Anstelle des rosa Gebäudes bei der Grundschule soll ein Ersatzneubau die Heimstätte des Familienzentrums werden. Foto: Felix Biermayer

Architekten haben Pläne für das neue Familienzentrum in Althengstett vorgestellt. Die Kostenprognose liegt weit höher als gedacht. Der Gemeinderat will zwar trotzdem bauen – sucht aber nach Einsparmöglichkeiten.

Das Familienzentrum soll ein eigenes Gebäude mit Betreuungs- und Büroräumen bekommen. Schon seit acht Jahren möchte die Kommune einen Ersatzneubau an Stelle des Gebäudes bei der Grundschule mit den ehemaligen Hausmeisterwohnungen. In der Vergangenheit gab es dabei viele Probleme. Mit den Architekten wurde man sich nicht einig.

 

Neue Pläne Nun ist mit Buerohauser ein neues Architekturbüro aus Altensteig am Zug. Dessen Vertreter stellten im Gemeinderat jüngst ihren überarbeiteten Entwurf vor. Entgegen der ursprünglichen Pläne soll der Neubau nun ein Kellergeschoss bekommen. Dafür wird der Vorhandene erweitert. In dem Gebäude kommen künftig die Schulkindbetreuung, Büros des Familienzentrums und weitere Funktionsräume unter. Der Platz wird benötigt, da es ab 2026 einen gesetzlichen Anspruch auf die Ganztagsbetreuung in der Grundschule gibt. Die bietet Althengstett schon jetzt an - allerdings mit einer Zwischenlösung im Foyer der Festhalle.

Details zum neuen Entwurf

Der Neubau wird über ein Treppenhaus mit der Grundschule verbunden. Ein Aufzug soll die Barrierefreiheit beider Gebäude gewährleisten. Der Eingang in den Neubau ist auf der Schulhofseite vorgesehen. Das neue Gebäude hat nach den Plänen der Architekten drei Stockwerke mit jeweils 300 Quadratmetern Fläche. Im Obergeschoss wird Multifunktionsraum mit 130 Quadratmetern entstehen. Dazu kommen Büroräume.

Im Erdgeschoss sind ein Foyer mit Garderobe, zwei 65-Quadratmeter Räume für die Schulkindbetreuung, ein Kreativraum, ein Raum für die Schulsozialarbeit und ein Erste-Hilfe-Zimmer vorgesehen. Im Untergeschoss entsteht Richtung Schulstraße eine kleiner Lichthof. 70 Quadratmeter sind für einen Werkraum geplant. Und der Rest der Fläche bietet Raum für die Haustechnik und ein Lager. Gegenüber dem Bestandsgebäude wird der Neubau auf das Niveau der Grundschule angehoben.

„Das ist nichts für die Ewigkeit“

Notwendig Die Leiterin des Familienzentrums, Barbara Ogbone, sah den Bedarf für den Neubau – auch in dem erweiterten Umfang. Sie verwies auf die aktuelle Zwischenlösung in der Festhalle. „Das ist nichts für die Ewigkeit“, sagte sie. Das neue Gebäude könnten zudem die Schul-AGs nutzen. Bei dem Bau stünde die Funktionalität im Vordergrund. Alternative Räume für die Schulkindbetreuung gebe es in Althengstett nicht. Und weil der gesetzliche Anspruch kommt, gehe es nicht ohne neue Räume. Denn der Bedarf steige. Eine Sanierung des Bestands wäre ebenfalls sehr teuer und aufwendig.

Kosten soll der Ersatzneubau knapp 4,6 Millionen Euro - inklusive Abbruch, wie die Architekten erklärten. Das war vielen im Gemeinderat zu teuer. „Können wir uns das angesichts der Haushaltslage leisten?“, fragte Thomas Schmidt (FW). Er sehe zwar die Notwendigkeit des Baus, mahnte aber Einsparungen an. Jörg Nonnenmann (FW) erinnerte daran, dass eigentlich Kosten von 2,8 Millionen Euro im Raum standen. Er war für eine einfachere und billigere Bauweise.

Kaum Einsparpotenzial vorhanden

Auch Wolfgang Bauer (BNVAB) forderte eine günstigere Version – etwa ohne Büros. „Quadratisch, praktisch, gut“, solle der Bau sein, so Rainer Kömpf (UW). Die Architekten erklärten, dass es wegen der geforderten Standards und Haustechnik nicht viel billiger gehe.

Hartmut Weber (FW) verwies darauf, dass die Kommune sich von einem Provisorium zum nächsten hangele. Der Neubau müsse nun endlich realisiert werden. Eckhard Flik (Grüne) sah den Bedarf an Büroräumen. Philipp Jourdan (Grüne) meinte sogar, dass künftig noch mehr Räume benötigt werden. Deshalb sei ein vierter Stock sinnvoll. Die Architekten erklärten, dass prüfen zu wollen. Lothar Kante (SPD) erinnerte daran, dass die Kommune für das Vorhaben 1,26 Millionen Euro an Förderung bekomme. Wenn jetzt wieder mit einem Neubau gewartet werden, würden die Kosten weiter steigen.

Arbeitsgruppe Der Gemeinderat einigte sich schließlich darauf, dass Vorhaben weiterzuverfolgen. Ein Büro die das Vergabeverfahren der Fachleistungen durchführen soll, wurde einstimmig für rund 49 000 Euro beauftragt. Außerdem wurde eine Arbeitsgruppe im Gremium gegründet. Die soll das Projekt begleiten und Einsparmöglichkeiten beim Bau finden. Eine mögliche Fertigstellung des Baus prognostizierte Bauamtsleiter Rainer Bupser auf 2026. Gerade noch pünktlich zum den geltenden Rechtsanspruch.