Eine Schulstunde in römischer Geschichte hat Wolfram Fischer den Teilnehmern der Führung durch das Römerbad gegeben.Foto: Hertle Foto: Schwarzwälder Bote

Heimatgeschichte: Wolfram Fischer zeigt Interessierten den ehemaligen römischen Gutshof samt Bad

Der ehemalige Schulleiter, ehrenamtliche Stadtarchivar und Stadtführer Wolfram Fischer hat am Sonntagnachmittag einer Gruppe von Interessierten die Reste der Rosenfelder "Villa Rustica" mitsamt einem römischen Bad gezeigt.

Rosenfeld. Damit fand seit 2019 wieder eine Führung im Rahmen der Tätigkeit des Vereins Römerstraße Neckar-Alb-Aare auf dem ehemaligen Gutshof aus der Römerzeit statt. "2020 haben wir nichts gemacht", sagt Fischer, der sonst mit dem ehemaligen Rektor des Progymnasiums, Volker Seibel, Führungen durch die Altstadt anbietet. Die Pandemie habe dies nicht erlaubt. "Doch nun sind wir fast alle geimpft", fügte Fischer mit Blick auf die Besucher seiner Altersgruppe an.

Vor mehr als 30 Interessierten ging Fischer auf die Zeit der Römer ein: Unweit von Rosenfeld war ein Knotenpunkt wichtiger Straßen, der mit einem Kastell auf dem Häsenbühl gesichert war. In dessen Nähe entstand ein "Vicus", ein Dorf, in dem die Familien der Soldaten oder Handwerker lebten.

Nach Ende des 20-jährigen Militärdienstes bekamen die Soldaten nicht selten einen Gutshof zugeteilt. In der Umgebung Rosenfelds sind laut Fischer viele Überreste solcher Höfe zu finden. Einer davon liegt im Norden der Rosenfelder Altstadt. Er wurde 1971 auf Luftbildern entdeckt. Damit die Mauern nicht einer Wohnbebauung weichen, erwarb der Verein zur Förderung Rosenfelds zwei Bauplätze, ließ die Anlage freilegen und überdachen. "Jetzt wollen wir das der Stadt Rosenfeld schenken", bemerkte Fischer: "Das Dach müsste gerichtet werden."

Auf der Anlage sind beispielsweise Heiß-, Kalt- und Schwitzbad sowie ein Auskleideraum zu sehen. Denn die Römer, so Fischer, mochten auch im rauen Germanien nicht auf ihr tägliches Bad verzichten. Sie erbauten Häuser mit allem Komfort – fließendem Wasser, Boden- und Wandheizung sowie Toiletten mit Spülung; eine davon ist am Rand des Gutshofs zu sehen. Fischer erläuterte die Geschichte des römischen Reichs, das bis etwa 300 nach Christus auch bis Nordwürttemberg reichte. "Die Germanen haben zwar gesehen, wie die Römer gebaut haben, sie haben aber nichts davon übernommen", fügte er hinzu.

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