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Digitalisierung an Schulen Medienkoordinator soll in Rottweil unterstützen

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Die Digitalisierung geht voran – auf die bestellten Endgeräte für die Schüler wartet die Stadt derzeit noch. Foto: Weigel/dpa

Mathias Woywod ist derzeit "Einzelkämpfer" mit großem Aufgabengebiet: Er hilft als neuer Medienkoordinator der Stadt den Schulen dabei, digital weiter voranzukommen. Die Maßnahmen aus dem Digitalpakt müssen umgesetzt werden. Derzeit wird die Lieferung der bestellten iPads herbeigesehnt.

Rottweil. Was macht der Medienkoordinator genau? Wie ist der digitale Stand der Dinge an den Schulen? Und was sind die nächsten Schritte? Darüber informierte Woywod den Kultur-, Sozial- und Verwaltungsausschuss in der jüngsten Sitzung.

Anschlüsse alle da

Als die Stelle 2019 zur Umsetzung der Maßnahmen aus dem Digitalpakt Schule geschaffen wurde, dachte noch niemand an Corona, Quarantänen und Homeschooling. Umso brennender ist nun der Wunsch, die Digitalisierung im Turbo-Gang voranzutreiben. Laut Finanzchef Herbert Walter sind 2,2 Millionen Euro an Zuwendungen aus dem Digitalpakt eingegangen. Mit dem Anteil der Stadt stehen 2,4 Millionen Euro zur Verfügung. Nun muss sichergestellt werden, dass die Fördermittel auch abgerufen werden können.

Letzter Meter fehlt

"Eine wichtige Voraussetzung für einen digitalen Unterricht sind leistungsfähige Internetanschlüsse an den Schulen selbst", so Woywod. Diese seien durch das Breitbandprojekt "Schulen ans Glasfasernetz" des Landkreises – ­Rottweil hat sich mit 150 000 Euro beteiligt – möglich geworden. Die Glasfaseranschlüsse seien inzwischen an jeder Schule gelegt und würden beispielsweise an der Johanniterschule, am Albertus-Magnus-Gymnasium und am Droste-Hülshoff-Gymnasium (noch über das AMG) bereits genutzt. An anderen Schulen seien weitere Installationsarbeiten erforderlich. "In der Konrad-Witz-Schule befindet sich der Anschluss in einem anderen Gebäude als der Serverraum", nennt Woywod ein Beispiel. Es hängt also am viel zitierten "letzten Meter". Hier ist er derzeit mit der Vorbereitung der Installation beschäftigt.

WLAN hat Priorität

Woywod ist – nachdem der erste Medienkoordinator nur bis Juli tätig war – nun seit Oktober im Amt, hat inzwischen alle zwölf städtischen Schulen besucht und den Kontakt zu allen Verantwortlichen hergestellt. Aktuell erfolge eine Priorisierung der nächsten Maßnahmen, "wobei die oberste Priorität das Einrichten von WLAN an den Schulen hat, um mit mobilen Endgeräten auch geeignet arbeiten zu können", betont er. Einen konkreten Zeitplan, so erklärte er auf Nachfrage von Monika Hugger (CDU), gebe es noch nicht. An den Schulen gebe es sehr unterschiedliche Voraussetzungen und individuelle Lösungen.

FDP-Stadtrat Daniel Karrais hakte nach, warum man denn nicht alle Schulen mit der gleichen Software ausstatte. Dies sei effektiver und günstiger. Bürgermeister Christian Ruf erklärte, dass das System eben vor Ort auch angewandt werden müsse. Es sei schwierig, da etwas aufzuzwingen. "Die Lehrer müssen damit klarkommen", so Woywod.

Schulung ist Landessache

Auf die Nachfrage von Elke Reichenbach (SPD+FFR), ob er auch für die Schulung der Lehrer zuständig sei, machte Oberbürgermeister Ralf Broß deutlich: "Das ist Aufgabe des Landes." Es könne nicht sein, dass man mit Fördermittel dann Landesaufgaben übernehme.

Eng arbeitet Woywod aber mit den Schulen auch bei der Erstellung des Medienentwicklungsplans (MEP) zusammen. Der ist für den Abruf der Fördermittel für jede Schule erforderlich und stellt den "Roten Faden" der Digitalisierungsstrategie einer Schule dar.

Der weitere Zeitplan sei "ehrgeizig", da die Erstellung eines MEP viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehme. Die Antragstellung für die Auszahlung der Fördermittel bei der L-Bank kann noch bis zum 30. April 2022 erfolgen. Zusätzlich werden eine Investitionsplanung und ein Konzept der Stadt über Betrieb, Wartung und den IT-Support benötigt. Alle Baumaßnahmen sind zwingend bis Ende 2024 fertigzustellen.

Warten auf die iPads

Ein weiterer wichtiger Baustein ist das "Sofortausstattungsprogramm" des Landes, das im Zuge der Pandemie zur Anschaffung mobiler Endgeräte für die Schüler aufgelegt wurde. Die Stadt hat noch während der Sommerferien die erforderlichen Geräte samt Zubehör bestellt. Die Auftragssumme liegt bei knapp 270 000 Euro.

Allerdings lassen große Teile der Lieferung – vor allem die iPads – weiter auf sich warten. Einen genauen Liefertermin gibt es nicht, so Woywod. Das sei in der aktuellen Marktlage und in einem Modellwechsel beim Hersteller begründet. Einige Laptops und Zubehörteile seien schon da.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Einsatz der Hardware. Zudem gelte es, für die Verwaltungssoftware die organisatorischen und rechtlichen Aspekte zu klären und Verträge zu schließen.

Interessant könnte laut Herbert Walter das Förderprogramm Schule 3.0 werden, mit dem befristete Ausgaben für Personalkosten gefördert werden.

Sollte die Stadt 120 000 Euro zusätzlich bekommen, könnte eine befristete Stelle für einen zweiten Medienkoordinator geschaffen werden. Dann wäre Mathias Woywod nicht mehr als "Einzelkämpfer" unterwegs.

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