Beim Fasentspiel am Schmutzigen Donnerstag verwandelte sich das Hausacher Rathaus in ein Casino. Passend zum Motto wurde gezockt, gesungen und gespottet.
Roulette im Rathaus – beim Fasentspiel am Schmutzigen Donnerstag in Hausach hat sich der Rathaussaal in eine Spielhalle verwandelt. Die Rathäusler erklärten nach dem Song „Pokerface“ von Lady Gaga das Rathaus zum Casino, denn: „Die Welt der Spiele ist famos – drum auf die Plätze, fertig, los“ ist das diesjährige Fasentmotto.
„Uns auf dem Rathaus hat das auch inspiriert, wurden wir doch letztes Jahr wegen schlechter Finanzen fast zur Rechtsaufsicht zitiert“, erklärte Schatzmeister Boris Groß, der nun die Schwarzgeldkasse der Stadt verwaltete. Auch die Narrenzunft braucht Geld für neue Möbel im Narrenkeller. „Ihr Blauen seid doch sicher alles kleine Zocker, das Glücksspiel reizt euch, da sitzt das Geld doch gleich ganz locker“, lud Spielleiterin Ulli Tippmann die Narren ein.
Luftballontragen ohne Hände, Reifenklettern und Berlinerschnellessen waren die Spiele
Messen mussten sich vier von ihnen gegen die Rathäusler im Luftballontragen ohne Hände, Reifenklettern und Berlinerschnellessen. Vor jeder Runde mussten Burgis Wolfgang Hermann und die Narren im Roulette auf eine Zahl setzen. Die als Kugel verkleidete Lea Wurster entschied alle Runden zugunsten der Narren. Doch weil die ja Zocker sind, setzten sie alles auf eine Karte und bekamen nicht den heiß ersehnten Rathausschlüssel, den der Burgis zuvor in seiner Rede „gegen das närrische Rudel“ verteidigt hatte: „Denn hättet ihr Macht hier im Rathaus für Tage, wär Hausach im Ausnahmezustands-Gelage: Die Kinzig voll Wein, der Brunnen voll Bier, und Polonaise vom Klosterplatz bis hier.“
Pfarrer Jürgen Grabetz beruhigte Hermann in seiner Büttenrede und erklärte: „Die Narren sind am Mittwoch wieder weg. Dann kannst du dir ’ne Hacke und ’ne Schaufel kaufen und damit schnell ins Stätdle laufen. Da kannst du dann, ohne dich zu genieren, die Hauptstraß’ im Alleingang renovieren.“ Werner Kadel sprang für die Evangelen ebenfalls auf den Zug auf und sagte: „Die Hauptstraß’ wartet auf Sanierung. Jetzt auf den März wir hoffen sehr, denn Stuttgart 2 braucht keiner mehr.“
Narren ließen den Schlüssel am Seil zum Volk herunter
Kommissarisch übernahmen von der Narrenbolizei Jörg Rexter und Meinrad Hiller die Aufgaben des Präfekten. Hiller verlas den Tagesbefehl: „Es ist dem Gremium strengstens untersagt, den Spättle vor den Umzügen Beruhigungs- oder Schlafmittel zu verabreichen. Zur Stimulation der alten Weiber wird die Stadtpolizei Elektroschocker einsetzen.“ Trotz aller Bemühungen von Burgis und Rathäuslern eroberten die Narren am Ende den Rathausschlüssel. Sie ließen ihn gemäß der Zeremonie am Seil zum Volk herunter und trugen ihn mit zwei Spättle und Hansele und der anführenden Narrenbolizei im Umzug zum Narrenbrunnen und Klosterplatz.
Dort wurde feierlich die Fasent ausgerufen, später folgten die Kinderkatzenmusik und die „Große Katzenmusik“ mit ihren Umzügen.