Die Waldorfschule in Calw muss 2024 ihre Räumlichkeiten aufgeben. Obwohl dieser Zeitpunkt unerbittlich näher rückt, ist noch kein neuer Standort gefunden.
Der Waldorfschule Calw läuft die Zeit davon: Derzeit ist sie beim Krankenhaus in Calw untergebracht. Doch die Räume, die dem Landkreis Calw gehören, sollen, sobald der Gesundheitscampus im Stammheimer Feld fertig ist, für andere Zwecke genutzt werden. Heißt: Die Waldorfschule muss weg. Und zwar im Laufe des kommenden Jahres.
Freilich ist die Standortsuche daher eines der bestimmenden Themen in der Emil-Molt-Schule, erklärt Elina Hein, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule zuständig ist, auf Nachfrage unserer Redaktion. „Wir alle an der Schule wünschen uns nichts sehnlicher, als eine neue Heimat für unsere rund 70 Kinder und unsere Mitarbeitenden zu finden.“
Denn die Waldorfschule werde gebraucht, ist sie überzeugt. „Mit der Waldorfpädagogik hat sie ein pädagogisches Angebot, das die Menschen im ganzen Landkreis Calw anspricht. Das erleben wir täglich in unserer Arbeit.“
Absage erteilt
Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Heimat für die Schule gibt es demnach auch vonseiten der Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Florian Kling setze sich laut Hein sehr dafür ein, dass die Emil-Molt-Schule im Stadtgebiet bleiben soll.
Doch ganz so einfach gestaltet sich das offenbar nicht. „Bei unserer Suche erleben wir immer wieder, dass unsere intensiven Bemühungen und auch der Wunsch der Stadt, uns in Calw zu halten, allein nicht ausreichen. Wir sind immer auf übergeordnete öffentliche Behörden angewiesen.“
Was auch bedeute, dass sich immer wieder neue Optionen auftun, aus denen dann aber doch nichts wird. So auch im Frühjahr. Damals seien die Verantwortlichen zuversichtlich gewesen, in ein Gebäude ziehen zu können, das seit mehr als zehn Jahren leersteht. Aber: Nach Monaten der Planung, der Prüfungen und des Wartens hagelte es wieder eine Absage. Ein Betrieb des Landes habe die Räume selbst gebraucht, erinnert sich Hein. „Das ist sehr enttäuschend“, zumal man kurz vor dem Ziel gestanden habe. Und es nicht das erste Mal war, dass es so läuft. Auch eine Fläche in Bad Teinach-Zavelstein, nahe dem Konsul-Niethammer-Kulturzentrum war eine Zeit lang im Gespräch, flog dann aber aus der Verlosung.
„Auch Optionen aus privater Hand sind nicht so ohne Weiteres realisierbar, nur weil wir und der Eigentümer uns einig sind. Ein Schulbetrieb braucht immer die Zustimmung durch die Behörden, den Bebauungsplan, den Gemeinderat – die Politik“, führt die Zuständige für die Öffentlichkeitsarbeit aus.
Suche ausweiten
Und nun? Das Team der Waldorfschule versucht trotz allem hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Wohl auch deshalb, weil es nicht mit gänzlich leeren Händen dasteht. „Wir haben aktuell noch einige Standorte in Calw in Prüfung, von denen wir uns viel versprechen.“ So viel sogar, dass Hein sich zuversichtlich zeigt, noch diesen Sommer eine Lösung präsentieren zu können.
Sollte es entgegen der aktuellen Pläne im Stadtgebiet aber doch nicht klappen, werde man die Suche ausweiten und auch andere Städte und Gemeinden in Betracht ziehen. „Wir können versichern, dass wir von unserer Seite wirklich alles dafür tun, einen guten Standort zu finden. Und hoffen sehr auf die Hilfe der Ämter und Behörden“, meint Hein abschließend.