Die Volksbanken eG präsentierte die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2024. Dabei wurde eine besondere Entwicklung verzeichnet.
Mit einer dezidiert regionalen Strategie, die sie seit eineinhalb Jahren verfolgt, ist die Vereinigte Volksbanken eG erfolgreich – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Das zeigen die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2024, die der Vorstand in Böblingen präsentierte.
Herausfordernde Bedingungen
„Die wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen waren herausfordernd“, sagte Vorstandsvorsitzender Jörg Niethammer bei seiner ersten Bilanzpressekonferenz. So haben sich Nachfrageschwäche, Rezession, die Angst vor Arbeitsplatzverlust und die hohen Preissteigerungen auf das Geschäft des Instituts ausgewirkt, so sein Stellvertreter Thomas Krätschmer.
Das Einlagengeschäft lief besonders gut
Angesichts dieses Umfeldes ist die Bank mit dem Geschäftsjahr mehr als zufrieden. Eine besonders gute Entwicklung verzeichnete das Einlagengeschäft, das gegenüber 2023 um 2,1 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zunahm. Trotz rückläufiger Investitionen bei den Unternehmen in der Region konnte die Bank das Kreditgeschäft überdurchschnittlich um 1,8 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro steigern, so Krätschmer. Das betreute Kundenvolumen wuchs um 3,2 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro, die Bilanzsumme um 1,9 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.
„Das Wachstum kam aus der Region“
Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit ging auf 34,6 (2023: 37,9) Millionen Euro zurück. Laut Vorstandsmitglied Martin Riegger sei das vor dem Hintergrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds eine gute Entwicklung. „15 Millionen Euro haben wir in das Eigenkapital gesteckt, um die Zukunft zu gestalten und unser Wachstum zu finanzieren“, betonte er. Insgesamt sei eine spürbare Erhöhung der Risikovorsorge erforderlich gewesen. Das zeige sich in einem deutlich angewachsenen negativen Bewertungsergebnis von minus 14,2 (minus 11,6) Millionen Euro. Gestiegen ist der Zinsüberschuss auf 87,9 (85,4) Millionen Euro. Riegger: „Da haben uns die hohen Marktzinsen gut getan.“ Zudem habe die Zinsabsicherung einen positiven Beitrag geleistet. Der Provisionsüberschuss nahm auf 39,5 (37,7) Millionen Euro zu. Dazu habe das Wertpapier- und Immobiliengeschäft sowie die steigende Nachfrage und Nutzung von Kreditkarten beigetragen. „Das Wachstum kam aus der Region“, betonte Riegger.
Strategie zahlte sich aus
So hat sich die Strategie unter dem Motto „Meine Bank, die Heimat lebt“ ausgezahlt. „Wenn wir all das zusammenrechnen, was durch unsere Geschäftstätigkeit in unsere Regionen fließt, kommt dabei eine Summe von rund 50 Millionen Euro heraus“, sagte Vorstandsmitglied Anette Rehorsch-Hartmann. Dazu zählen die Unterstützung gemeinnütziger Projekte, die Förderung von Talenten, Gehaltszahlungen an die 673 Mitarbeiter und die Steuern. Die 80 337 Mitglieder erhalten monetäre Vergünstigungen. Hinzu kommen exklusive Veranstaltungen und nicht zuletzt die Dividendenzahlungen. Über deren Höhe gebe es noch keinen Beschluss, so Niethammer. Angestrebt werde eine Dividende von zwei Prozent und damit in Vorjahreshöhe.
Regelmäßige Befragungen von Kunden und Mitarbeitern zeigen eine Zunahme der Zufriedenheit, wie Rehorsch-Hartmann sagte. So stieg der Anteil zufriedener Kunden seit November 2023 von 85,5 auf 92,7 Prozent, die Mitarbeiterzufriedenheit liegt mittlerweile bei 92 Prozent.
Die Volksbank eG betreut mehr als 160 000 Kunden
Trotz eines anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfelds geht der Vorstand mit Zuversicht ins Jahr 2025 und setzt dabei weiter auf die regionale Strategie. Die geplante Verschmelzung mit der VR-Bank eG Magstadt-Weissach befindet sich offensichtlich weiter auf einem guten Weg. Laut Niethammer erfolgt die Abstimmung über den Zusammenschluss voraussichtlich im zweiten Quartal 2025. Dann würde eine Bank mit einer Bilanzsumme von 5,5 Milliarden Euro, einem Kundengeschäftsvolumen von knapp 12,4 Milliarden Euro und nahezu 85000 Mitgliedern entstehen. Die Vereinigte Volksbanken eG ist in den Landkreisen Calw, Böblingen und Reutlingen vertreten und betreut dort mehr als 160 000 Kunden.