Das Stadtfest und das Fest der Kulturen sind gut angekommen. Das Treiben in der Innenstadt zeigte eindruckvoll, wie bunt und vielfältig die Kulturen in Lahr sind.
Oberbürgermeister Markus Ibert, der das Spektakel um 16 Uhr auf dem Marktplatz eröffnete, machte eine Punktlandung, als er feststellte, dass das Fest der Kulturen und das Stadtfest gemeinsam „das Fest der Lahrer für die Lahrer und für unsere Gäste aus dem gesamten Umland“ ist. Umland war hier sicher ein weitgefasster Begriff. Unter den Patrouillen mit Polizeibeamten tauchten gelegentlich Gendarmen aus dem Elsass auf.
Den Auftakt alle zwei Jahre macht das Fest der Kulturen am Nachmittag. Diese Event bietet den vielen so unterschiedlichen Einwohnern, die in Lahr zu Hause sind, die Möglichkeit, sich und ihre Kulturen vorzustellen. Das geht am besten durch den Magen. Und so gab es auch an diesem Nachmittag und am Abend „kulinarische Köstlichkeiten“, so Ibert, aus der Türkei, Mexiko, Ghana, dem gesamten Nahen Osten, Sri Lanka, Rumänien, Togo, der Ukraine und aus Thailand. Dazu rundeten brasilianisches Gebäck oder kurdische Cocktails den Flair des Festes der Kulturen geschmacklich gut ab.
Stimmung war am Abend mehr als ausgelassen
Neben Tänzerinnen des TV Lahr und verschiedener Tanzschulen hatte eine Band namens „Schoolcrasher“ hier das erste Mal ein gigantisches Publikum. Die Schüler gehörten zu den Gästen. Sie besuchen alle das Geroldsecker Bildungszentrum in Seelbach. Dass die „Worlderers“ auftreten, ist Programm. Die Band setzt sich aus Mitgliedern zusammen, die aus vielen verschiedenen Ländern nach Lahr gekommen sind. Wie vielfältig verschiedene Kulturen hier fröhlich gefeiert haben, war nach Einbruch der Dämmerung nicht zu übersehen und zu überhören. „Emersound“ bot für alle etwas. Die Stimmung war dann mehr als nur ausgelassen.
Die Plätze in der gesamten Fußgängerzone wurden bespielt. Die vielen Tausend Besucher nutzen daher die Gelegenheit, den Standort zu wechseln. Passend: Die musikalischen Angebote waren sehr unterschiedlich. Daher war ein Bummel in einer lauen Sommernacht angebracht. Einen kurzen Schrecken gab es gegen 17 Uhr. Das, was da vom Himmel kam, hat den Namen Regen allerdings kaum verdient. Eine Stunde später schien die Abendsonne und blendete die vielen Gäste auf dem Marktplatz. Die Nacht war dann angenehm und für den Hochsommer nicht zu heiß. Wenn Partygäste ins Schwitzen gekommen sind, hatte das andere Gründe.
Straßen waren sehr belebt
Nick Wilhelm hat für die Rockwerkstatt die anspruchsvolle Aufgabe des Moderators auf der großen Bühne vor dem Nordflügel des Rathauses I übernommen. Bevor die „Big Band W“ auf die Bühne kam, merkte er an, dass „dieser Job“ hier und heute doch „sehr stressig“ sei. Was bei acht verschiedenen Bands innerhalb von vier Stunden berechtigt sein wird. Neben dem 20-köpfigen Jazz-Ensemble traten unter anderem das Trio „Oil“ und „Schüttelfrost“ auf, die das Fest hier beendeten.
„Summertime“ passte nicht nur auf dem Schlossplatz. Das Lied gehört im Ursprung zur Oper „Porgy and Bess“ der Brüder George und Ira Gershwin. Janis Joplin hat daraus eine unnachahmliche eigene Version geschaffen. Der Liedermacher Armand Geber (mit Begleitung) gab eine elsässische, sicher sehr ungewohnte Version des Songs zum Besten. Hier waren es eher die leiseren Töne, die später auch das Quartett „Coco Diéze“ zum Besten gab. Auf dem Urteilsplatz boten „Pamona Green“ wiederum einen ganz anderen und vor allem eigenen Musikstil an.
Da viele der Besucher das vielfältige Angebot und die damit verbundene Aufforderung zum Flanieren gerne wahrgenommen haben, waren auch die Straßen der Fußgängerzone mehr als belebt.
Zahlen, Fakten und Dank
Insgesamt haben das Stadtmarketing und die Abteilung Soziales im Rathaus 30 Bands auf den vier Bühnen aufgeboten. 36 Vereine aus Lahr haben auf den Plätzen eine genauso große Vielfalt zum Essen und Trinken angeboten. Namentlich dankte OB Markus Ibert bei der Eröffnung den Mitarbeitern Martina Mundinger und Patrick Obert (Stadtmarketing) sowie Charlotte Morton und Andreas May (Abteilung Soziales), den ehrenamtlichen Mitorganisatoren Christof Fischer-Rimpf und Günter Endress, sowie dem Interkulturellen Beirat, der mit einem eigenen Stand auf dem Marktplatz vertreten war. Tahere Hosseini und Ghadeer Jawad moderierten die Angebote auf der Marktplatzbühne.