André Guzzardo, Leiter des Diasporahauses Bietenhausen, hält stolz das hauseigene Kochbuch „doch nicht so scheiße“-Rezepte, die unsere Kinder lieben, in seinen Händen. Foto: Benjamin Roth

„doch nicht so scheiße“ heißt das neue Kochbuch des Diasporahauses Bietenhausen, das mit einfach nachzukochenden Rezepten das Wasser im Mund des Lesers zusammenlaufen lässt. Die Einrichtung verfolgt mit dem Kochbuch mehrere Ziele.

„In das Kochbuch ist viel Herzblut unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unserer Kinder geflossen“, hält André Guzzardo, Leiter des Diasporahaus Bietenhausen, stolz das druckfrische Kochbuch der Einrichtung mit dem Titel „doch nicht so scheiße - Rezepte, die unsere Kinder lieben“ in den Händen.

 
Das Buchcover stellt die ausgewogene Ernährung in den Fokus. Foto: Roth

Der Buchtitel ist Programm: „Wir wollten ein bleibendes Werk schaffen, damit wir unseren Kinder, die das Diasporahaus verlassen, ausgewogene und gesunde Rezepte zum Nachkochen mitgeben können“, betont der 57-Jährige die Motivation für das Kochbuch. So sei vor rund zwei Jahren die Idee der hauseigenen Hauswirtschaftskräfte, die den Kochlöffel für die Kinder schwingen, entstanden, die beliebtesten Rezepte der Kinder zu sammeln und mit der Wolf Werbeagentur aus Hechingen-Stetten in einem Buch zu verewigen. Das Ergebnis sind über 40 Rezepte – von Fleisch über Gemüse bis hin zu süßen Leckereien – auf 77 Seiten.

Einfach Nachzukochen und mit einer Portion Humor

Das Konzept: „Die Rezepte sind einfach nachzukochen, mit vielen Bildern gestaltet und nicht zu aufwendig. Zum Kochen für die Familie mit Kindern eben“, so Guzzardo. Und auch eine Portion Humor fehlt dem Kochbuch nicht. Jedes Rezept ist mit Zitaten der Kinder des Diasporahauses garniert. So merkt beispielsweise die 14-jährige Darina zum Zwiebelschnitzel an: „Ich ess kein Fleisch wegen den Tieren, aber Schnitzel geht.“ Oder Guzzardos absolutes Lieblingszitat vom achtjährigen Angelo zu Focaccia mit italienischen Kräutern: „Ich ess nur italienisch, mein Vater ist Italiener.“

Worauf André Guzzardo besonders stolz ist: „Alle Bilder zu den Rezepten wurden von unseren hauseigenen Kräften fotografiert. Am Gelingen des Kochbuches war eine Fachgruppe von rund zehn Personen über zwei Jahre im Einsatz.“ Nun ist das Werk vollbracht und kommt pünktlich zur Weihnachtszeit in den regionalen Buchhandel. Unter anderem in den Osiander-Filialen im Zollernalbkreis und in Buchhandlungen in Hechingen und Balingen ist das Buch zu bekommen. „Das perfekte Weihnachtsgeschenk.“

Viel mehr als ein einfaches Kochbuch

Doch das Kochbuch ist für den Leiter des Diasporahauses Bietenhausen viel mehr als ein Kochbuch. „Wir möchten als Diasporahaus auch zeigen, dass unsere Kinder in einem gesunden Umfeld aufwachsen.“ Besonders auf zahlreichen Bildern der Zimmer der Kinder wolle man die öffentliche Wahrnehmung der „Heimkinder“ positiv beeinflussen. Auch auf die kulinarischen Vorlieben der Kinder gehen die Hauswirtschaftskräfte ein. Für den zugewanderten Mohamed wurde gar das heimische Biryani nachgekocht.

„Wir kochen wie in einer Familie und so sollen sich die Kinder auch bei uns fühlen“, geht Guzzardo auf das Konzept des Diasporahauses ein. Deswegen haben es auch die Supermarkt-Ravioli ins Kochbuch geschafft. Neben Rezepten bekommt der Leser auch Tipps und Tricks zum Umgang mit Lebensmitteln sowie einen Einblick in die Historie der Bietenhauserner Einrichtung an die Hand.

Zum Abschied gibt es das Kochbuch als Geschenk

Das Hauptanliegen Guzzardos ist es aber, dass Kinder, die das Diasporahaus verlassen und auf sich selbst gestellt sind – sie bekommen das Buch zum Abschied geschenkt –, Rezepte für eine ausgewogene Ernährung bekommen. „Sie sollen ja nicht jeden Tag zum Imbiss gehen.“

Das Kochbuch „doch nicht so scheiße“ kostet im Buchhandel 19,80 Euro.