Die Einmalzahlung aus dem Jahr 2024 beschert der Gemeinde Dietingen im Jahr 2026 ein Haushaltsloch. Foto: Schmidt

Die Gemeinde Dietingen rutscht 2026 tiefer in die Schuldenfalle. So wirkt eine hohe Gewerbesteuereinnahme aus 2024 nach.

Die finanzielle Lage der Gemeinde Dietingen spitzt sich weiter zu. Der Entwurf für den Haushalt 2026 zeigt ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben.

 

„Die Erträge werden leicht sinken, die Aufwendungen dagegen deutlich steigen“, erklärte Kämmerin Vanessa Schäfer im Gemeinderat. In der Folge müsse das deutliche Minus im Haushalt 2026 über einen Kassenkredit ausgeglichen werden. Den Erträgen von 12,7 Millionen Euro stehen Aufwendungen in Höhe von 15,4 Millionen Euro gegenüber. Das sind rund eine Million Euro mehr als im Vorjahr.

Als Hauptgründe nannte Schäfer höhere Transferaufwendungen. Die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst, also die Personalaufwendung, fallen dagegen vergleichsweise gering ins Gewicht.

Ein Ferrari ist ein schnittiges Gefährt ... und wenn genügend „Kleingeld“ in der Kasse klingelt, durchaus finanzierbar. Foto: Pixabay

Belastend wirke sich die Schlüsselzuweisung vom Land aus. Sie gehe um rund 700 000 Euro zurück. Ursache sei eine hohe Gewerbesteuereinnahme im Jahr 2024, die damals die sogenannte Steuerkraftsumme der Gemeinde stark steigen haben lasse. Diese einmalige Zahlung führe nun zu höheren Pflichtaufgaben, obwohl das Geld nicht mehr vorhanden sei.

Gründe für das Minus

Zum Bedauern von Bürgermeister Felix Hezel. „Wir sind kein Einzelfall, aber unsere Kommune trifft es besonders hart“, sagte er. Und er ergänzte: „Wir sind wie ein Ferrari gefahren, dabei sind wir nur ein Fiat.“

Für Dietingen sei das Fahrens obiger italienischer Automarke angemessen, meint der Schultes. Sinnbildlich. Foto: Pixabay

Zusätzlich wird die Gemeindekasse durch Pflichtaufgaben an Kreis und Land belastet. Die Kreisumlage liege bei plus 680 000 Euro und die Finanzausgleichsumlage bei plus 400 000 Euro. Damit summieren sich die Mehrkosten auf rund 1,78 Millionen Euro im kommenden Jahr, wobei sich der Fehlbetrag auch aus den geringeren Erträgen bedingt.

Derweil sind fast alle Steuerquellen erschöpft. „Uns bleibt nur, die Ausgaben zu senken“, so die Fachfrau für die Finanzen, Schäfer.

Deutliche Schieflage

Auch der Finanzhaushalt zeigt eine deutliche Schieflage. Der fehlende Zahlungsmittelüberschuss liegt bei 1,6 Millionen Euro. Die Einzahlungen aus Investitionstätigkeiten liegen bei 3,4 Millionen Euro. Die Auszahlungen aus Investitionstätigkeiten bei knapp 6,9 Millionen Euro.

Um Projekte zu finanzieren, sei eine Kreditaufnahme in Höhe von knapp 3,5 Millionen Euro nötig. Damit steige der Gesamtschuldenstand Dietingens auf etwa 10,5 Millionen Euro.