Immer wieder räumen Langfinger Zigarettenautomaten leer. In Königsfeld wurde ihnen ein Coup jedoch zum Verhängnis – die Polizei war vorbereitet. (Symbolbild) Foto: NEWS&ART – stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr war es im Schwarzwald-Baar-Kreis über einen längeren Zeitraum hinweg zu zahlreichen Diebstählen an Zigarettenautomaten gekommen. Jetzt kommt die Sache vor Gericht zur Sprache.

Anfang Oktober sind der Polizei drei Männer aus Villingen- Schwenningen im Alter zwischen 38 und 40 Jahren ins Netz gegangen, als diese versucht hatten in der Hermann-Voland-Straße in Königsfeld einen Zigarettenautomaten aufzubrechen, um daraus den Inhalt zu stehlen.

 

In dem Automaten befanden sich damals Tabakwaren im Wert von über 3000 Euro.

Trio steht jetzt vor Gericht

Wegen dieses gemeinschaftlich begangenen, versuchten Diebstahls musste sich jetzt das Trio vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Villingen verantworten. Die drei deutschen Staatsangehörigen waren nach ihrer Festnahme in Untersuchungshaft genommen worden.

Das Schöffengericht hatte sich nach drei Monaten Untersuchungshaft im aktuellen Verfahren nur mit der Tat in Königsfeld auseinanderzusetzen. Die weiteren, im vergangenen Jahr verübten Zigarettenautomatendiebstähle oder eine mögliche Tatbeteiligung einzelner Mitglieder dieses Trios bei diesen Taten, standen bei diesem Prozess nicht zur Debatte.

Angeklagter dringt auf Polizeigelände ein

Einem der Angeklagten wurden zudem noch einige Verkehrsstraftaten sowie weitere Delikte wie Urkundenfälschung, Unfallflucht und Dieseldiebstahl vorgeworfen. Auch auf Verwahrungsbruch lautete ein Tatvorwurf: Der 38-Jährige war Ende Mai vergangenen Jahres – wie bereits in weiteren fünf Fällen – wieder einmal ohne Fahrerlaubnis mit einem nicht zugelassen Fahrzeug, an dem erneut falsche Kennzeichen abgebracht waren, unterwegs und wurde in der Folge von der Polizei kontrolliert. Nachdem die von ihm benutzte A-Klasse auf dem Verwahrplatz des Polizeireviers Villingen sichergestellt worden war, war er in den folgenden Nachtstunden auf das Polizeigelände eingedrungen. An seinem sichergestellten Mercedes hatte er dann eine Scheibe eingeschlagen und aus dem Innenraum Gegenstände herausgenommen. Anschließend versprühte er Feuerlöschschaum, um damit potenzielle Spuren zu vernichten.

Polizei nimmt Trio am Tatort fest

Auch in der betreffenden Nacht zum 4. Oktober 2023 war der 38-Jährige mit seinen zwei Tatgenossen mit einem Mercedes Vito – an dem wieder falsche Kennzeichen angebracht waren – nach Königsfeld gefahren. In der Nähe des Tatortes hatten sie den Vito abgestellt und mit mitgebrachtem Werkzeug versucht einen Zigarettenautomaten aufzuhebeln.

Die Kriminalpolizei hatte allerdings in der zurückliegenden Zeit einige Zigarettenautomaten alarmgesichert. So war es den Polizeikräften recht schnell gelungen am Tatort einzutreffen.

Als die Polizisten am Tatort ankamen, hatte das Trio noch versucht unentdeckt zu bleiben, in dem sich alle drei im Laderaum des Vito unter Decken versteckten.

Geständnisse für geringere Strafen

Zwei der Angeklagten legten während des Prozesses Geständnisse ab und gaben zu, an dem versuchten Diebstahl beteiligt gewesen zu sein. Der Dritte im Bunde will allerdings nur zufällig mit seinen Kumpanen unterwegs gewesen sein. Er will sich die ganze Zeit über im Vito aufgehalten haben und stritt jede Tatbeteiligung ab.

Allerdings entlarvte ihn ein Taschentuch. Dieses Taschentuch mit seiner DNA war bei der Spurensicherung neben dem betreffenden Zigarettenautomaten aufgefunden worden. Dadurch handelte er sich das höchste Strafmaß des Trios ein. Der bereits schon vorbestrafte 40-Jährige muss nun für zwei Jahre und einen Monat ins Gefängnis.

Die beiden Geständigen, die in den zurückliegenden Jahren immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, kamen etwas glimpflicher davon. Der 38- Jährige erhielt – inklusive der anderen angeklagten Delikte – eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten. Sein 39-jähriger Mittäter eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die Haftbefehle bleiben bis auf weiteres bestehen.