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Dietingen Frank Kapahnke: "Das sind keine guten Zeiten für Waldbesitzer"

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Frank Kapahnke, Anton Schneider und Martin Hornstein (von links) informieren im Dietinger Gemeinderat über die Entwicklung der Forstwirtschaft. Foto: Schmidt Foto: Schwarzwälder Bote

Dietingen. Die Forstwirtschaft krankt. Dürre, Käfer und Sturmschäden setzen dem Dietinger Wald zu und drücken die Preise in den Keller.

Den Sturm im Februar hätten wir noch "einigermaßen verkraftet", sagte Forstdirektor Frank Kapahnke im Dietinger Gemeinderat. Aber dann kam der April und mit ihm die Trockenheit. Zwar sei im Mai und Juni noch einmal Hoffnung aufgekeimt, aber die war nur von kurzer Dauer.

Ab Juli brannte der Planet, und der Wald verdurstet wie schon die zwei Jahre zuvor. Der wachsenden Population der Borkenkäfer hatten die Bäume nichts mehr entgegenzusetzen.

Schon seit Jahren nehme die zufällige Nutzung, die nicht auf den geplanten Holzeinschlag beruht, stark zu, bestätigte Bürgermeister Frank Scholz. Kein regionales Ereignis. Betroffen vom extremen Schadholzeinschlag sei ganz Deutschland und darüber hin­aus weite Teile Europas, berichtet Kapahnke.

Die Auswirkung auf den Holzmarkt sei enorm. Ein riesiges Überangebot lasse die Preise tief in den Keller fallen. Verstärkt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf einem Niveau, das er in seiner beruflichen Laufbahn noch nie erlebt habe.

Für Dietingen, dass durch die Größe seines Gemeindewaldes in der Vergangenheit gute Betriebsergebnisse erzielen konnte, besonders hart. "Das sind keine guten Zeiten für Waldbesitzer. Wir befinden uns in einer riesigen Delle", bedauerte Kapahnke.

Im laufenden Jahr wurden in Dietingen von den geplanten 10 400 Festmeter 7515 Festmeter eingeschlagen. Weitere etwa 1000 Festmeter an Insektenholz müssten bis Jahresende noch geschlagen werden. Angesichts des anhaltenden niederen Holzpreises "Gott sei Dank nicht noch mehr". Das drohende Minus bezifferte der Forstwirt nach Abzug eines Landeszuschusses von 40 000 Euro auf 55 000 Euro.

Für das kommende Jahre bliebe nur die Hoffnung, dass die Talsohle überwunden werden könne. Er schlage erneut den Einschlag von 10 400 Hektar vor, so Kapahnke. Verhehlte aber nicht, dass die Entwicklung vor allem mit vielen Fragezeichen versehen sei. Auf Sicht werde dennoch gefahren und zeitgerecht reagiert, sollte sich die Holzmarktentwicklung verbessern.

Dieses Verfahren forderten auch Ferdinand von Bissingen und Jürgen Würtenberger, die berichteten, dass die Nachfrage von Bauholz in den vergangenen Wochen gestiegen sei. Kapahnke verdeutlicht aber, dass eine Erholung nur dann denkbar sei, wenn im kommenden Jahr die Dürre ausbleibe.

Die beiden Revierförster, Anton Schneider und Martin Hornstein, berichteten, dass das Käferholz gut aufgearbeitet werden konnte. Im kommenden Jahr würden verstärkt trockentolerante Dou­glasien, Tannen und Kiefern, insgesamt 2000 Pflanzen, aufgeforstet.

Um die Artenvielfalt noch einmal zu erweitern, würden auch Laubhölzer wie Eiche und Kirschen gepflanzt. Auf 22 Hektar werde Kultursicherung betrieben und Wildschutz auf 85 Hektar.

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