Tauschen sich aus (von links): Imsimity-Geschäftsführer Martin Zimmermann, Florije Sula, Geschäftsführerin bei der evangelischen Altenhilfe, Staatssekretär Patrick Rapp und Kai Liebold, Mitarbeiter im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus. Foto: Moser

In Sachen virtueller Realität nicht anderen das Feld überlassen, sondern selbst tätig werden – so lässt sich der Tenor des Besuchs von Patrick Rapp, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, im XR-Trainingszentrum in St. Georgen zusammenfassen.

St. Georgen - Virtual-Reality-Brille aufgesetzt, Kettensägen-Attrappe in der Hand – und schon steht man nicht mehr in den Räumen des XR-Trainingszentrums im Technologiezentrum, sondern auf einer Lichtung mitten im Wald. Ein paar Meter entfernt schaut ein Reh neugierig herüber, und direkt vor einem liegen Holzstämme zum Zersägen bereit. Noch schnell Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe und einen Helm angelegt – dann geht es auch schon los mit der ersten Übung.

Anwendung im Forst, in der Medizin und bei der Polizei

In etwa so soll die Zukunft der Ausbildung aussehen. Gestaltet wird sie im XR-Trainingszentrum im Technologiezentrum (TZ), das sich die Methoden der Extended Reality (XR), also der erweiterten Realität, zu Nutze macht. So können Ausbildungsinhalte – nicht nur im Forstbereich, sondern beispielsweise auch für angehende Feuerwehrleute, Polizisten, Katastrophenhelfer oder Auszubildende in medizinischen Bereichen – realitätsnah, aber völlig gefahrlos trainiert werden.

Wie sich eine virtuelle Ausbildungseinheit im Forst anfühlen kann, erfuhr auch Patrick Rapp, Staatssekretär im Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, bei seinem Besuch im XR-Trainingszentrum. Er sieht, wie er vor Ort sagte, eine der Hauptherausforderungen im Umgang mit virtueller Realität darin, die Technologie in die Breite zu bringen – und ebenda biete der Einsatz in der Ausbildung immense Chancen. Man wolle insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung neuer Technologien unterstützen und dafür sorgen, dass Baden-Württemberg als "XR-Land" wahrgenommen wird.

Ein Metaverse für den Tourismus in Baden-Württemberg?

Rapp betonte: "Unser Ziel muss es sein, bei diesen Weiterentwicklungen an entscheidender Stelle beteiligt zu sein" – eben in solchen Bereichen, wo man, etwa durch bestehende Vorsprünge, die Möglichkeit habe, etwas voranzutreiben. Denn die internationale Konkurrenz schläft nicht. Das wurde auch deutlich, als die Sprache auf das Thema Metaverse kam, für welches Imsimity-Geschäftsführer Martin Zimmermann großes Potenzial im Bereich Tourismus sieht. Und auch Rapp sah im Einsatz von virtueller Realität im Tourismus eine Möglichkeit.

Doch der Weg in die virtuelle Realität ist nicht immer leicht. Davon konnte Florije Sula, Geschäftsführerin der evangelischen Altenhilfe St. Georgen, berichten. Das Unternehmen habe viel investiert, um das sogenannte Cyber Care Lab, eine XR-Lernumgebung für angehende Pfleger, einzurichten. "Es ging auch nicht anders", ist sie überzeugt – und freut sich mittlerweile über die guten Rückmeldungen. Für Sula ist sicher: Das hat sich mehr als gelohnt.

Info: Das XR-Trainingszentrum

Nicht in Berlin oder München, sondern in St. Georgen ist das XR-Trainingszentrum angesiedelt, wobei XR für Extended Reality, also erweiterte Realität, steht. Der Name ist Programm: Im XR-Trainingszentrum werden Bildungsformate in der virtuellen Realität erarbeitet, erprobt und organisiert. Entstanden ist es, gefördert durch das Wirtschaftsministerium, im Rahmen der Digital-Hub-Initiative.