Das geplante Wohnprojekt war Thema der zweiten Tour mit Steinachs Bürgermeister Benedikt Eisele. Das Vorhaben stößt nicht überall auf Zustimmung.
Beim zweiten Ortsrundgang in Steinach beteiligten sich gut 40 Teilnehmer. Beim Gärtner-Areal wurde das dort geplante Wohnprojekt thematisiert – und es gab reichlich Diskussionsstoff.
Bürgermeister Benedikt Eisele berichtete zunächst von einem spontanen Gespräch mit 25 Teilnehmern nach der ersten Projektvorstellung durch Vertreter der Orbau im Gemeinderat. „Dieses Gebiet soll nicht das Einzige sein, das in den Blick genommen wird“, betonte er. Bis zum Sommer hoffe er, über weitere Möglichkeiten informieren zu können. Allerdings sei auch Bewegung in den Wohnungsmarkt gekommen, es werde wieder inseriert.
Für das Gärtner-Areal werde entgegen der ursprünglichen Überlegung nun ein regulärer Bebauungsplan aufgestellt, um sich eine gewisse Flexibilität zu behalten. „Beim bauhabenbezogenen Bebauungsplan wird alles festgeschrieben“, verdeutlichte er. Ziel sei es, den Senioren so lange wie möglich selbstständiges Wohnen in Steinach zu ermöglichen. Vor der Gemeinderatssitzung am 22. Juni werde es auf jeden Fall noch einmal ein Gespräch mit den Anwohnern und Planern geben, versprach Eisele.
Flexibilität gewünscht
Eine direkte Anwohnerin ärgerte sich: „Wir mussten uns damals an strenge Regeln halten. Jetzt kommt ein Investor und der darf alles. Was da kommt, hat nichts mit Senioren zu tun. Wir wollen alle, dass etwas kommt – aber wir wollen ein Pflegeheim.“ Eisele verwies auf das Bebauungsplanverfahren und die Möglichkeit des Einspruchs. Dieser werde seitens der Ämter geprüft. „Jetzt geht es erst einmal darum, Grundlagen zu schaffen, dass etwas entwickelt werden kann“, betonte er. „Das Baugebiet wird total verdichtet, mit etwas, das überhaupt nicht hierher passt“, ärgerte sich die Anwohnerin weiter.
Ausmaße sorgen bei einigen für Kritik
Eisele sei schon klar, dass viergeschossig hoch sei, doch eine Dreigeschossigkeit wirke sich letztendlich auf den Preis aus. „Wir rollen nicht den roten Teppich aus, aber es findet sich im Moment kaum jemand, der bauen will“, erklärte er und zeigte Verständnis für jede Bedenken und Einwände. Weitere Anwohner ärgerten sich über die geplante Höhe und das Ausmaß des Projekts.
Nach mehr als einer halben Stunde wurde der Rundgang in Richtung Prinzbacher Straße fortgesetzt, um den Verkehr in Richtung Gewerbegebiet zu diskutieren. Anschließend ging es zurück in die Dorfmitte, wo das Korbladenareal erneut zur Diskussion stand.
Dass die Scheune unverändert stehen bleiben soll, darüber waren sich viele der Teilnehmer einig, wie im Nachgang des Rundgangs mitgeteilt wurde. Bürgermeister Benedikt Eisele wies auf den Salpeter hin, der sich nach Angaben eines Teilnehmers jedoch in jedem landwirtschaftlich genutzten Gebäude finde. Außerdem sei die Substanz des 200 Jahre alten Gebäudes insgesamt solide.
„Die Scheune ist das letzte erhalten gebliebene große landwirtschaftliche Gebäude im Ortskern, dies gilt es für die nächste Generation zu erhalten“, werden Teilnehmer des Historischen Vereins zitiert. Das Ökonomiegebäude sei in Kombination mit dem Schwarzen Adler ortsbildprägend.
Bedeutung für die Hexen
Für die Kreuzbühler Felsenhexen bedeute der ehemalige Korbladen Vereinsheim und Lager gleichermaßen. Eine Alternative für ein Vereinsheim gebe es derzeit nicht. Außerdem könne die 500 Quadratmeter große Scheune auch für weitere Vereine und die Gemeinde während des Hallenneubaus Stauraum bieten. Auch die angespannte Haushaltslage spreche für den weiteren Dornröschenschlaf des Gebäudes.