Abschiedsfoto: Die Vorstandschaft der aufgelösten Kindersportschule Eyach gemeinsam mit deren Leiterin Dany Samaras-Roos (Fünfte von rechts). Auf dem Bild fehlt der Vereinsvorsitzende Jens Hack. Links: Trillfingens Ortsvorsteher Horst Henle.Foto: Kost Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: Eine kleine Runde aus Vorstandsmitgliedern löst nach 13 Jahren die Kindersportschule Eyach auf

Nach 13 erfolgreichen Jahren fiel im Trillfinger Vereinsheim der letzte Vorhang. Nahezu einstimmig beschloss die Hauptversammlung die Auflösung der Kindersportschule Eyach (Kiss). Was sachlich begann, wurde am Schluss emotional.

Nach 13 erfolgreichen Jahren fiel im Trillfinger Vereinsheim der letzte Vorhang. Nahezu einstimmig beschloss die Hauptversammlung die Auflösung der Kindersportschule Eyach (Kiss). Was sachlich begann, wurde am Schluss emotional.

Haigerloch. Eine Vielzahl von Kindern, vor allem solche im ganz jungen Alter, hatten über ein Jahrzehnt unter der Anleitung von Sportpädagogin Dany Samaras-Roos und ihren verschiedenen Helfern und Helferinnen auf spielerische Art und Weise ihre motorischen Fähigkeiten verbessert.

"Viele Kinder beherrschen heute das Rückwärtsgehen nicht mehr oder können keine Purzelbäume schlagen", erklärte Samaras-Roos am Donnerstag bei der letzten Vereinsversammlung und wies damit auf eine Schlüsselfunktion der Kiss hin.

Andererseits mussten sie und die Schule – das ist ein offenes Geheimnis und das verschwieg auch Dany Samaras-Roos nicht – lange um Akzeptanz kämpfen. So gab es im Haigerlocher Gemeinderat Zweifel daran, ob die Kindersportschule Eyach trotz eines e.V. im Namen und der anerkannten Gemeinnützigkeit den Charakter eines klassischen Vereins hat. Aus diesem Grund bekam die Kiss bis heute keine Vereinsförderung durch die Stadt gewährt.

Doch bevor die Versammlung in Ursachenforschung für das Aus der Kindersportschule einstieg, (siehe Info-Rubrik) galt es zunächst einmal, das Geschäftsjahr 2020 sachlich und nüchtern abzuwickeln.

Mitte März des vergangenen Jahres sei der Kiss-Unterricht eingestellt worden, berichtete Samaras-Roos. Sie habe die Folgezeit dazu genutzt, um Spiel- und Trainingsgeräte zu säubern und frisch einzuräumen. In Kontakt mit ihren rund 120 Kindern blieb sie über Facebook. Dort gab sie regelmäßig Training, Spiel- und Basteltipps.

Im September 2020 ging es dann wieder los mit 95 Kindern in sechs Kursen. Samaras-Roos: "Trotz strenger Hygiene-Vorschriften waren alle froh, dass das Programm wieder laufen konnte." Doch die Freude währte nur kurz: Die zweite und die dritte Corona-Welle rollten über die Kiss hinweg und brachten sie endgültig zum Stillstand.

Die erzwungene Inaktivität der Schule hatte finanzielle Auswirkungen auf das Geschäftsjahr, wie aus dem Bericht von Kassiererin Melanie Freitag hervorging. Lediglich im Januar, Februar, März und Oktober wurden Mitgliedsbeiträge eingezogen, aber es gab einen Corona-Zuschuss durch den Württembergischen Landessportbund (WLSB) und am Ende hatte man laut der Kassiererin einen "Mini-Gewinn" (47 Euro).

In diesem Jahr gab es gar keine Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge oder Kursgebühren mehr. Wie auch? Uwe Freitag und Piri Schubert hatten die Kasse geprüft und bis auf zwei noch nachzureichende Belege für Kleinstbeträge für in Ordnung befunden. Somit stand der vom Trillfinger Ortsvorsteher Horst Henle geleiteten Entlastung der Vorstandschaft nicht mehr im Wege.

Als letzter formaler Akt wurden nach dem schriftlich gefassten Beschluss zur Auflösung des Vereins der an diesem Abend krankheitsbedingt nicht anwesende Vorsitzende Jens Hack und sein Stellvertreter Alexander Uhde zu Liquidatoren der Kindersportschule bestimmt. Das ist rechtlich erforderlich, denn noch vorhandenes Geld- und Sachvermögen des Vereins müssen zuerst einmal für ein Jahr eingefroren worden, falls irgendjemand Forderungen erhebt, was allerdings unwahrscheinlich erscheint. Und als dann am Ende ein paar persönliche Worte gesprochen wurden, floss auch die eine oder andere Träne.