Gemeinsam mit seinen Enkeln Linus und Simon hat Karl-Heinz Dommes eine Krippe gebaut, welche die Stationen des Leidenswegs Jesu abbildet. Für Großvater und Enkel ist die Krippe nicht nur ein gemeinsames Bastelprojekt, sondern Anlass, sich zu Jesus und der Geschichte auszutauschen.
Krippen findet man vor allem zur Weihnachtszeit in vielen christlichen Haushalten. Zur Osterzeit jedoch ist es eher unüblich die Leidensgeschichte Jesu im häuslichen Umfeld zu verbildlichen. Auch für Karl-Heinz Dommes war der Brauch einer Passionskrippe bisher unbekannt.
Der 75-Jährige befasst intensiv sich mit dem christlichen Glauben und den Geschichten der Bibel aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei ist ihm im vergangenen Jahr der Bauch einer Passions- beziehungsweise Fastenkrippe untergekommen, die vor allem im 18. und 19. Jahrhundert populär waren und heute vereinzelt vor allem im Voralpenraum noch verwendet werden. In Kirchen wie auch im privaten Raum hätten Fastenkrippen kaum mehr Bedeutung.
Die Auswahl der Szenen war nicht ganz einfach
Ab Palmsonntag steht eine solche Krippe bei Dommes im Wohnzimmer. Diese hat er gemeinsam mit seinen Enkeln Linus (14 Jahre alt) und Simon (zwölf Jahre) gebaut. Die Auswahl der Szenen, die verbildlicht werden sollen,m sei nicht einfach gewesen, schließlich sei zwischen Palmsonntag und Karfreitag viel passiert. Letztendlich fiel die Wahl auf die Stationen der Geißelung Jesu, wie er das Kreuz den Berg Golgota hinaufträgt, die Kreuzigung und schließlich die Auferstehung. Dass die Krippe irgendwann um Szenen erweitert wird, plant Dommes nicht. „Das wäre dann zu schwierig zum Aufstellen“, erklärt er. Die Schlüsselszenen der Passionsgeschichte haben Dommes und die beiden Jungen auf einer kompakten Fläche von etwa einem DIN-A3-Blatt ausführlich abgebildet.
Als Baumaterial haben sie unter anderem Pappe, Gips, Styropor und Naturmaterialien wie Rinden, Steine und Zapfen verwendet. Auch einige Elemente aus dem Modelleisenbahnbau, für den sich besonders Simon interessiert, wurden herangezogen. Als Hintergrund dient die Kulisse des alten Jerusalems mit der König-David-Zitadelle und -Turm. Die Figuren hat Dommes im Internet gekauft. „Vieles hat sich beim Bauen ergeben“, erklärt Dommes, der früher schon einige Weihnachtskrippen selbst gebaut hat.
Mehrere Treffen
Die Passionskrippe haben sie bereits im vergangenen Herbst bei mehreren Treffen gebaut. Für das Großvater-Enkel-Gespann ist diese jedoch weniger ein gemeinsames Bastelprojekt, sondern vor allem Diskussionsgrundlage und Beschäftigung mit dem Leidensweg Jesu. „So eine Krippe bietet Anlass zur Diskussion“, erklärt Dommes.
„Ich finde Jesus extrem faszinierend“
Mit seinen Enkeln, die beide Ministrant in Sankt-Petrus-und-Paulus sind, bespricht er während des gemeinsamen Bauens tiefergehende Gedanken zu Jesus und dem Christentum. „Ich finde Jesus extrem faszinierend“, sagt auch Linus. Trotz der Brutalität, welche der Passionsgeschichte Jesu innewohnt, bevorzugt der 14-Jährige das Osterfest der Weihnachtsgeschichte. „Weihnachten hat eine schönere Atmosphäre, aber der Anlass der Auferstehung Jesu ist schöner“, erklärt er.