Die Brüder-Band und Schlagerstars Karl-Heinz (links) und Bernd Ulrich treten am 25. April in der Schwarzwaldhalle in Baiersbronn auf. Foto: Die Amigos

Die Schlagerstars „Die Amigos“ spielen auf ihrer Tour auch in Baiersbronn. Wir haben ein Interview mit Sänger Bernd Ulrich geführt – über Veränderungen und was ihm wichtig ist.

Gerüchte kursieren in den Medien, dass sie bald den Ruhestand antreten. Für die bekannte Schlagerband „Die Amigos“ wäre es als Rekordhalter für 15 Jahre in Folge ein Nummer-eins-Album in Deutschland, mehr als fünf Millionen verkauften Tonträgern und mehr als 100 Gold- und Platinauszeichnungen ein wohlverdienter Ruhestand.

 

Doch Genaueres über ein mögliches Ende ist noch nicht bestätigt. Wir haben Amigos-Sänger Bernd Ulrich zum Thema „Abschiedstournee“ befragt, die Antwort wurde unserer Redaktion jedoch nicht autorisiert. In einem Interview mit Schlager.de sagte Dagmar Ambach, Pressesprecherin der Amigos, Folgendes: „Es wird 2027 eine Tour geben, die den Live-Tourabschied der Amigos feiert.“ Und: „Sie werden jedoch nicht aufhören, weiter Musik zu machen. Im Sommer kommt schon das nächste Album. Details werden wir in Kürze veröffentlichen.“

Was jedenfalls sicher feststeht, ist, dass das Duo am 25. April in der Schwarzwaldhalle in Baiersbronn auftritt. Wir haben mit Amigo Bernd Ulrich gesprochen.

Ihre Band „Die Amigos“ gibt es seit 1970 – das ist eine ganz schön lange Zeit. Welche Veränderungen haben Sie in dieser Zeit in ihrer Musik festgestellt?

Das Erstaunliche ist, es kommen immer mehr junge Menschen zu unseren Konzerten, die diese Art von Schlager hören wollen. Wir machen auch mal Pop-Schlager. Aber natürlich legen wir außerdem Wert auf Texte, auf Inhalte zu gewissen Themen, denen wir unsere Stimme geben. Wir sind Botschafter des Weißen Rings, schon seit mehr als 15 Jahren, und widmen uns besonders dem Schicksal sexuell missbrauchter Kinder – und wir schreiben auch Lieder darüber. Ebenso über andere Bereiche, die uns alle angehen, wie Alterseinsamkeit, Tod oder auch Obdachlosigkeit.

Gibt es also auch Lieder zu diesem Thema auf dem neuen Album?

Beim neuen Album geht es um ein anderes, weit verbreitetes Thema: um Demenz. Wir haben die Krankheit selbst erlebt bei einem Kumpel, den wir ein Leben lang kannten. Mittlerweile ist er leider gestorben. Ob Fußball, Feste oder Vereine – er war immer sehr engagiert und hat geholfen. Wir leben auf dem Dorf hier, da kennt jeder jeden. Eines Tages ging er spazieren, ging an uns vorbei und wir haben gerufen „Hey, Servus!“ – und nichts kam. Er hat uns nicht mehr erkannt. Daher ist das ein Thema, das wir im Schlager verarbeiten.

Welche Lieder – gerade von den neueren und den älteren – bedeutet Ihnen dann besonders viel?

Unser neues Album heißt „Lebe jetzt“ und auch das Lied „Lebe jetzt“ erzählt eine Geschichte, die jeder kennt. Ich sage mal so: Wenn man nach langer Zeit wieder auf den Speicher oder in den Keller geht, dann findet man da Sachen, die längst in Vergessenheit geraten sind. Und die mit Erinnerungen verbunden sind. Von den älteren Liedern ist fast jedes Lied ein Lieblingslied. Richtig gut eingeschlagen ist zum Beispiel „Wir machen’s wie die Rolling Stones“. Das ist dermaßen gut angekommen.

Ihre Tochter, Daniela Alfinito, ist als Stargast bei vielen Shows dabei. Sind da neue gemeinsame Lieder geplant?

Ja, auf alle Fälle. Dass wir gemeinsame Lieder haben, ist auch den Fans geschuldet. Die gemeinsame Musik kam so gut an, dass die Duette und ihre Solo-Songs bei unseren Live-Auftritten nicht mehr wegzudenken sind. 

Sie und Ihr Bruder Karl-Heinz sind seit 56 Jahren aktive Musiker, verspüren Sie aber trotzdem noch ein aufgeregtes, besonderes Gefühl, wenn Sie vor Menschen auftreten?

Vieles ist mittlerweile Routine, doch wenn man vor dem Konzert durch den Vorhang schaut und man sieht die vielen Menschen, die wegen uns und unserer Musik gekommen sind, dann willst du in diesem Moment nirgendwo anders sein.