Geld türmt sich gerade nicht im Dietinger Gemeindesäckel. Im Gegenteil. Foto: Pixabay

Dietingen hat den Haushaltsplan für das Jahr 2026 verabschiedet. Eine Haushaltsanpassung bringt nur eine geringe Entlastung.

Die finanzielle Lage der Gemeinde Dietingen bleibt angespannt. Zwar verbesserten sich die Erträge seit der Beratung im November um rund 49 000 Euro, doch die steigenden Ausgaben kompensieren dies fast vollständig.

 

Unter dem Strich sinkt der Kreditbedarf lediglich um 100 000 Euro. Für Kämmerin Vanessa Schäfer eine „nur minimale Entlastung“. Am hohen Gesamtschuldenstand von 10,4 Millionen Euro ändere sich damit kaum etwas. Der Ergebnishaushalt weise weiterhin ein Minus von 2,68 Millionen Euro aus, während im Finanzhaushalt ein Finanzierungsbedarf von 3,3 Millionen Euro bestehen bleibe.

Zahlreiche Investitionen

Ein Grund für die angespannte Lage sind zahlreiche Investitionen, die 2026 kaum aufschiebbar sind. So stehen etwa Grundstückskäufe im Umfang von 270 000 Euro an. Die Änderungen im Irslinger Kindergarten erfordern Baumaßnahmen von etwa 300 000 Euro. Besonders ins Gewicht fallen größere Infrastrukturprojekte wie der Anschluss an die Kläranlage Rottweil für 589 000 Euro oder die Erweiterung der Waidbachstraße, die mit rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt ist.

Zusätzlich schlägt die Erschließung des Gewerbegebiets Hochboll mit 1,54 Millionen Euro zu Buche. Nicht zuletzt kostet die Anbindung an den Lebensmittelmarkt etwa 315 000 Euro.

Kleinere, notwendige Posten, wie etwa die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeugs für Rotenzimmern, sind ebenso vorgesehen.

Ratsmitglieder reden Klartext

In der Diskussion mahnten mehrere Ratsmitglieder eindringlich ein Umdenken an. Ferdinand von Bissingen warnte: „Wir müssen vorausschauender denken und endlich von den Schulden herunterkommen.“ Der Bürger könne kaum nachvollziehen, wie es überhaupt so weit habe kommen können. Um handlungsfähig zu bleiben, stellte er sogar den Verkauf von Gemeindeeigentum in den Raum.

Auch Jürgen Württemberger forderte ein klares Signal: „Wir müssen zurück zu einem normalen Niveau. Die Menschen erwarten das von uns.“ Bürgermeister Felix Hezel kündigte für das kommende Jahr eine Klausurtagung des Gemeinderats an, bei der konkrete Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung erarbeitet werden sollen. Der Haushalt wurde einstimmig verabschiedet.