Eine bekannte Zunft im Schwarzwald-Baar-Kreis ist die Villinger Hexenzunft. (Archivbild) Foto: Marc Eich

Mal „Narri – Narro“, mal „Narro – Narro“ oder ganz eigene Sprüche – auf unserer Fastnacht gibt es alle möglichen Varianten zu hören. Doch welche gehört wohin?

Bald beginnt wieder die Zeit der Fastnachtsumzüge. In den Straßen unserer Region ziehen die Narren der unterschiedlichsten Vereine vorbei – begleitet von Musik und ihren traditionellen Narrenrufen. Einige Vereine haben für ihre Figuren eigene Sprüche, während andere mit dem klassischen „Narri“ die Zuschauer zum Mitmachen auffordern. Doch wer hat welchen Ruf – und was ist auf „Narri“ zu antworten?

 

In der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet gibt es eine Vielzahl von Rufen, diese dienen als Gruß und Erkennungszeichen. Der bekannteste sei jedoch „Narri – Narro!“, diese Variante kommt aus der üblichen lautmalerischen Erweiterung, bei der ein „O“ zur Verstärkung angehängt wird, so der Schriftführer der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte Paul Martin.

Ob „Narri – Narro“ oder ein selbst ausgedachter Spruch, jede Figur hat ihren festen Ruf. Während das Publikum auf ein gerufenes „Narri“ traditionell mit „Narro“ antwortet, setzen viele Zünfte auf individuelle Rufe. Die folgende Übersicht beschränkt sich dabei auf die größeren Zünfte in der Region.

Villingen

Die Rietvögel rufen „Krah – Krah“. Der Butzesel ruft „Butz – Esel“, währenddessen die Wuescht schlicht „Wuescht“ hören lassen. Der Glonki sowie die Trommler und Trommelwieber rufen „Rhabarber – Ahoi“, die Zugpolizei, der Kater Miau sowie der Katzenrolli „Miau – Miau“. „Hex, Hex – Huii“ erschallt von der Villinger Hexe, ihrem Gehilfen sowie deren Hexenmeister. Klassisch bleiben der Villinger Narro, die Altvillingerin, der Stachi sowie das Morbili mit ihrem „Narri – Narro“.

Schwenningen

Der Hansel, der Schantle sowie der Hölzlekönig setzen hier auf den traditionellen Ruf „Narri – Narro“. Die Schwenninger Hexen haben dagegen eigene Sprüche: Die Sauerwasenhexe mit ihrem „Hexen – Juhuiii“, die Bauchenberg-Hexen mit „Bauchenberg – Hexen“ sowie die Butterfasshexen mit „Butter – Hex, Butter – Hex, Butter – Hex, Hex, Hex“. Die Ziegel-Buben sowie die Ziegler setzen auf „Ziegel – Buben“.

Bad Dürrheim

Die Narrenzunft in Bad Dürrheim setzt auf das klassische „Narri – Narro“. Die Siedergilde, eine Untergruppe der Zunft, bevorzugt bei den Umzügen hingegen „Sied – Salz“, so der Zunftmeister Volker Martin.

St. Georgen

St. Georgen ist für seine Vielzahl an verschiedenen Narrenrufen bekannt. Die Fohrebobbele rufen „Fohre – Bobbele“, die Kräuterwieble „Kräuter – Wieble“.

Auch die Bergstadtfetzer setzen auf einen klaren Ruf: „Bergstadt – Fetzer“. Bei den Hohenwalddeufel und Wälderschnapf werden die Rufe getrennt eingesetzt. „Hohwald – Deufel“ sowie „Wälder – Schnapf“ hallt es bei ihnen durch die Straßen. Eine leichte Abwandlung ihres Namens nutzen die Schofstrizie: Ihr Ruf lautet „Schof – Seckel“. Die Nesthexen sowie die Weiher-Hexen bleiben bei der klassischen Form. Sie rufen „Nest – Hexen“ beziehungsweise „Weiher – Hexen“.

Donaueschingen

In Donaueschingen gibt es für die Figuren einen einheitlichen Narrenruf. Das klassische „Narri – Narro“ wird dabei zu einem „Narro – Narro“ umgewandelt, so Ralf Gliese, zweiter Zunftmeister der Narrenzunft Frohsinn, Donaueschingen.