Der Bundesligist 1. FC Heidenheim möchte 2026/27 mit einer neuen U21-Mannschaft direkt in die Verbandsliga Württemberg einsteigen. Foto: Harry Langer/dpa

Der 1. FC Heidenheim plant, 2026 mit einer neuen U21 direkt in die Verbandsliga einzusteigen. Wir haben beim FC Holzhausen nachgefragt, was sie davon halten.

„Personelle Veränderungen im Hartmann NLZ“. Die Pressemeldung des 1.  FC Heidenheim klingt harmlos, Teile ihres Inhalts haben aber Auswirkungen auf den württembergischen Amateurfußball. Denn neben neuen Trainern im Nachwuchsleistungszentrum verkündet der württembergische Bundesligist die Einführung einer U21, die es bisher nicht gab.

 

„Zur Spielzeit 2026/27 soll der Leistungsbereich durch die neue FCH U21 ergänzt werden und damit in der Verbandsliga antreten. Die organisatorischen Voraussetzungen werden bereits dafür vorbereitet“, schreibt der Bundesligist.

Die neue Mannschaft soll also zahlreiche Ligen überspringen und direkt in der Verbandsliga Württemberg einsteigen. Das sei „kein üblicher Vorgang“ und „nicht der Regelfall“, sagte Heiner Baumeister, Pressesprecher beim Württembergischen Fußballverband (WFV) auf Nachfrage unserer Redaktion am Freitag.

Nur wenig Vereine können so einen Antrag stellen

„Formal wurde noch kein Antrag gestellt, aber es laufen Gespräche“, sagte er weiter. Aber: Lizenzvereine, also Proficlubs, und Vereine mit lizenziertem Nachwuchsleistungszentrum können einen solchen Antrag an den Verband stellen – die Entscheidung trifft am Ende der WFV-Vorstand.

Der KSC hat ähnliches gemacht

„In anderen Landesverbänden gibt es Beispiele, in denen in solchen Fällen positiv entschieden wurde“, sagt Baumeister. Eines davon ist die U23 des Zweitligisten Karlsruher SC, die seit dieser Spielzeit in der Verbandsliga Baden an den Start geht.

Zuvor musste der Verein Unterlagen beim Badischen Fußballverband (BFV) Unterlagen einreichen, im November 2023 gab der BFV die Zustimmung. Als kurzfristiges Ziel nannten die Karlsruher den Aufstieg in die Oberliga, langfristig soll es die Regionalliga werden.

FC Holzhausen könnte in der Relegation auf Karlsruhe treffen

Derzeit liegt die KSC-Reserve einen Punkt hinter Bruchsal auf Rang zwei, am 25. Mai kommt es in Karlsruhe zum Showdown um Meisterschaft und Aufstieg.

Dieses Spiel wird man auch beim FC Holzhausen genau beobachten, schließlich spielt dort ein potenzieller Gegner in der Relegation um den Oberliga-Aufstieg. Gleichzeitig ist auch die neue Heidenheimer U21 – sofern denn ihr Einstieg in die Verbandsliga genehmigt wird – ein möglicher Konkurrent in der Zukunft. Denn es ist davon auszugehen, dass die Heidenheimer – ähnlich wie der KSC – schnell in die Oberliga wollen.

Heidenheimer U21 würde wohl oben mitspielen

Wie bewertet man den Plan der Heidenheimer beim FC Holzhausen, der in der Verbandsliga ebenfalls um die oberen Plätze mitspielt und gerne hoch will? „Erfreut ist man darüber nie, als normaler Verein muss man sich hocharbeiten“, sagt der neue Sportliche Leiter Rainer Huss, der offiziell erst zur neuen Saison im Amt ist.

Das sagt der FC Holzhausen zu Heidenheims Plänen

Er sieht den Plan kritisch: „Leidtragende sind andere Vereine.“ Denn: Läuft es normal, dürfte die Heidenheimer U21 um den Aufstieg mitspielen. Zudem könnte auch die Abstiegsregelung durch ein neues Team beeinflusst werden, wenn dann auch eine Mannschaft mehr absteigen muss.

„Eigentlich dürfte man es nicht zulassen“, findet daher Huss – auch wenn er weiß, dass man eher wenig Handhabe habe. Der Funktionär sieht es daher pragmatisch. „Dann müssen wir’s sportlich regeln.“ Vielleicht ja sogar schon durch den Aufstieg, bevor die Heidenheimer in die Verbandsliga kommen? „Der Liga zu entfliehen, das wäre die Königslösung“, sagt Huss.