Die Agentur für Arbeit verzeichnet weniger Arbeitslose. Foto: Lea Irion

Die Arbeitslosenzahl im Kreis ist im Februar um 2,9 Prozent gesunken. Ein anderes Bild zeichnet der Vergleich zum Vorjahr.

In der zu Jahresbeginn fusionierten Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen ist der Bestand an Arbeitslosen im Februar im Vergleich zum Vormonat gesunken, gegenüber dem Februar des Vorjahres allerdings nochmals angestiegen. Kurzfristig ist die Arbeitslosenquote im zweiten Monat des Jahres gesunken, langfristig betrachtet spürbar gestiegen.

 

Genau um 385 Menschen ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen im Februar zurückgegangen, das ergibt eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (Vormonat 4,5 Prozent). Auffallend ist dabei, dass überwiegend Männer von der Arbeitslosigkeit betroffen sind (57,9 Prozent). Inzwischen ist fast jeder zehnte Arbeitslose (genauer: 8,8 Prozent) in der Region ein unter 25-Jähriger.

Einer der vielen Gründe hierfür ist sicherlich, dass viele – vor allem junge – Menschen der Verdienst als Helfer oder in der Zeitarbeit mitunter mehr lockt als die niedrigere Ausbildungsvergütung, schreibt die Agentur für Arbeit in ihrer Pressemitteilung. Auch erleichtern Jobs, die keinen Berufsabschluss voraussetzen, Menschen mit geringen Deutschkenntnissen sowie Geflüchteten den niedrigschwelligen Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Menschen ohne Ausbildung haben weniger Chancen

Zumeist allerdings ohne Zukunftsperspektive, denn: „Menschen ohne Ausbildung sind mehr als fünf Mal stärker von Arbeitslosigkeit betroffen und haben ein deutlich höheres Risiko, immer wieder arbeitslos zu werden, als ausgebildete Fachkräfte“, erklärt Markus Nill, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verlieren jüngere und formal nicht-qualifizierte Personen als Erste ihren Job. Eine duale Ausbildung ist auf Dauer noch immer der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit“, so Nill weiter.

Auf die Bedeutung der Berufsausbildung wird auch in diesem Jahr wieder in der „Woche der Ausbildung“ hingewiesen, die vom 16. bis zum 20. März stattfindet. Im Fokus stehen dabei auch in diesem Jahr Berufsorientierung, die Suche nach Ausbildungsplätzen und der direkte Kontakt zu (Ausbildungs-)Betrieben. Vor allem online werden von der Agentur für Arbeit zahlreiche interaktive Veranstaltungen angeboten.

1251 Stellenangebote sind gemeldet

Dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen wurden im Februar insgesamt 1251 Stellenangebote (und somit 397 mehr als im Januar) neu gemeldet. Die Arbeitsvermittlerinnen und -vermittler von Agentur und Jobcenter hatten damit im Dezember 2581 Stellenangebote im Bestand. Das deutliche Plus bei den Zugängen und im Bestand von Arbeitsstellen beruht hauptsächlich auf dem einmaligen Zugang von etwa 210 Stellen aus dem Bereich der Verteidigung. Ohne diese Meldung wäre der Zuwachs im Vergleich zum Vormonat nicht so eindeutig beziehungsweise im Vergleich zum Vorjahr wäre die Zahl sogar zurückgegangen. Die Meldung der Stellen für diese Wirtschaftsabteilung erfolgt erst seit Mitte 2025 und betrifft Baden-Württemberg-weit nur zwei Agenturen, darunter die Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen.

Zur Agentur für Arbeit Balingen-Reutlingen gehören die Landkreise Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen und Zollernalbkreis. In allen vier Landkreisen ist die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich gestiegen, im Vergleich zum Vormonat außer im Landkreis Sigmaringen überall leicht gesunken.

Stärkster Anstieg im Zollernalbkreis

Wie schon im Januar verzeichnete der Zollernalbkreis auch im Februar wieder den stärksten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Mit 2755 von der Agentur für Arbeit und die 2610 vom Jobcenter Zollernalbkreis und damit insgesamt 5365 betreuten Personen ist die Arbeitslosigkeit um 6 Prozent höher als im Februar 2025, aber auch um 2,9 Prozent niedriger als im Januar 2026, was ebenfalls Höchstwert im Agenturbezirk Balingen-Reutlingen bedeutet.