Schweres Gerät ist auf der Baustelle für den Netto-Markt an der Wilhelm-Kraut-Straße im Einsatz. Foto: Silke Thiercy

Zwei neue Filialen will der Discounter Netto im Stadtgebiet eröffnen. Auf den Baustellen geht es voran. Auch Lidl plant einen neuen Markt. Doch auf dem Rehfuß-Areal tut sich nichts.

Jahrelange Planungen und teils hitzige Diskussionen im Gemeinderat sind dem Spatenstich für die beiden Netto-Filialen in Weilstetten Am Grauenstein und in Balingen an der Wilhelm-Kraut-Straße voran gegangen. Nun sind die Bagger und Kräne auch in der Kernstadt angerückt, nachdem in Weilstetten schon der Einzugstermin nahe rückt.

 

Der Rohbau ist fast fertig

Am Grauenstein-Markt sind die Rohbauarbeiten weitestgehend fertig gestellt, wie Thomas Güntert vom Bauherr, der Volksbank Hohenzollern-Balingen, mitteilt. Es seien noch Bauteile auszuschalen und die Baustelle müsse vollend geräumt werden. „Derzeit werden die Außen- und Innenwände erstellt“, erklärt Güntert. „Teile der Decken über dem Wohngeschoss sind bereits verlegt.“ Versorgt wird das Gebäude mit Fernwärme, die Leitungen liegen. Eröffnen soll der Netto-Markt voraussichtlich im zweiten Quartal 2025.

Der Markt soll im November 2025 eröffnen

Jüngeren Datums ist die Netto-Baustelle in der Wilhelm-Kraut-Straße. „Derzeit werden die Fundamente gegraben, armiert und betoniert“, so Güntert. Parallel dazu werden Entwässerungsarbeiten durchgeführt. Einkaufen können soll man in diesem Markt voraussichtlich ab November 2025. Die geplanten Büros sollen zum Jahresende 2025 fertiggestellt sein, die Wohnungen Anfang 2026.

Und die Baukosten? Dazu meint Güntert: „Zu den Baukosten können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben gemacht werden, da noch längst nicht alle Gewerke ausgeschrieben und vergeben sind. Wir sind jedoch zuversichtlich, die geplanten Baukosten Stand heute einzuhalten.“

Genehmigung war eine „freundliche Erpressung“

Für den Balinger Gemeinderat bedeutete der Bauantrag für die Netto-Märkte teils lange Diskussionen. Im Mai 2020 sprach sich das damalige Gremium gegen die Filialen aus, da sie nicht mit dem Marktgutachten kompatibel schienen.

Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde dem Antrag der Volksbank im Herbst 2020 schließlich zugestimmt – damals quasi mit einer „freundlichen Erpressung“: Der Markt in Weilstetten war für den Bauherr an jenen in Balingen gekoppelt. Die Volksbank wollte das lange brach liegende Areal in Balingen bebauen, die Stadtverwaltung wollte einen Nahversorger für Weilstetten.

Das sagt Lidl zum geplanten Neubau

Bislang nichts tut sich scheinbar auf dem ehemaligen Rehfuß-Gelände in der Stingstraße in Balingen. Auf dem Areal der Werkzeugbaufirma will Lidl eine zweite Filiale errichten, eine betreibt das Unternehmen bereits in Bahnhofsnähe.

Im April beantwortete das Unternehmen unsere Anfrage so: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aktuell keine konkreten Angaben zum Standort machen können, da wir uns noch in der Planungsphase befinden.“ Auf die erneute Nachfrage unterer Redaktion schreibt eine Unternehmenssprecherin: „Wir möchten auf unsere Antwort vom 25. April verweisen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir als Mieter weiterhin keine Angaben zu dem Standort machen können.“