Die Nerven: Max Rieger, Kevin Kuhn und Julian Knoth (von links) beim Auftritt im März im LKA/Longhorn. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die Nerven aus Stuttgart haben das Doppelalbum „Live im Elfenbeinturm“ veröffentlicht, das beweist, dass das Trio zurecht als eine der besten Livebands Deutschlands gilt.

„Ich will verschwinden! Kommst du mit?“, fragt Julian Knoth in „Als ich davonlief“, das mit perfider Präzision, Kunstpausen, knurrendem Bass, pfeifender Gitarre und furiosen Drums dieses Album eröffnet. Später wird sich der zartbittere Abgesang auf die Jugend namens „Achtzehn“ live in ein opulent-filigranes Balladenepos verwandeln, „Angst“ wird noch wilder tanzen als damals auf dem Album „Fun“, und „Dunst“, eine Nummer, die man auf dem Album „Fake“ zunächst fast übersehen hätte, beschert dieser Platte nun ein hypnotisches Finale: „Und wenn der Nebel sich legt und der Schleier sich hebt, wenn Blicke sich treffen, wird nichts mehr so sein wie davor im falschen Leben.“

 

Wer Die Nerven sagt, muss auch „eine der besten Livebands Deutschlands“ sagen. Es erscheint jedenfalls kaum ein Text über die Band, die vor 15 Jahren in Esslingen gegründet wurde, in dem nicht darauf hingewiesen wird, welche grandiose Wucht und Intensität Julian Knoth (Bass und Gesang), Max Rieger (Gitarre und Gesang) und Kevin Kuhn (Schlagzeug) auf der Bühne entwickeln, welche Energie ihre Auftritte haben. Und das Album „Live aus dem Elfenbeinturm“ kann das beweisen.

Die Nerven: Live im Elfenbeinturm

Wer sich bisher noch nie auf ein Konzert der Nerven getraut hat, hat jetzt die Chance, zu Hause eine Ahnung davon zu bekommen, wie gut deren Mix aus Post-Punk und Noise-Rock live funktioniert. Und wer die Band auf ihrer „Auf der Flucht vor der Wirklichkeit“-Tour zum Beispiel im März in Stuttgart gesehen hat, dem wird vielleicht auffallen, dass das Album exakt die Setlist des Abends abbildet: Die 14 Songs und die zwei Zugaben, die Die Nerven damals im LKA/Longhorn spielten, finden sich in der gleichen Reihenfolge jetzt auch auf „Live aus dem Elfenbeinturm“.

Die Aufnahmen stammen allerdings aus neun verschiedenen Städten. „Das hier ist – soweit es geht – die ultimative Version von unserem Live-Set“, sagt Kevin Kuhn: „Quasi die beste Show, die man besuchen könnte, die es so in der Form aber nie gegeben hat.“ Die meisten Songs, die Die Nerven auf Tour gespielt haben und die jetzt auf dem Album zu hören sind, wurden ursprünglich auf den letzten drei Studioalben „Fake“ (2018), „Die Nerven“ (2022) und „Wir waren hier“ (2024) veröffentlicht. Die Liveplatte führt nun vor, wie sehr sich die Band ständig weiterentwickelt und wie gut sie darin ist, ihr Repertoire immer besser, dramatischer, dynamischer, intensiver zu inszenieren.

Die Nerven im Opernhaus Stuttgart

Die Nerven: Live im Elfenbeinturm Foto: 333

Das Album „Live im Elfenbeinturm“ von den Nerven ist an diesem Freitag, 5. Dezember, auf dem bandeigenen Label „333“ erschienen. Aber natürlich kann kein Album – unabhängig davon, wie gut es ist – den Besuch einer Liveshow ersetzen. Zum Beispiel die am 25. Dezember stattfindende, wenn Die Nerven ein Homecoming-Konzert im Opernhaus Stuttgart geben. Geplant ist dort ein zweiteiliges Set. Vor der Pause spielen sie Songs aus ihren ersten drei Alben „Fluidum“, „Fun“ und „Out“, nach der Pause sind Songs von den letzten drei Alben dran. In der Stuttgarter Oper waren Die Nerven schon im Juni 2024 bei den Littmann Sessions aufgetreten.

Die Nerven: Tourtermine 2026

Zudem gehen Die Nerven im kommenden Jahr wieder auf Tournee. Die Termine:

  • 12.02.2026 Berlin, SO36
  • 13.02.2026 Dresden, Beatpol
  • 14.02.2026 Jena, Kassablanca
  • 18.02.2026 Hamburg, Markthalle
  • 19.02.2026 Münster, Sputnikhalle
  • 20.02.2026 Köln, Gloria21.02.2026 Karlsruhe, P8
  • 24.03.2026 BE-Eupen, Alter Schlachthof
  • 25.03.2026 Wiesbaden, Schlachthof
  • 26.03.2026 CH-Luzern, Südpol
  • 27.03.2026 München, Strom
  • 28.03.2026 Erlangen, E-Werk

Tickets gibt es hier.

Die Nerven haben seit ihrer Gründung vor 15 Jahren bisher sechs Studioalben veröffentlicht: „Fluidum“ (2012), „Fun“ (2014), „Out“ (2015), „Fake“ (2018), „Die Nerven“ (2022) und „Wir waren hier“ (2024). Zuletzt sind Die Nerven im Juli in Stuttgart auf dem Kleinen Schlossplatz aufgetreten.