeinderat stimmte Rufs Vorschlag einstimmig zu.