Die Jungtiere waren auf den Straßen Schömbergs unterwegs. Foto: © Xalanx - stock.adobe.com/Catalin Petolea

Nicht nur uns Menschen zieht es nun wieder ins Freie: Auch Rinder verspüren derzeit offenbar einen Drang nach Freiheit. Besonders erkundungsfreudig waren einige Kälber. Die machten in der Nacht auf Sonntag die Glücksgemeinde unsicher.

Um 2.16 Uhr, am frühen Sonntagmorgen, berichtet Christian Koch, ein Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim, erfuhr die Polizei, dass die Jungtiere in Schömberg ausgebüxt sind. „Von 15 Kälbern war die Rede.“ Die Kollegen vor Ort hätten dann in der Poststraße „sieben bis neun Kälbchen auf der Fahrbahn“ festgestellt. Von der Polizei ließen sich die Jungtiere nicht einfangen. Allerdings gelang es, den Besitzer ausfindig zu machen. Er wurde dazugerufen und war erfolgreich. Zum Teil jedenfalls: Stand Sonntagabend, 20.38 Uhr, fehlten noch zwei Tiere. Immerhin habe es Hinweise gegeben, wo die beiden sich befinden, berichtet Christian Koch.

Offenbar sind die ausgebüxten Jungtiere, die auf einer Freifläche bei Schömberg standen, herumgekommen. Rainer Zillinger, der Kommandant der Schömberger Feuerwehr, veröffentlichte am Sonntag nicht nur eine Meldung, sondern auch ein Foto vom nächtlichen Einsatz auf Facebook. Zuerst auf seiner persönlichen Seite, später dann auch auf „Blaulichtnews Kreis Calw“. Das Bild zeigt einige rennende Kälbchen, die augenscheinlich nicht nur ein Feuerwehrauto, sondern auch den Discounter Aldi passieren. Dazu ist zu lesen: „Ihre Feuerwehr bittet um Hilfe! Heute Nacht waren freilaufende Rinder in Schömberg, 4 Kälbchen fehlen noch immer. Wer diese sieht bitte Nachricht an die Leitstelle 112!! Wir kommen mit dem Eigentümer vor Ort! Danke für Eure Mithilfe!! Gez Rainer Zillinger, Kommandant“

Normalerweise wollen die Tiere ihre Ruhe haben

Beide Notrufnummern, die 112 oder die 110 sind „die erste Wahl“ für alle, die freilaufende Rinder entdecken, sagt Polizeisprecher Koch. Kenne man den Tierbesitzer, sei es kein Fehler, auch diesen gleich zu informieren. Er ist schließlich für die Tiere verantwortlich. „Wir müssen Sicherheit herstellen“, sagt Koch über die Aufgabe der Polizei. Menschen oder etwa der Verkehr dürfen durch die frei laufenden Tiere nicht gefährdet werden.

In der Regel besteht keine Gefahr, weil sich ausgebüxte Rinder eher auf einer Wiese aufhalten als auf der Fahrbahn und ihre Ruhe haben wollen – anders als die Schömberger Kälbchen.

Übrigens war die Polizei erst am Freitagmorgen benachrichtigt worden, weil jemand bei Öländerle, zwischen Calw und Kentheim, vier freilaufende Kühe gesehen haben wollte. Die Ordnungshüter rückten aus und suchte nach den Tieren, wie Polizeisprecher Christian Koch berichtet. „Aber man hat nichts gefunden.“ Außerdem habe sich auch niemand gemeldet, der seine Kühe vermisste. Anders ist das im Fall der Schömberger Kälber. Am frühen Montagnachmittag galten zwei der ausgebüxten Jungtiere noch immer als vermisst.

Offenkundig scheinen die Kühe in der Umgebung derzeit einen erhöhten Freiheitsdrang zu verspüren: Anfang des Monats waren acht Kälber in Heumaden ausgerissen, sieben davon trieben sich nächtens im Gewerbegebiet Kimmichweisen herum. Mit vereinten Kräften schafften es Feuerwehr und Polizei nach mehreren Stunden, die Tiere dingfest zu machen.