Wenn am Samstag um 12 Uhr das Freundschaftsspiel im Oberndorfer Stadion zwischen den U17-Bundesliga-Teams aus Freiburg und Heidenheim angepfiffen wird, stehen womöglich auch zwei Kicker aus dem Landkreis auf dem Platz.
Die Rede ist von Ruben Müller und Diamant Lokaj, beide 16 Jahre alt. Mit dem Hallwanger Noah Neff könnte auf Heidenheimer Seite sogar ein dritter Spieler aus der Region dabei sein.
Ein Heimspiel
Für Ruben Müller ist es im wahrsten Sinne des Wortes ein Heimspiel, denn er hat das Fußballspielen beim SV Oberndorf begonnen. Über den SV Zimmern wechselte er im Sommer 2020 zum SC Freiburg. Diamant Lokaj aus Rottweil spielt bereits seit Sommer 2016 für den Sportclub. Auch er wechselte vom SVZ in den Breisgau. Beide kommen in der laufenden Bundesligasaison, in die der SCF mit 15 Punkten aus acht Spielen gestartet ist, durchaus regelmäßig zum Einsatz. Keine Selbstverständlichkeit, schließlich umfasst der Kader 23 Spieler.
"Manchmal stressig"
In einer normalen Woche wird viermal trainiert, dazu kommt ein Spiel am Wochenende. "Es ist schon manchmal stressig, ich habe dieses Jahr auch noch Prüfungen", berichtet Müller. Diese hat Lokaj bereits hinter sich. "In der Prüfungszeit war es schon richtig viel. Ich habe dann überlegt, wie es weitergeht und mache jetzt ein einjähriges Praktikum bei meinem Vater."
Bei Auswärtsspielen außerhalb von Baden-Württemberg übernachtet die Mannschaft am Tag vor dem Spiel sogar im Hotel. Zuletzt stand ein Highlight an, denn die Freiburger spielten gegen den FC Bayern.
"Kaum Zeit am Ball"
Direkte Konkurrenten um einen Startplatz sind die beiden Kumpels nicht, denn Müller wird zumeist im zentralen Mittelfeld auf der Achter- oder Zehner-Position eingesetzt, Lokaj spielt entweder als Außenverteidiger oder Flügelspieler. In der vergangenen Saison spielten sie mit der Freiburger U16 in der Oberliga Baden-Württemberg, die Junioren-Bundesliga ist aber nochmal eine andere Welt. "Es ist alles noch mal deutlich schneller. Man hat kaum Zeit am Ball", schildert Müller seine Erfahrungen. Lokaj ergänzt: "Wir spielen jedes Wochenende gegen Top-Klubs, das macht schon Spaß."
Mit dem Bus ins Training
Ins Training fahren die Beiden entweder zusammen oder mit einem Bus von Donaueschingen aus, denn der SC Freiburg organisiert. "Der Bus fährt ab der U15, in den Saisons davor hat mein Vater mich jedes Training nach Freiburg gefahren", ergänzt Lokaj. Spieler und Eltern betreiben also einen großen Aufwand, der Traum vom Profifußball ist definitiv präsent.
Prominente Vorbilder
Gefragt nach den Zielen, antworten beide unisono. "Zunächst wollen wir in die U19 übernommen werden. Und irgendwann natürlich für die Profis spielen." Dafür haben sich Müller und Lokaj auch prominente Vorbilder ausgesucht, von denen sich etwas abgeschaut wird. „Mein Lieblingsspieler ist Cristiano Ronaldo, sein Arbeitswille inspiriert mich“, gibt Lokaj zu Protokoll. Seine Stärken liegen laut eigener Aussage im technischen Bereich. Hier zählt er Flanken und zudem seine Willensstärke auf. Verbesserungswürdig sieht er sein Verhalten bei gegnerischen Standardsituationen. Müller ist spätestens seit der EM sehr angetan vom englischen Jungstar Phil Foden. "Meine Stärken sehe ich in meinen technischen Fähigkeiten und meinem Spielverständnis. Ich kann mich im körperlichen Bereich und bei meinem linken Fuß noch verbessern", schätzt der Oberndorfer sich selbst ein.
Keine schlechte Motivation
In Kontakt mit der Bundesligamannschaft kommen die Jugendspieler nicht, das Trainingsgelände der Truppe von Christian Streich befindet sich nicht am traditionsreichen Möslestadion, wo die Jugendteams trainieren. Die U23 der Breisgauer, die seit dieser Saison in der 3. Liga spielen, sehen die Jugendspieler aber fast täglich. Sicherlich auch keine schlechte Motivation, um dem Traum vom Profifußball weiter nachzueifern. Und im Optimalfall ist das Spiel am Samstag nicht der letzte Auftritt der Beiden in Oberndorf. Gerne würden sie mit der U19 dann zu einem wieder stattfindenden A-Jugend Turnier in die Neckarstadt kommen.