„Pure Bliss“ heißt der Abend, für den das Stuttgarter Ballett im Februar die Bühne Johan Inger überlässt. Neben „Out of Breath“ (hier mit Shaked Heller) ist auch eine Uraufführung zu sehen. Foto: Stuttgarter Ballett

Mit seinem Ballett „Out of Breath“ hat Johan Inger in Stuttgart Eindruck hinterlassen. In der nächsten Saison kehrt der schwedische Choreograf zurück, um eine von fünf Uraufführungen zu gestalten

Stuttgart - „Nächste Saison ist die Saison für die Big Ballets“, verspricht Intendant Tamas Detrich (Foto); mit ihnen sollen endlich wieder die großen Gefühle ins Opernhaus zurückkehren. Im Oktober können die Ballettfans mit „Onegin“ weinen, im November mit „Dornröschen“ träumen, im Januar mit „Mayerling“ leiden, im Mai mit „Der Widerspenstigen Zähmung“ lachen. „Ich lege sehr viel Wert darauf“, betont Detrich, „dass unser Publikum für ein paar Stunden mal den Alltag vergessen kann.“

 

Inger will auf komödiantisches Talent setzen

In der hoffentlich ersten normalen Spielzeit nach Corona sind dann auch die Premieren live zu erleben, die im Lockdown nur als Stream oder sehr kurz auf der Bühne zu sehen waren: die „Beethoven-Ballette“ mit Werken von Bigonzetti und van Manen (ab 29. September), die „New/Works“ mit Neuem von Spuck, Goecke, Clug und Forsythe (ab 5. Oktober) sowie „Höhepunkte“ mit Hits von Kylián, Petit und Béjart (ab 23. Dezember).

Viel Wert legen die Ballettfans in Stuttgart auf neue Impulse – und werden vom Intendanten mit dem Johan Inger gewidmeten Abend „Pure Bliss“ beglückt (ab 25. Februar). „Out of Breath“ wird dafür wiederaufgenommen, dazu kommen die Keith-Jarrett-Hommage „Bliss“ und eine Uraufführung, bei der Inger unter dem Arbeitstitel „Auroras Siest“ auf das komödiantische Talent der Stuttgarter Tänzer setzt.

Die Cranko-Schule wird 50 Jahre alt

Vier weitere Uraufführungen schreiben die hausgemachten „Creations“ fort bis zur Nummer zehn. Wer am 29. Mai unter den Choreografen sein wird? Da will Detrich den demnächst live getanzten Noverre-Abend abwarten, um seine Auswahl endgültig festzulegen.

Dass Jürgen Rose derzeit öfters in Stuttgart ist, hat damit zu tun, dass der Bühnenbilder die „Onegin“-Ausstattung samt Licht auffrischt. Vor allem aber bereitet er, und damit ist Tamas Detrich schon bei der übernächsten Saison, einen „Nussknacker“ vor. Detrich will eine neue Weihnachtstradition begründen und vor allem viele Cranko-Schüler einbinden. „Edward Clug macht die Choreografie, die Chemie zwischen ihm und Rose ist perfekt.“

Workshops für Junggebliebene, eine Gala zum 50. Geburtstag der Cranko-Schule am 1. Dezember, eine Japan-Reise im März: Die Kompanie ist zurück im Big Business.