„Die Biene muss zwei Felder nach vorne, sich einmal drehen, dann dreimal vor und sich noch einmal drehen“, nennt Janis Winterhalder (links) ein praktisches Beispiel, wie Programmieren aussehen kann. Foto: Schneider

Wie die Digitalisierung voranschreitet und die Schulen sich darauf einstellen, konnten die Stadträte an der Lina-Hähnle-Realschule in Sulz erleben.

„Es ist wichtig, einen Stift in der Hand zu halten und mit dem Geodreieck umzugehen“, erklärt Jörg Springmann den Stadträten des Verwaltungsausschusses. Denn schließlich seien die Prüfungen in der zehnten Jahrgangsstufe noch klassisch mit Kugelschreiber oder Bleistift zu lösen, ruft der Schulleiter der Lina-Hähnle-Realschule in Erinnerung.

 

Zugleich gehe es aber auch darum, digitale Kompetenzen zu erlernen. „Und in ‚Technik‘ heißt es in der Prüfung dann: Programmieren“, kommt er auf die neuen Anforderungen zu sprechen. Und dafür ist die Schule jetzt besten ausgerüstet.

Digitale Krankmeldung

Denn die haben sich in der Realschule getroffen, um die Fortschritte in Sachen Digitalisierung selbst in Augenschein nehmen zu können. Denn für Baden-Württembergs Schulen gab es durch den DigitalPakt 1.0 eine Förderung von rund 650 Millionen Euro – davon flossen mehr als 900 000 Euro nach Sulz. 80 Prozent davon zahlte der Bund, 20 Prozent die Stadt.

Es stehen auch Tablets für die Schüler bereit. Foto: Schneider

Wenn also nun der Lehrer sein Tablet mit dem an der Decke installierten Beamer verbindet, kann so die Anwesenheit in Sekundenschnelle abgearbeitet werden – ist das System schließlich mit dem Sekretariat verbunden. Auch die Eltern können die Krankmeldung des Schülers einfach digital melden.

IT-Unterricht

„Die Arbeitsblätter, zusätzliches Material, aber auch Elternbriefe werden jetzt einfach online hochgeladen“, erläutert Janis Winterhalder den Übergang von der Zettelflut hin zur digitalen Ordnung. Und auch die „Kreidezeit“ ist vorbei. „Ich kann das Tafelbild einfach digital gestalten und habe so die Schüler immer im Blick“, nennt er einen weiteren Vorteil des Lehrer-Tablets.

Aber auch für die Schüler gibt es mehrere Klassensätze von Tablets, um so auch mal eine Internet-Recherche ohne den Ortswechsel in den PC-Raum machen zu können. Der IT-Unterricht ist so ebenfalls viel einfacher.

Next step: CNC-Fräse

„Die Biene muss zwei Felder nach vorne, sich einmal drehen, dann dreimal vor und sich noch einmal drehen“, nennt der Lehrer ein praktisches Beispiel, wie er spielerisch die jüngeren Jahrgangsstufen ans Thema „Programmieren“ heranführt.

Mit dem 3D-Drucker können die Schüler selbst ihre Werkstücke ausdrucken. Foto: Schneider

Und für die Älteren gebe es da noch den 3D-Drucker. „Wir schaffen hier die Grundlagen – an der BOS können die Schüler dann mit einer CNC-Fräse arbeiten“, spricht Schulleiter Springmann die Bedeutung der digitalen Kompetenzen für das weitere Leben der Jugendlichen an.

Medienbildung und KI

Doch auch die Lehrkräfte selbst müssten sich ständig weiterbilden, da sich im Bereich Digitalisierung und Co. alles im Fluss befinde. Und damit das funktioniert, wurden für alle Schulen durch das Zusatzprogramm „Sofortausstattung“ elf Lehrer-Notebooks, 141 I-Pads, 43 Schüler-Notebooks, 13 Laptopwagen/I-Pad-Schränke und 315 Stifte/Hüllen für fast 155 000 Euro beschafft. Die Ausrüstung ist je zur Hälfte von Bund und Land bezahlt worden.

Doch auch die Arbeit mit regulären Schreibprogrammen kommt nicht zu kurz. „Die Schüler schreiben meist nur noch in Whatsapp – aber keinen strukturierten Brief mehr“, gibt Winterhalder zu bedenken. Deshalb müsse die Schule da ansetzen und entsprechendes Wissen vermitteln.

Ganz analog

Zur Medienbildung gehöre aber auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz – besonders die Prüfung der Ergebnisse anhand von zuverlässigen Quellen. In anderer Sicht ist man an der Realschule jedoch noch analog unterwegs: „Die Mobiltelefone bleiben im Unterricht weg“, hält Schulleiter Springmann fest.