Carina Sauer (von links), Anna-Lena Oberlader, Sarah Schnekenburger, Armin Vogel, Stefan Schneckenburger, Karin Hanssmann, Steffi Klostermeier, Gabi Mauch und Uwe Plonka aus der Tuninger Theatergruppe „Schnurrabutzer“ sind bei der ersten Probe für das neue Theaterstück dabei. Foto: Anna-Sophie Zepf

Chaos, Gelächter und erste Szenen: Die Tuninger Schnurrabutzer starten die Proben für „Der Geist im Rathaus“ – wir haben einen Blick hinter den Kulissen geworfen.

Die Tuninger Theatergruppe Schnurrabutzer hat wieder mit den Proben für das kommende Stück begonnen. Um welches Stück es sich dabei handelt und wie so eine Probe eigentlich abläuft – wir haben vor Ort einmal nachgefragt.

 

Seit über 30 Jahren stehen die Doaninger Schnurrabutzer des Sportvereins Tuningen auf der Bühne. Auch im kommenden Jahr will die „bunte Truppe“ aus Tuningen und Umgebung unter der Regie von Armin Vogel wieder mit einer neuen Komödie überzeugen.

Doch die Stückauswahl habe sich dieses Mal als nicht einfach und langwierig gestaltet, berichtet Vogel – für „sechs Damen und fünf Herren“. Es müsse eine abwechslungsreiche aber zugleich anspruchsvolle und lebendige Komödie sein, erläutert er. Kurze Dialoge seien ebenfalls ein wichtiges Kriterium – denn diese sorgen für ausreichende Sprechanteile der Schauspieler und verhindern, dass das Publikum von endlosen Monologen gelangweilt wird.

Sobald Vogel das Stück „Der Geist im Rathaus“ von Hans Schimmel ausgewählt und für ihre Gruppe umgeschrieben habe, habe er zur traditionellen Leseprobe bei sich zuhause eingeladen – und nun beginnt nach einiger Verzögerung die erste Probe auf der Bühne der Tuninger Festhalle.

In das Geschehen hineingeworfen

Wider Erwarten wird allerdings nicht von vorne begonnen, stattdessen wird mit dem zweiten Akt losgelegt. Denn die Rolle der Villingerin Carina Sauer, die nicht in jeder Probe dabei sein kann, hat erst in diesem Akt ihren ersten Auftritt. Als Zuschauer der Probe wird man somit direkt in das Geschehen hineingeworfen.

Regisseur Armin Vogel (links) springt in der Probe des zweiten Aktes ein. Carina Sauer (von links), Uwe Plonka und Gabi Mauch lassen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Foto: Zepf

Doch auch diese ungewöhnliche Reihenfolge nimmt dem Stück nicht seine Komik – Geschmunzel und Lacher in den Reihen des Publikums, dass vorerst aus den restlichen Darstellern besteht, sind an der Tagesordnung.

Die Aufgaben eines Regisseurs

Vogel als Regisseur macht sich während der Probe Notizen, beispielsweise darüber, welche Requisiten gebraucht werden – Telefon, Hammer, Nagel, aber auch ein Schreibtisch mit Schubladen – um das Schauspiel zu komplettieren. Hin und wieder gibt er Anregungen, wie seine Schauspielkollegen zu stehen haben, oder an was noch gedacht werden muss.

Häufig gebe es auf der Bühne die Tendenz, zu schnell zu sprechen. „Ich verstehe mich dann als Bremser“, erklärt Vogel. Ein anderer Hinweis, den er regelmäßig gebe, sei, dass nach vorne gesprochen werden müsse. Vor allem da die ganze Show schließlich ohne Mikrofone über die Bühne gebracht werde.

Auch, dass Vogel einmal selbst auf der Bühne stehen muss, kommt vor. Denn der Geist, der das Rathaus im Stück heimsucht, wird in dieser Probe, aufgrund einer Verspätung des eigentlichen Darstellers, vorerst vom Regisseur gelesen.

Mit dem Skript in der Hand

In diesem Stadium der Proben haben die Darsteller – und in diesem Fall auch der Regisseur – noch das Skript in der Hand. Hier und da gibt es mal ein Zögern, der Schauspieler verrutscht in der Zeile oder jemand verpasst seinen Einsatz – doch davon lässt sich die Truppe nicht aus der Ruhe bringen. Stück für Stück arbeiten sie sich durch ihren Text.

Karin Hanssmann (von links), Stefan Schneckenburger und Uwe Plonka gehen schon völlig in der Probe auf. Foto: Zepf

Hin und wieder schlüpfen sie auch einmal aus ihrer Rolle heraus, um Probleme hervorzuheben oder Verbesserungen vorzuschlagen. So fragt Karin Hanssmann in ihrer Rolle als streitlustige Nachbarin: „Wo soll ich denn meine Handtasche abstellen?“

In einer anderen Szene erkundigt sich Gabi Mauch, ob denn der Gag so auch verstanden werde. Nach und nach entwickelt sich auf diese Weise das Theaterstück. Teilweise werden Probleme notiert und später Lösungen gefunden, teilweise „kriegen wir das beim Spielen raus“, erklärt Uwe Plonka.

Zwei bis zweieinhalb Stunden investieren die Schnurrabutzer in jede Probe – erst einmal wöchentlich, im neuen Jahr dann schon zweimal wöchentlich, bis das Stück schließlich im Frühjahr bühnenreif ist.