Inhaberin Sherin Haack ist quasi im Saal 51 groß geworden. Foto: Haack

Der Saal 51 prägte über Jahre hinweg das Calwer Nachtleben. Ende Mai steigt die letzte Party – für Betreiber, Team und Stammgäste ein Abschied voller Erinnerungen und Emotionen.

Es sind die Nächte, an die sich viele noch lange erinnern werden. Der Saal 51 war mehr als nur ein Club – er war Treffpunkt, Tanzfläche und manchmal auch wie ein zweites Wohnzimmer.

 

„Jedes Wochenende war ein Highlight“, fasst Tobias Haack, der den Saal 51 mitbetreibt, die vergangenen Jahre zusammen.

2013 öffnete der Club in Hirsau das erste Mal seine Türen. Sechs Jahre lang fanden in der Liebenzeller Straße 51 – die im Übrigen Grund für die Namensgebung war – diverse Veranstaltungen statt. Von Bandauftritten über Partys bis hin zu Discofox-Veranstaltungen.

Erst wenige Jahre zuvor waren sie mit ihrem Kinderparadies „KiPa“ von den Kimmichwiesen nach Hirsau umgezogen. Zu dem angemieteten Komplex gehörte auch der Gebäudeteil, in dem sich der Saal 51 befand.

Herausfordernder Umbau

Nach einem Wasserschaden im „KiPa“, von dem auch der danebenliegende Club betroffen war, suchten die Betreiber 2019 nach einer neuen Feier-Lokation – und stießen auf die Halle auf dem Bauknecht-Areal.

Das Areal war zu Beginn – abgesehen von der Billard Factory – relativ leer. Und auch die Halle selbst „war ein Nichts“, beschreibt es Tobias Haack. Zu Beginn gab es darin laut den Betreibern weder Strom noch Wasser. Der Umbau sei eine Riesenherausforderung gewesen. Darüber hinaus fiel die Wiedereröffnung auf dem Bauknecht-Areal genau in die Zeit der Corona-Pandemie.

Vor dem Umbau gab es in dem Gebäude weder Wasser noch Strom. Foto: Sherin Haack

Trotz der Herausforderungen, sei auch der neue Standort direkt super angenommen worden, betont Sherin Haack, die die Geschäftsführung des Saals innehält. Und auch noch Jahre nach der Eröffnung ist der Saal 51 in Calw und über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Gäste sind mehr als eine Zahl

Was macht den Club so besonders? Das Familiäre und Persönliche. Für die Gäste sei es teils wie ein zweites Zuhause und ein Wohnzimmer. Es ist „immer jemand hier, den man kennt“, erklären die Betreiber.

In anderen Clubs seien die Gäste oft nur eine Zahl, nicht aber hier. Hier kennt man sich – nicht zu letzt wegen der vielen Stammgäste. Die Betreiber kennen 90 Prozent der Gäste, das sei wertvoll und wichtig.

Dankbar für das treue Team

Und nicht nur die Gäste blieben ihnen oft über Jahre hinweg erhalten. Die Betreiber sind auch stolz darauf, dass das Team immer zu ihnen gehalten hat. Im Gespräch betonen sie ihre Dankbarkeit gegenüber dem Team, den DJs, den Geschäftspartnern, den Lieferanten und den Gästen, ohne die es den Saal 51 nicht geben würde. Nichtsdestotrotz steht jetzt das Ende der Calwer Dorfdisco bevor.

Nach fast 13 Jahren des Betriebs hat die Familie unter sich beschlossen, „dass die Ära Saal 51 enden darf“, erklärt Tobias Haack im Gespräch mit unserer Redaktion.

Gemischte Gefühle

Dem Ende blicken die Betreiber mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Saal sei immer ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens gewesen, erinnert sich Sherin Haack. Außerdem sind sie allesamt traurig, dass man die ganzen Leute nicht mehr sieht – auch wenn die Freundschaften auch außerhalb vom Saal weiterbestehen werden. Auf der anderen Seite bringt das Ende auch einen Lebenswandel mit sich.

Es werde traurig, wenn der letzte Tag gekommen ist, gleichzeitig nehmen sie tolle Erinnerungen mit.

Foto: Sherin Haack

Wie geht es für die Familie weiter? Eins ist sicher: den Saal 51 wird es nicht mehr geben – auch nicht an einem anderen Standort. Es werde erstmal eine große Veränderung, am Wochenende frei zu haben, sagt Tobias Haack schmunzelnd. Wie genau es weitergeht, werde man sehen.

Die letzte Party im Saal 51

Am 30. Mai wird die letzte Party im Club steigen. Dabei planen die Betreiber, so viele DJs herzuholen, wie möglich. „Es wird auf jeden Fall eine lange Nacht“, vermutet Sherin Haack.

Nicht nur für die Abschlussparty, auch für die letzten Wochen, wünschen sie sich nochmal so viele bekannte Gesichter wie möglich zu sehen.

Eins ist den Betreibern jedenfalls klar: „Der Abschluss wird schön, aber auch emotional werden.“