Wer hat das Sagen im Ebinger Kräuterkasten gehabt? Bauchredner Markus Winter oder die Puppe? Foto: Ursula Holp

Unter dem Motto „Es geht weiter“ ist Bauchredner Markus Winter jüngst im Ebinger Kräuterkasten aufgetreten. Für das Publikum war sein Gastspiel sehr bekömmlich – Lachen ist schließlich gesund.

Mit Lachen als bester Medizin therapierte der „Herr Doktor“ Markus Winter seine Patientinnen und Patienten im Kräuterkasten. Zu beginn erfuhren die Zuschauer erst mal, wann man das Lachen einsetzen darf und vor allem, wie man richtig klatscht.

 

Drache Hugo de Chateauneuf war der erste Gesprächspartner. Ihn interessierten vor allem die Frauen. Die himmelte er an mit französischem Akzent, bezeichnete sie als „herrliche Damen“, während er die Männer als „dämliche Herren“ abtat.

Wie ist es so im Gletschereis? Eher kalt.

Wortspielereien sind ein roter Faden im Programm, mal komisch, mal ironisch, mal kritisch. Der nächste Gast war allerdings wortkarg, grunzte, brummte, schlug mit einer Keule um sich.

Aber „Urman“ war schließlich auch 35 000 Jahre im Gletschereis gefangen. Wie war das? Kalt. Was hat er da gemacht? Gefroren. Das Leben früher? Jagd. Noch heute mache er Jagd auf Filzläuse, die seien seine „Laufkundschaft“.

Und noch ein Wesen erschien, das in die hiesige Landschaft gehört. In der schwäbischen Höhle haust die Fledermaus. Die hat sich angepasst. Sie hängt kopfüber, weil das den Touristen aus Württemberg und Baden so gut gefalle.

Leute aus diesen beiden Ländern haben etwas gemeinsam? Sicher, sie seien doch durch einen Bindestrich vereint, Baden-Württemberg.

Im Ebinger Kräuterkasten werden Gäste zu zauberhaften Helfern

Ein Gast erschien mit Maske, Vinzenz, der Virus, ein Influenzer. Der ist ganz traurig, weil ihn keiner mag, weil er keinen Erfolg hat. Winter wusste einen Ausweg für ihn: Er solle doch einfach Politiker werden.

Es war frappierend, wie die Dialoge abliefen, man hatte wirklich den Eindruck, dass zwei Partner sprachen. Unterstützt wurde alles durch Mimik und Gestik. Markus Winter ist nicht nur Bauchredner, sondern auch genialer Puppenspieler. Dazu sorgt dröhnende oder sanfte Musik für die richtige Atmosphäre.

Einmal hat der Künstler ein Problem. Er hat einen Floh, doch der Floh ist entflohen. Also sucht er ihn im ganzen Saal, entdeckt einen, der nicht ihm gehört, und findet seinen schließlich auf dem Kopf eines jungen Mannes.

Markus Winter spricht Personen an, hat bei der Auswahl ein gutes Gespür. Er braucht sie besonders als Helfer, wenn er sich als Zauberkünstler präsentiert, sie müssen das Tuch mit der richtigen Farbe aus der Dose ziehen, dafür sorgen, dass die richtige Flasche zum Vorschein kommt, müssen Geldbeutel oder Autoschlüssel zur Verfügung stellen. Kleine Missgeschicke werden souverän bereinigt.

Marlene Dietrich hätte ihre Freude gehabt

Und als ein Höhepunkt sollen ein Mann und eine Frau das Bauchreden lernen. Auf Handdruck müssen sie den Mund öffnen und schließen; Stimmen sind zu hören, das Zusammenspiel klappt perfekt.

Der Mann ist immer abweisend, die Frau liebebedürftig. Wenn sie dann singend gesteht, dass sie von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt ist und ihren Gesichtsausdruck entsprechend anpasst, weiß man: Auch Marlene Dietrich hätte ihre Freude daran gehabt. Wie das Publikum.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Markus Winter Fluchtwege aus dem Kräuterkasten aufgezeigt, doch niemand im Saal benutzte sie. Alle wollten bleiben, noch mehr Bauchreden und Zauberkunst erleben. Sie lachten so viel, dass alle am Ende als gesund entlassen werden konnten.