Der dekorative Holzschriftzug „Gartenschau 2025“ auf der Schelklewiese in Baiersbronn – in Rottenburg lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab, die kleine Variante der Landesgartenschau kurzfristig auszurichten. Foto: Holderied

Zu teuer, zu kurzfristig und zu weit draußen: Der Rottenburger Gemeinderat stimmt gegen eine „kleine Landesgartenschau“ im Jahr 2031.

Eine „kleine Landesgartenschau“ durch die Hintertür wird es in Rottenburg nicht geben. Mit 21 zu 9 Stimmen votierte der Gemeinderat am Dienstagabend gegen eine Bewerbung für das Jahr 2031. Die Chance hatte sich ergeben, weil Bretten seine Option zurückgegeben hatte. Landesminister Peter Hauk fragte daraufhin Kommunen an, ob sie einspringen wollen.

 

Rottenburg hatte sich 2017 für die Landesgartenschau 2028 beworben. Dieses Konzept könne als Grundlage dienen, sagte Neher. Der damalige Kernbereich am Neckar mit Schänzle, Priestergärten, Schlachthof und „schwimmenden Gärten“ ließe sich übernehmen, zusätzlich sei ein zweiter Bereich bei der Forsthochschule im Schadenweiler denkbar. Gartenschauen brächten erfahrungsgemäß wirtschaftlichen und städtebaulichen Mehrwert, so Neher. Auch Sulz will sich bewerben.

Kontroverse Debatte

Im Gemeinderat entspann sich eine kontroverse Debatte. CDU-Fraktionschefin Diana Arnold sprach von einer „einmaligen Chance“. Ihr Kollege Reinhold Baur warnte jedoch vor hohen Kosten: „Bretten hat nicht umsonst einen Rückzieher gemacht.“ Finanzbürgermeisterin Manuela Beck mahnte, auch Folgekosten wie Zinsen und Abschreibungen würden die Stadt belasten.

In der SPD-Fraktion lobte Bettina Ahrens-Diez die Identifikation, die Gartenschauen stiften könnten. Marian Schirmer dagegen verwies auf fehlende Personalressourcen: „Die Gartenschau würde überall nach vorne rücken, andere Projekte nach hinten.“ Baubürgermeisterin Annette Schwieren bestätigte: „Die Projektleitung können wir intern kaum stemmen.“ Man werde auf externe Fachbüros angewiesen sein. FWR-Stadtrat Heinz Manke zweifelte zudem, dass fünf Jahre Vorbereitungszeit reichen.

Verstreute Fläche als Problem

Auch das Konzept selbst stieß auf Skepsis. CDU-Stadtrat Horst Schuh warnte vor zu großen, verstreuten Flächen: „Sobald man eine Rikscha braucht, ist es nicht erfolgreich.“ Eine Gartenschau mit Schwerpunkt im Schadenweiler schwäche die Innenstadt. FaiR-Stadtrat Volkmar Raidt fragte, wie Eintrittsgelder bei offenen Flächen überhaupt erhoben werden sollten. Neher entgegnete, nur Bereiche um Hauptbühnen seien kostenpflichtig.

Schließlich kam auch der alte Schlachthof zur Sprache. Für CDU-Stadtrat Michael Bay gehört das denkmalgeschützte Gebäude zum geplanten Neckar-Park. Im Konzept von 2017 war es als zentrale Anlaufstelle mit Gastronomie vorgesehen. Ob das 2031 realisierbar wäre, ist unklar.