Nach dem späten 1:0-Sieg gegen den TSV Weilimdorf waren sich alle beteiligten einigen: So wenige Chancen hatte der FC Holzhausen schon lange nicht mehr.
Der FC Holzhausen hat seine Zuschauer im jüngsten Ligaspiel auf eine echte Nervenprobe gestellt. Gegen den TSV Weilimdorf fiel der einzige Treffer des Tages erst Sekunden vor dem Abpfiff. Der Torschütze des goldenen Tores war – wenig überraschend – Janik Michel.
Holzhausen jubelt nach dürftigem Auftritt
„Hätte ich den Treffer nicht gemacht, wäre es kein gutes Spiel von mir gewesen. Wir hatten in den vergangenen Spielen meistens viel mehr Chancen, aber heute sind wir nur zu zwei, drei guten Möglichkeiten gekommen“, bilanziert Michel den Last-Minute-Sieg kurz nach dem Schlusspfiff. In der vierten Minute der Nachspielzeit tauchte der Vollblutstürmer vor dem Tor auf – ein wuchtiger Abschluss aus knapp fünf Metern ließ das Panoramastadion jubeln.
Ganz zufrieden war Michel mit der eigenen Leistung dennoch nicht: „In den vergangenen Spielen hatten wir deutlich mehr Chancen, aber heute kamen wir nur zu zwei bis drei Torchancen.“
Auch FCH-Coach Daniel Seemann fand klare Worte nach dem Spiel. Der späte Siegtreffer war für ihn „einer der emotionalsten Momente“ seit er das Traineramt im Sulzer Stadtteil übernommen hat. „Wir hatten viel Ballbesitz, aber ich hatte das Gefühl, dass Weilimdorf in den Umschaltmomenten gefährlicher war. Wir hatten ein paar Halbchancen, waren im Sechzehner aber nicht effizient genug“, resümierte Seemann den siebten Ligasieg seines Teams.
Ein Sieg musste her, egal wie
Weilimdorf hat den eigenen Strafraum nämlich mit allen Mitteln verteidigt, was aus Seemanns Sicht eher für sein Team spricht: „Wir haben es auch ganz in Ordnung gemacht, dafür, dass die hinten tief drinstanden. Solche Gegner gibt’s in der Verbandsliga immer wieder.“ Zwar kam auch mal Holzhausens Flavio Vogt gefährlich über die linke Seite durch, doch im letzten Moment war immer ein Weilimdörfer zur Stelle.
Nach der 2:4-Pleite gegen Tabellenführer Young Boys Reutlingen war für Seemann klar: Ein Sieg gegen Weilimdorf war Pflicht. „Wir haben das Topspiel letzte Woche verloren, da war mir heute ehrlich gesagt egal, wie wir den Sieg holen.“
Ein fairer Verlierer
Trotz der aufgeheizten Stimmung beruhigten sich die Gemüter nach dem Schlusspfiff schnell wieder. „Ich gratuliere Daniel zum Heimsieg. Es war ein hitziges Spiel, das auch von den Rängen befeuert wurde. Beide Teams hatten ihre Möglichkeiten. Wir haben viele Zweikämpfe gewonnen, und so wie die Jungs heute gespielt haben, bin ich zufrieden“, zeigte sich Weilimdorfs Cheftrainer Oliver Stierle nach der Partie als fairer Verlierer. Der Aufsteiger steht damit bei 15 Punkten und auf Tabellenrang zehn, während Holzhausen mit 23 Punkte derzeit auf Platz vier rangiert.